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Deutsche Post baut neuen Zustellstützpunkt in Ottendorf

Im Gewerbegebiet soll ein moderner Logistikstandort für den Brief- und Paketversand entstehen. Wie er aussehen und was ihn nachhaltig machen soll.

Von Rainer Könen
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Auf der Baustelle für das neue DHL-Zentrum in Ottendorf-Okrilla war am Dienstag Grundsteinlegung.
Auf der Baustelle für das neue DHL-Zentrum in Ottendorf-Okrilla war am Dienstag Grundsteinlegung. © Sven Ellger

Ottendorf-Okrilla. Bei Grundsteinlegungen haben Bauherren, das ist so Tradition, immer auch die Nachwelt im Blick. Das sieht man daran, dass bei diesen Veranstaltungen häufig sogenannte Zeitkapseln verbuddelt werden, die man mit Dingen des Alltags, oft mit Fotos oder Tageszeitungen, füllt. In der stillen Hoffnung, dass diese dann einmal, wenn sie in ferner Zeit zufälligerweise entdeckt werden sollten, dem Finder Hinweise geben, was sich an dieser Stelle einmal befunden hat, in welcher Zeit das Gebäude entstand.

Also hatte die Deutsche Post DHL Group, die in den kommenden Monaten im Ottendorfer Gewerbepark auf einer Fläche von etwa 10.000 Quadratmetern einen neuen Zustellstützpunkt errichten wird, aus diesem Anlass auch Ottendorfs Bürgermeister Rico Pfeiffer eingeladen. Der fand, dass eine Urkunde mit persönlicher Widmung sicher auch für die Menschen späterer Zeitalter aufschlussreich sein könne. Am liebsten hätte er der Nachwelt noch florale Grüße übermittelt, aber ein Blumenstrauß passt nun mal nicht in die Kapsel, ergo überreichte er diesen an Marion Oppermann, die regionale Postchefin. Gefüllt wurde die Zeitkapsel noch mit dem örtlichen Amtsblatt, dann wurde diese im Erdreich versenkt.

Nach getaner Spatenstich-Arbeit wies Bürgermeister Pfeiffer darauf hin, dass die Deutsche Post DHL Group eine der größten Arbeitgeber in der Region sei. Ein Arbeitgeber, der sich aktiv um den Klimaschutz bemühe.

So wird auf dem Areal ein rund 1.500 Quadratmeter großes Logistikgebäude entstehen, das neben einem nachhaltigen Heizungssystem auch mit einer Fotovoltaikanlage ausgerüstet wird, die einen Großteil der Energie für den täglichen Betrieb erzeugen soll. Zusätzlich benötigte Energie wird ausschließlich als Ökostrom aus nachhaltigen Quellen bezogen.

"Grüne Technologien"

Auch die Infrastruktur für elektrisch betriebene Zustellfahrzeuge wird mitentwickelt. Ein weiteres Plus: Der neue Stützpunkt hat mehr Platz und Lagerkapazitäten, bietet den Mitarbeitern bessere Arbeitsbedingungen in modern eingerichteten Räumlichkeiten. Bis Ende 2022 sollen bundesweit 160 neue Zustellpunkte fertiggestellt werden, bis 2025 insgesamt 280. Zehn Prozent aller Zustellstützpunkte von Post und DHL wären dann CO2-neutrale, smarte, energiesparende, mit erneuerbarer Energie versorgte Gebäude, die auch ihren eigenen Strom produzieren.

Postleiterin Marion Oppermann betonte, das man mit dem neuen Logistikstandort in Ottendorf-Okrilla „die besten Voraussetzungen für ein modernes Arbeitsplatzumfeld“ habe, nicht zuletzt auch, weil „wir hier grüne Technologien einsetzen“. Auf dem Firmenareal wird auch eine E-Tankstelle eingerichtet, für die zahlreichen Elektromobile des Unternehmens.

Ebenfalls geplant ist ein kleiner Parkplatz für die E-Bikes der Mitarbeiter. Wer es bisher noch nicht wusste: Deutsche Post und DHL gehören zu den größten E-Flottenbetreibern Europas. Und die Flotte soll weiter wachsen. Anfang 2021 waren knapp 14.000 Elektrofahrzeuge in Betrieb, 2022 sollen es 21.500 werden und bis 2025 gar 37.000. So wird die Zustellung deutlich klimafreundlicher: Denn pro Fahrzeug werden so im Schnitt mehr als vier Tonnen CO2 eingespart oder 1.200 Liter Dieselbenzin pro Jahr.

Am neuen Logistikgebäude in Ottendorf-Okrilla zeigt die Deutsche Post DHL Group wie sie auf die veränderten logistischen Herausforderungen reagieren.

Hinzu kommt, dass der grüne Logistikstandort die Anforderungen des Konzerns, alle neuen Gebäude klimaneutral zu gestalten, fast perfekt erfüllt. Fertigstellung des neuen Zustellstützpunktes in der Geldroper Straße 19 soll im Frühjahr 2022 sein, dann wird dort der Betrieb aufgenommen. Rund 50 Mitarbeiter werden von den Standorten in Dresden und Königsbrück in das neue Gebäude umziehen. Insgesamt 25 Zustellbezirke, darunter neben Ottendorf-Okrilla auch Radeburg, Großnaundorf, Schwepnitz und Königsbrück, sollen dann täglich vom Ottendorfer Logistikstandort mit Brief- und Paketpost versorgt werden.