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Erster Krankenhaus-Neubau seit 108 Jahren

Das Arnsdorfer Krankenhaus wurde um ein Gebäude erweitert. Dort ist jetzt die Erwachsenenpsychiatrie untergebracht.

Der Verwaltungsleiter des Landeskrankenhauses Arnsdorf, Matthias Grimm, vor dem Neubau. 23 Millionen Euro hat der Freistaat investiert.
Der Verwaltungsleiter des Landeskrankenhauses Arnsdorf, Matthias Grimm, vor dem Neubau. 23 Millionen Euro hat der Freistaat investiert. © Marion Doering

Arnsdorf. Matthias Grimm findet, dass dieses neue Haus auf dem Klinikgelände des Sächsischen Krankenhaus Arnsdorf (SKH Sachsen) bestens zum Gebäudekomplex der Klinik passt. Der dreistöckige Neubau in Form einer Acht, so der Verwaltungsdirektor dieser Einrichtung, füge sich in seiner „klaren und puristischen Bauweise“ doch geradezu ideal in die denkmalgeschützten Jugendstilbauten des Krankenhauses ein. Anfang November dieses Jahres bezogen die stationären Patienten der Erwachsenenpsychiatrie das neue Klinikgebäude. 

Grimm weist darauf hin, dass der Neubau auch eine Art Premiere darstelle: Denn erstmals seit Gründung der Klinik vor 108 Jahren wurde nun auf dem Areal des Arnsdorfer Krankenhauses ein weiteres Haus eröffnet. Pandemiebedingt konnte diese Einweihung allerdings nicht im ganz großen feierlichen Rahmen gefeiert werden. 

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Was jedoch die Stimmung bei den Projekt-Mitarbeitern keinesfalls trübte. Mit dem „neuen Zuhause für unsere Erwachsenenpsychiatrie“, so Grimm weiter, mache man im Übrigen auch einen großen Entwicklungsschritt im Arnsdorfer Krankenhaus, so der Verwaltungsdirektor. Einer, der längst überfällig gewesen sei, wie er weiter betont. Das Gebäude wurde in der Zeit von 2015 bis 2020 errichtet. Bauherr ist der Freistaat, der in dieses Projekt 23 Millionen Euro investierte. 

Mit seiner Kapazität von 110 Betten, 31 Zweibett- und 48 Einzelzimmer, beherbergt der Neubau den Großteil der insgesamt 185 Betten im Bereich der Erwachsenenpsychiatrie des SKH Arnsdorf. Fünf Stationen der Allgemein- und Akutpsychiatrie sind dort untergebracht, eine davon ist als Abteilungs- und Aufnahmestation konzipiert. Hier sorgen ein Kriseninterventionsraum und besondere Suizidschutzmaßnahmen dafür, dass Patienten weder sich noch andere gefährden können. Die besondere Herausforderung bei diesem Bauprojekt, darauf weist Grimm ebenfalls hin, sei es gewesen, den Neubau in das historisch-gewachsene Gebäudeensemble zu integrieren. 

Der Neubau des Krankenhauses Arnsdorf aus der Vogelperspektive. In fast 80 Zimmern sind die Patienten hier untergebracht.
Der Neubau des Krankenhauses Arnsdorf aus der Vogelperspektive. In fast 80 Zimmern sind die Patienten hier untergebracht. © Krankenhaus Arnsdorf

Grimm weiter: „Ich finde, wir haben da die Auflagen des Denkmalschutzes gut umsetzen können.“ Bei der Planung galt für die Architekten auch, die besonderen therapeutischen Ansprüche einer Erwachsenpsychiatrie mit einzubeziehen. Was gelungen ist. So bieten begrünte und mit Wegen und Sitzmöglichkeiten ausgestattete Lichthöfe den Patienten einen geschützten Aufenthalt im Freien. Auf allen Stationen öffnen sich die großzügigen Gemeinschafts- und Speiseräume zu überdachten Loggien, auf denen die gemeinsamen Mahlzeiten bei schönem Wetter auch an der frischen Luft eingenommen werden können. Ebenfalls wichtig: Das Areal um das neue Gebäude bietet den Patienten etliche Sport- und Freizeitmöglichkeiten, darunter auch einen Barfußpfad.

15.000 Patienten im Jahr

Das SKH Arnsdorf ist das größte der vier sächsischen Krankenhäuser mit Spezialisierung auf psychische und neurologische Erkrankungen. Träger ist der Freistaat. Vier Fachkliniken mit stationären Behandlungsmöglichkeiten für insgesamt 416 Patienten, fünf Tageskliniken, sechs Ambulanzen und drei Medizinische Versorgungszentren ermöglichen die umfassende Behandlung im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie für Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche, der Neurologie und neurologischen Intensivmedizin und der forensischen Psychiatrie. 

Jährlich werden hier rund 15.000 Patienten von 780 Mitarbeitern behandelt und versorgt. Ein neues Rechenzentrum wurde ebenfalls für das neue Gebäude aufgebaut, dort steht auch ein Patienten-WLAN zur Verfügung. Verwaltungsdirektor Matthias Grimm ist der festen Überzeugung, dass dieser freundlich-gestaltete Klinikneubau samt seines einladenden Umfeldes sicher „einen wesentlichen Einfluss auf die Genesung der Patienten haben wird“.

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