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Vorentscheidung in Arnsdorf gefallen?

Bürgerforum und CDU sind froh über das Ergebnis vom Sonntag. Jetzt wird über den Sieger beim zweiten Wahlgang spekuliert.

CDU-Kandidat Frank Eisold, AfD-Kandidat Detlef Oelsner oder der Kandidat des Bürgerforums Ilko Keßler (v.li.): Wer wird Bürgermeister in Arnsdorf? Die Entscheidung fällt am 11. Oktober.
CDU-Kandidat Frank Eisold, AfD-Kandidat Detlef Oelsner oder der Kandidat des Bürgerforums Ilko Keßler (v.li.): Wer wird Bürgermeister in Arnsdorf? Die Entscheidung fällt am 11. Oktober. © Marion Doering; Rene Meinig; privat

Arnsdorf. Die Bürger von Arnsdorf haben gewählt. Wer jedoch der künftige Bürgermeister der Gemeinde wird, bleibt weiter offen. Einen eindeutigen Sieger gibt es nicht. Der Abstand zwischen Ilko Keßler, Kandidat des Bürgerforums 1990, und Frank Eisold von der CDU beträgt gerade einmal ein Prozent. Sicher scheint, dass AfD-Kandidat Detlef Oelsner eher geringe Chancen hat, sich gegen seine beiden Mitbewerber durchzusetzen. Fast zehn Prozent liegt er hinter dem führenden Ilko Keßler.

Im Netz wird schon jetzt gemutmaßt, wie der zweite Wahlgang am 11. Oktober ausgehen könnte. „Frank Eisold wird neuer Bürgermeister“, heißt es an einer Stelle. Wähler würden von der AfD abwandern und den CDU-Kandidaten unterstützen. Anderswo ist zu lesen, der zweite Wahlgang werde Nichtwähler motivieren, ihre Stimme abzugeben. Jeder wüsste, worum es geht: Keßler oder Eisold. Das werde dem Kandidaten des Bürgerforums helfen. 

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Große Unsicherheit bei bisherigen Prognosen

Wie ordnen die Parteien den Wahlausgang am Sonntag ein? Franziska Martin, Fraktionsvorsitzende des Bürgerforums 1990, freut sich, dass ihr Kandidat die meisten Stimmen geholt hat. „Wir haben gehofft, dass es so kommt und auch viel dafür gearbeitet. Sicher sein konnten wir uns aber natürlich nicht“, sagt sie. 

Die Prognosen, die sie bei vielen Gesprächen im Vorfeld gehört habe, seien ganz unterschiedlich ausgefallen. „Mal lagen wir vorn, mal der CDU-Kandidat. Auch ein Sieg von Detlef Oelsner wurde prophezeit. Das zeigt, dass die Unsicherheit auch bei vielen Arnsdorfern groß war. Jetzt aber haben die meisten Arnsdorfer unseren Kandidaten auf dem Stimmzettel angekreuzt, ein großer Erfolg.“ 

Den führt sie auf die gute Arbeit von Ilko Keßler und dem Bürgerforum zurück. „Wir haben die Arnsdorfer bei vielen Gesprächen über unsere Positionen informiert. Das hat unseren Kandidaten bei den Arnsdorfern bekannt gemacht. Offenbar hat er auch mit seiner Einsatzfreude und seiner lokalpolitischen Kompetenz überzeugt.“

Sie weiß, dass ein Sieg am 11. Oktober alles andere als sicher ist. „Ja, es ist möglich, dass einige AfD-Wähler in drei Wochen ihre Stimme der CDU geben. Ich hoffe aber auch, dass wir weitere Arnsdorfer überzeugen können, unseren Kandidaten zu wählen.“ Für sie fällt die Wahlbeteiligung mit 67 Prozent vergleichsweise niedrig aus. „Ein Drittel der Arnsdorfer Wahlberechtigten ist zu Hause geblieben. Die Bürgermeisterwahl ist eine Personenwahl. Jeder weiß, wer als Kandidat antritt. Da hätte ich eine höhere Beteiligung vermutet.“ 

Am Dienstagabend wollen sich Bürgerforum 1990 und Kandidat zusammensetzen und über die nächsten Schritte bis zur Wahl abstimmen. Der Fraktionschef der CDU im Arnsdorfer Gemeinderat Volker Winter will zur Wahl keine Aussagen machen. „Als stellvertretender Bürgermeister werde ich mich neutral verhalten bis der neue Bürgermeister im Amt ist“, sagte er.

CDU sieht großen Vertrauensbeweis

Der CDU-Kreisgeschäftsführer Philipp Wersch sieht im Abstimmungsergebnis einen großen Vertrauensbeweis für Frank Eisold. „Er ist mit einem klaren Ziel in diese Wahl gegangen, etwas für die Gemeinde zu bewegen. Ohne ihn und die Partner im Landkreis wäre die Oberschule Arnsdorf nicht auf dem Planungsstand, wo sie sich heute befindet. Dieser Vertrauensvorschuss ist nun eine klare Aufgabe, weiter für die Gemeinde zu arbeiten“, sagt er. Mit dieser Motivation werde es in den zweiten Wahlgang gehen, so Philipp Wersch. 

Für den Kreisverband der AfD ist das Abschneiden ihres Kandidaten enttäuschend, sagte Vorstandsmitglied Stephan Wiesner. „Einen so großen Abstand hatten wir nicht erwartet.“ Allerdings habe sich in den vergangenen Wochen ein entsprechender Trend abgezeichnet. „Leider ist es Detlef Oelsner trotz der vollen Unterstützung durch das Team nicht gelungen, seine Ziele und Ideen den Arnsdorfern lebendig rüber zubringen.“ Jetzt werde der bisherige Wahlkampf analysiert und es würden die entsprechenden Schlüsse daraus gezogen, sagte Stephan Wiesner.

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Die drei Kandidaten waren mit ähnlichen Programmen in die Bürgermeisterwahl gestartet: Die Oberschule in die Gemeinde holen, die Finanzen Arnsdorfs sanieren, das Freibad auf sichere Beine stellen und für den Radweg zwischen Wallroda und Arnsdorf eintreten. Frank Eisold setzte insbesondere auf eine enge Zusammenarbeit mit Landkreis und Freistaat, die deren Führungsspitze bekanntlich ebenfalls der CDU angehören. Ilko Keßler verwies zusätzlich auf seine Erfahrungen als Fraktionschef der SPD im Großharthauer Gemeinderat, und Detlef Oelsner auch auf seine Erfahrungen aus vielen Jahren in der Kommunalpolitik. Derzeit ist er Fraktionsvorsitzender der AfD im Arnsdorfer Gemeinderat. Bei der Wahl am Sonntag entfielen auf Ilko Keßler 920 Stimmen (37,0 Prozent), auf Frank Eisold 894 Stimmen (35,9 Prozent) und auf Detlef Oelsner 674 Stimmen (27,1 Prozent). Insgesamt gaben 2.540 Arnsdorfer ihr Votum ab. Davon waren 2.488 Stimmen gültig.

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