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Endlich wieder ein Augenarzt in Ottendorf?

An der Dresdner Straße wird eine Praxis öffnen. Das ist aber nur eine Interimslösung.

Für eine Behandlung beim Augenarzt müssen Patienten aus Ottendorf und Umgebung weite Wege in Kauf nehmen. Das soll sich im nächsten Jahr ändern.
Für eine Behandlung beim Augenarzt müssen Patienten aus Ottendorf und Umgebung weite Wege in Kauf nehmen. Das soll sich im nächsten Jahr ändern. © dpa

Ottendorf-Okrilla. Beim Familienkompass, einer Befragung zur Familienfreundlichkeit von Sächsischer Zeitung, Freier Presse, Leipziger Volkszeitung und der Evangelischen Hochschule Dresden, waren sich die meisten Teilnehmer einig. 

Es könnte mehr Fachärzte geben. In Ottendorf gaben 66 Prozent der Befragten an, dass das Angebot nicht ausreicht. Nur 13 Prozent sagen, dass genügend vorhanden sind.

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Jetzt könnte sich das zumindest in einem Fachbereich ändern: In Ottendorf will sich ein Augenarzt niederlassen. Betreiber der Praxis ist das AugenCentrum Dresden MVZ, welches mit seinen aktuell sechs Standorten in und um Dresden, in Ottendort-Okrilla einen neuen Standort eröffnen will. 

„Wir wollen hier vorerst eine rein konservative Sprechstunde an fünf Tagen in der Woche anbieten. Perspektivisch wollen wir aber auch an diesem Standort intravitreale Injektionen durchführen.“, sagt Prof. Dr. Andreas Böhm, der neben Fr. Dr. Anne Lux einer der beiden Inhaber des AugenCentrum Dresden MVZ ist. 

Bei einer intravitrealen Injektion werden Antikörper in den Augapfel gespritzt. Damit wird die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) behandelt.

Seit Jahren kein Augenarzt in Ottendorf

Aufmerksam geworden ist das AugenCentrum durch eine öffentliche Ausschreibung der Kassenärztlichen Vereinigung. „Um eine bedarfsgerechte ärztliche Versorgung zu gewährleisten, erstellt die Kassenärztliche Vereinigung in regelmäßigen Abständen einen Bedarfsplan. Nach diesem Bedarfsplan werden bei drohender Unterversorgung neue KV-Sitze in die öffentliche Ausschreibung gegeben, wie hier im Planungsbereich Kamenz/Hoyerswerda, auf die man sich bewerben kann“, sagt Robin Lenke, der als Praxismanager im AugenCentrum Dresden tätig ist. 

Als Standort innerhalb des Gebietes habe man schließlich Ottendorf-Okrilla ausgewählt. In der Gemeinde mit seinen rund 10.000 Einwohnern gibt es seit Jahren keinen Augenarzt. „Nach einer Anfrage bei der Gemeindeverwaltung war die Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Räumen groß. Das ehemalige Ärztehaus an der Dresdner Straße ist durch die vorhandene Infrastruktur für uns gut geeignet.“

Nach dem aktuellen Bedarfsplan der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) beträgt der Versorgungsgrad bei den Augenärzten für das Gebiet Kamenz Hoyerswerda 94,5 Prozent. Die Großgemeinde Ottendorf-Okrilla gehört in dieses Gebiet. 

Im Jahr 2018 betrug der Versorgungsgrad noch 118 Prozent. Mit dem neuen Augenarzt in Ottendorf-Okrilla dürfte sich die Quote im Planungsgebiet wieder etwas verbessern. Derzeit sind in dem Bereich fünf niedergelassene und 5,5 angestellte Augenärzte tätig.

Eröffnung spätestens im April geplant

Wann die Praxis aber genau ihre Türen öffnet, ist noch unklar. „Wir hoffen, die Praxis zu Beginn des zweiten Quartals 2021, also spätestens im April, eröffnen zu können. Patienten können sich Anfang nächsten Jahres für einen Termin bei uns melden.“, sagt Robin Lenke. 

Der Standort im ehemaligen Ärztehaus soll allerdings nur eine Interimslösung sein. „Wenn das geplante Ärztehaus auf dem Gelände des ehemaligen Presswerkes an der B 97 in Ottendorf errichtet ist, dann soll der Umzug dorthin erfolgen.“

Ein Investor aus Leipzig, die Firma KMT, hatte das gesamte Presswerk-Areal erworben. Auf dem rund 30.000 Quadratmeter großen Gelände wird zunächst ein Supermarkt entstehen. 

Ein entsprechender Vertrag mit dem Anbieter Rewe ist bereits abgeschlossen. Außerdem ist die Ansiedelung eines Drogeriemarktes vorgesehen. An der Stelle ist auch der Bau des Ärztehauses geplant. Mit den Arbeiten am ehemaligen Presswerk soll bereits in wenigen Monaten begonnen werden. 

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Bis März nächsten Jahres werden alle wildgewachsenen Bäume und Sträucher auf dem Gelände beseitigt sein. Ab Mitte 2021 soll dann der Abriss beginnen. Wenn es nach den Vorstellungen der Investoren geht, können die Ottendorfer ab 2022 in dem Supermarkt einkaufen gehen.

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