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Keramik-Kühe begeistern Ottendorfer

Im Ortsteil Grünberg kann sich jeder auf die Suche nach den ungewöhnlichen Tieren begeben. Sie sollen Besuchern wie Anwohnern Glück bringen.

Vor der Kirche ist die Kuh natürlich wie ein Pfarrer angezogen. Das Kreuz darf nicht fehlen.
Vor der Kirche ist die Kuh natürlich wie ein Pfarrer angezogen. Das Kreuz darf nicht fehlen. © René Meinig

Ottendorf-Okrilla. In den vergangenen Wochen zog es mehr Ausflügler als sonst in dieser Jahreszeit in den beschaulich wirkenden Ottendorfer Ortsteil Grünberg. Aus einem ganz besonderen Grund steuern mittlerweile zahlreiche Wanderer den unweit des Seifersdorfer Tals gelegenen Ort an. Sieht man in diesen Tagen Menschen, die die Straßen des Ortsteils mit suchenden Blicken durchstreifen. Weil es sich unter den hiesigen Outdoor-Freunden offenbar herumgesprochen hat, dass es hier was zu entdecken gibt.

Und wenn dann gefunden, was gesucht wurde, ist häufig Gelächter zu hören, sieht man vielfach lächelnde Gesichter. Irgendwie verständlich. Sind ja recht putzig anzusehen, diese Kühe, die in Grünberg herumstehen. Allerdings sind es keine leibhaftigen Weidetiere. Vielmehr sind die pflegeleichten Exemplare, die die Ausflügler anlocken, aus Keramik und kommen, nun ja, obendrein etwas zwergig daher. Knapp 30 Zentimeter sind die schwarzbunten Kühlein groß, stehen verstreut im Ort herum. Etwa vor der Feuerwehr, an der Kirche, am Anglerheim oder bei der Bäckerei Böhme. Als Fotomotive müssen diese Mini-Kühe nun oft herhalten. Sei nett anzuschauen, wenn die Kundschaft vor dem Einkauf erst mal nach der Keramik-Kuh vor dem Laden Ausschau halte, erzählt eine Mitarbeiterin der Böhm'schen Bäckerei. Und, dass es eine „prima Idee“ gewesen sei, diese Kühe zu kreieren.

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Künstler ist anonym

Ob der Künstler auch ans touristische Wohl seiner Gemeinde dachte? Möglich wäre es. Auf jeden Fall lockt diese Aktion etliche Menschen an. Wer in Grünberg eine Keramik-Kuh sucht, der entdeckt im Übrigen auch bisher noch nicht entdeckte Ecken im Ottendorfer Ortsteil. Der Künstler ist im Ort bekannt, lebt auch dort. Aber er wolle sicher nicht erwähnt werden, meint die Bäckerei-Verkäuferin. Schade. Aber vermutlich fürchtet dieser kreative Kopf, dass bei Veröffentlichung seines Namens Akkordarbeit angesagt ist, er Keramik-Kühe en masse produzieren muss. Wäre sicher nicht gut. Fließbandarbeit hemmt nun mal das schöpferische Potenzial eines Menschen. Auf jeden Fall sind dem lokalen Keramikgenie sehenswerte Tierchen gelungen.

Der Schöpfer hatte sich bei seiner Idee an den weltbekannten Breslauer Bronzezwergen orientiert. Wer die schlesische Metropole schon mal besucht hat, dem dürften beim Stadtrundgang die knapp 30 Zentimeter großen Zwerge aufgefallen sein, die Besuchern wie Anwohnern Glück bringen sollen. Zwölf Keramik-Kühe stehen derzeit in Grünberg. Mancher der Bewohner wünschte sich vielleicht, dass noch mehr aufgestellt werden. Schließlich macht so ein Kunstwerk vorm eigenen Haus echt was her. Mal schauen. Alles hängt vom Willen und der Schaffenskraft des Grünberger Künstlers ab. Fest steht auf jeden Fall: Keramik-Kühe als Glücksbringer zu vermarkten, ist was Neues, was Besonderes. Und wer weiß, vielleicht spricht sich das herum, dass das Glück nicht auf den Grünberger Weiden, sondern im Ort zu finden ist. Man muss nur danach suchen.

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