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Warntag mit Pannen

Im Rödertal waren offenbar einige Sirenen nicht zu hören. Probleme gab es auch bei Handy-Apps.

Moderne Signalanlagen sind an mehreren Orten in Radeberg installiert. Insgesamt gibt es 14 Sirenen in der Stadt.
Moderne Signalanlagen sind an mehreren Orten in Radeberg installiert. Insgesamt gibt es 14 Sirenen in der Stadt. © SZ/Brühl (Symbolbild)

Radeberg. Punkt elf Uhr sprangen am Donnerstag die Sirenen in Radeberg und den umliegenden Orten an. Erst ein Dauerton, dann eine an- und abschwellende Tonfolge.Die Kommunen nahmen damit am bundesweiten Warntag teil. In ganz Deutschland heulten in dem Moment tausende Sirenen. Auf Warn-Apps sollten Probemeldungen zu lesen sein, Radiosender sollten kurz ihr Programm unterbrechen. Nach Angaben von Elisa George, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, wurden allein in Radeberg und seinen Ortsteilen 14 Sirenen ausgelöst. „Das Signal dazu hat die Rettungsleitstelle in Hoyerswerda gegeben. Wir als Stadt hatten damit nichts zu tun“, sagte sie.

In der Innenstadt von Radeberg war die Sirene auf dem Rathaus offenbar gut wahrzunehmen. „Ja, wir haben das gehört. Aber das war ja schnell vorbei und wir wussten ja aus den Medien, dass diese Aktion stattfindet“, sagt Susanne Mütze, Inhaberin des gleichnamigen Optikergeschäfts an der Hauptstraße unweit des Rathauses. Nein, größeres Aufsehen das das nicht ausgelöst. „Sogar unser Hund ist ruhig geblieben“, sagt sie. Anderswo gab es offenbar Probleme.

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 Auf Facebook meldeten sich im Laufe des Tages zunehmend kritische Stimmen zu Wort. „Was war dass denn für ein Warntag? Ein Witz; wäre das Radio nicht, hätte ich es gar nicht gehört“, schreibt eine Facebook-Nutzerin in der Gruppe „Leben in Ottendorf-Okrilla“. Ein Nutzer der Gruppe „Große Kreisstadt Radeberg“ teilt mit: „Die Sirenen müssen lauter gestellt werden, meine älteren Leutchen haben kaum etwas gehört.“ Vor allem funktionierten die Warn-Apps offenbar nicht. „Hat bei euch die Nina App funktioniert am heutigen Probealarm Tag? Also bei mir nicht“, schreibt ein Radeberger auf Facebook. „Ich hab Nina und Ketwarn, beide still...“, so der Post eines weiteren Nutzers. „Ich habe auch Nina und alles ruhig“, beklagt sich eine Frau. „Also Nina hat nichts gesagt, einmal Sirene und gut war..., hatte gelesen mit mehreren Signalen und Durchsagen und Apps usw... Haustiere einsperren und sowas alles...die Menschen sollen sensibilisiert werden...sorry aber für mich war das ein Schuss in den Ofen“, ist das enttäuschte Resumee eines weiteren Users. 

Die Rettungsleitstelle hat nach Angaben von Petrick Lutz keine Informationen, welche Sirenen wirklich angesprungen sind und wo es eventuell Probleme gab. Er wisse aber, dass es Komplikationen bei der Informationsverbreitung über verschiedene Warn-Apps gab. Diese meldeten die Krisensituation rund 30 Minuten zu spät. „Viele erhielten nur die Abschlussmeldung“, sagte Lutz. Wie verschiedene Medien berichten, könnte dies an einer Überlastung des Systems gelegen haben. 

Radeberger Feuerwehrchef: Probleme melden

Für den Radeberger Feuerwehrchef Frank Höhme war das Ereignis dennoch enorm wichtig. „Die meisten kennen diesen Ton ja kaum noch. Dabei kann es jederzeit vorkommen, dass eine Havarie, ein großer Brand oder eine Umweltkatastrophe eintritt. Da sollte jeder wissen, was die einzelnen Tonfolgen bedeuten und sich dann auch richtig verhalten.“Es sei richtig gewesen, dass die Stadt Radeberg in den vergangenen Jahren in moderne Sirenenanlagen investiert hat. „Es wurde analysiert, an welchen Punkten die Anlagen installiert werden müssen, dann wurden neue Signalhörner errichtet, beispielsweise auf dem Radeberger Rathaus. Sie haben vielerorts die bekannten runden Anlagen abgelöst.“ Die Stadt hatte dazu eine große Summe investiert. 

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Er ruft auch alle Radeberger auf, die um 11 Uhr keinen Warnton gehört haben, das der Stadtverwaltung mitzuteilen. „Es ist wichtig, dass die Sirenen überall in ausreichender Lautstärke zu hören sind. Sollte das nicht so sein, muss nachgebessert werden“, sagte der Feuerwehrchef. Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat inzwischen eingeräumt, dass die bundesweite Warnmeldung nur verspätet verbreitet werden konnte. Dem Bundesamt zufolge war die zeitgleiche Auslösung einer Vielzahl Warnmeldungen Grund für die Probleme. Offenbar war zuvor besprochen worden, dass die Auslösung der Warnmeldung zentral durch den Bund erfolgt, nicht durch andere Beteiligte. Das BKK sieht dennoch einen Nutzen: „Dieses Phänomen liefert wichtige Erkenntnisse für den Ausbau des Warnsystem Mowas und die weitere Abstimmung zwischen den Stellen in Bund und Ländern und wird in der weiteren Entwicklung von MoWaS berücksichtigt“, so das Bundesamt. (mit SZ/fsp, dpa)

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