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Corona: Todesfall in Ottendorfer Pflegeheim

In der Einrichtung gibt es jetzt weitere Tests. Das Altenheim in Radeberg ordnet strengere Besuchsregeln an.

Im Pflegeheim in Ottendorf-Okrilla waren 16 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Jetzt ist einer von ihnen gestorben.
Im Pflegeheim in Ottendorf-Okrilla waren 16 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Jetzt ist einer von ihnen gestorben. © Marion Doering

Ottendorf-Okrilla. Im Frühjahr traf es das Alten- und Pflegeheim Radeberg, jetzt gibt es einen Corona-Ausbruch in einem Heim in Ottendorf-Okrilla. Vergangene Woche waren in der Einrichtung der Diakonie Dresden 16 Bewohner positiv auf das Virus getestet worden. Außerdem wurde Covid-19 bei zwei Mitarbeitern festgestellt. 

Jetzt ist in der Einrichtung ein Bewohner verstorben, bei dem zuvor auch das Virus diagnostiziert worden ist, sagt Thomas Slesazeck, Geschäftsführer der Diakonie Dresden. Offen bleibt, in welchem Maß die Corona-Infektion die Ursache für den Tod war. 

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Nach Angaben des Geschäftsführers werden in den nächsten Tagen bei Bewohnern und Mitarbeitern weitere Tests erfolgen. „Auch mit unseren Vorkehrungen müssen wir wie andere Einrichtungen weiterhin abwarten, wie sich die Zahl der Infizierten entwickelt. Die Lage wird von uns sehr genau beobachtet. Wir arbeiten eng mit den Gesundheitsbehörden zusammen und werden je nach Bedarf entsprechend reagieren. Für den umsichtigen Einsatz der Mitarbeitenden vor Ort sind wir sehr dankbar“, sagt Slesazeck. 

Verkürzte Besuchszeit im Radeberger Heim

Um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, ist das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes im Heim generell Pflicht. Es gilt ein Betretungsverbot. Es wurde zunächst für zwei Wochen angeordnet, kann aber auch verlängert werden. 70 Frauen und Männer leben in dem Altenpflegeheim in Ottendorf. Sie werden von 42 Mitarbeitern betreut. 

Auch das Alten- und Pflegeheim in Radeberg hat weitere Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Um Bewohner und Mitarbeiter vor einer Ansteckung zu schützen, können Verwandte und Freunde die Bewohner nur noch eine Viertelstunde lang besuchen. Bisher galt eine Besuchszeit von einer halben Stunde.

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„Wir brauchen die zusätzlichen 15 Minuten, um Tische, Stühle, Geländer und Türklinken zu desinfizieren“, sagt Heimleiterin Carolin Proske. Die Treffen finden ausschließlich im Speisesaal statt. „Dort haben wir den Platz, um die Tische im vorgeschriebenen Abstand aufzustellen“, sagt sie. 

Zugelassen ist nur ein Besucher pro Bewohner, bisher waren es zwei. Auf den Tischen wurden Plexiglasscheiben aufgestellt. So können sich Bewohner und Besucher ohne Mund-Nasen-Schutz unterhalten. Treffen vor dem Heim sind zeitlich nicht eingeschränkt. „Gerade bei dem schönen Wetter am Wochenende haben das viele für einem Spaziergang genutzt“, sagt die Heimleiterin. 

Desinfektionsmittel: „Diesmal haben wir vorgesorgt."

Ein Problem im Frühjahr waren in der Radeberger Einrichtung fehlende Schutzkleidung und fehlendes Desinfektionsmittel. „Diesmal haben wir vorgesorgt. Vor dem Anstieg der Infektionszahlen haben wir noch einmal das Lager aufgefüllt. Jetzt sind Schutzhandschuhe oder Mund-Nasen-Masken ausreichend vorhanden.“

Kurz vor Ostern waren erste Fälle von Corona-Infektionen im Radeberger Alten- und Pflegeheim bekanntgeworden. Mehrere Stationen mussten unter Quarantäne gestellt werden. Die Bewohner durften ihre Zimmer über Wochen nicht verlassen. Mehrere Infizierte starben. Auch Pflegekräfte hatten sich mit dem Virus angesteckt. Besuche waren in dem Heim streng verboten. Das Radeberger Pflegeheim war die am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Einrichtung im Kreis.

Zahl der Corona-Fälle steigt weiter

Inzwischen hat sich im Landkreis Bautzen die Zahl der Neuinfektionen weiter erhöht. Nach Angaben des Landratsamtes wurden am Montag insgesamt 15 neue Corona-Fälle registriert. Am Wochenende hatte das Gesundheitsamt bereits 154 neue Infektionen gemeldet. Von den 523 aktuell Infizierten werden derzeit zwölf Patienten in einer Klinik behandelt. Damit wurden in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner 119 Neuinfektionen gezählt. Ab einem Wert von 50 gelten verschärfte Schutzregeln. 

So müssen an allen öffentlichen Orten, an denen Menschen dichter und länger zusammenkommen, Mund-Nasen-Bedeckungen getragen werden. Auch bei Versammlungen muss Mundschutz getragen werden, ebenso in Geschäften und Einkaufszentren, in Bussen, Bahnen, Museen, Hotels, Kirchen und an Orten der öffentlichen Verwaltung. In Cafés und Restaurants müssen Gäste Masken tragen, bis sie ihren Sitzplatz eingenommen haben. 

Feiern sind im Kreis Bautzen ausschließlich im Familien- und Freundeskreis von bis zu zehn Leuten erlaubt. Die Gastronomie, Hotels, Betriebe, Hochschulen, Aus- und Fortbildungseinrichtungen und alle, die im öffentlichen Raum Veranstaltungen organisieren, müssen Kontaktdaten notieren. Von 22 bis 5 Uhr gilt eine Sperrstunde im Kreis. In dieser Zeit müssen Gaststätten geschlossen sein. Und es darf kein Alkohol verkauft werden.

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