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Radeberger Gymnasiasten lernen in Schulcontainern

An der Röderstraße in der Radeberger Innenstadt wurden vier zusätzliche Klassenräume geschaffen. Der Bedarf ist noch größer, denn die Schule ist beliebt.

Für die Schüler des Humboldt-Gymnasiums Radeberg wurden mehrere Container aufgestellt. Nach den Herbstferien sollen sie nutzbar sein.
Für die Schüler des Humboldt-Gymnasiums Radeberg wurden mehrere Container aufgestellt. Nach den Herbstferien sollen sie nutzbar sein. © Marion Doering

Radeberg. Noch verhindern Bauzäune den Zutritt, aber schon in wenigen Wochen sollen die neuen Container an der Röderstraße in Radeberg von den Schülern genutzt werden. „Wir rechnen damit, dass nach den Herbstferien dort Unterricht stattfinden kann“, sagt Andreas Känner, Direktor des Humboldt-Gymnasiums. Ursprünglich sollten sie schon mit Beginn des Schuljahres in Betrieb genommen werden, doch die Aufstellung verzögerte sich immer wieder. 

Jetzt steht das kleine eingeschossige Containerdorf. In mehreren Modulen werden vier Klassenzimmer untergebracht plus Sanitäranlagen plus einem Lehrerzimmer. Der Hauptzugang erfolgt von der Dr.-Albert-Dietze-Straße aus. Geplant ist eine Nutzung für zwei Jahre. 

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Künftig sollen hier rund 100 Schüler lernen. „Es werden Fächer unterrichtet, die keine Fachkabinette erfordern. Physik- oder Chemieunterricht wird es hier nicht geben. Die Räume sind für Klassen gedacht, die anschließend Sportunterricht haben oder von dort zurückkehren. Die Turnhalle ist ja gleich nebenan“, sagt der Direktor. „Wir sind sehr dankbar über die vier zusätzlichen Klassenzimmer. Das Problem der fehlenden Kapazitäten muss aber dauerhaft gelöst werden.“ 

Nach seinen Angaben ist ein Anbau an die Dachterrasse geplant. Dort sollen fünf Unterrichtsräume entstehen, darunter Fachkabinette. „Läuft alles nach Plan, dann sind diese Räume mit Beginn des nächsten Schuljahres im Sommer 2021 bezugsfertig. Auch das ist eine große Erleichterung.“ 

Zweites Schulhaus wird gebraucht

Langfristig müsse aber ein zweites Haus errichtet werden. Darüber sind sich der Landkreis als Schulbetreiber und die Schule einig. Allerdings ist der Standort noch unklar. „Das Schulamt sucht mit dem Gebäude- und Liegenschaftsamt und mit Unterstützung der Stadtverwaltung Radeberg derzeit Varianten für eine dauerhafte Kapazitätserweiterung am Standort Radeberg", heißt es. 

Das Gymnasium ist bei Eltern und Kindern beliebt. Die Anmeldungen nehmen ständig zu. So waren für das laufende Schuljahr am Humboldt-Gymnasium mehr Schüler angemeldet, als prognostiziert. Die Schülerzahl ist insgesamt von 850 auf knapp 1.000 gestiegen.

Derzeit nutzt das Gymnasium das betagte Schulhaus an der Stadtkirche. Das platzt aus allen Nähten und genügt nicht mehr modernen Anforderungen, beispielsweise gibt es keinen behindertengerechten Zugang. Erst 2000 hat das Humboldt-Gymnasium einen modernen Anbau erhalten. In der Zwischenzeit war damals das Radeberger Gymnasium in die alte Hans-Beimler-Oberschule an der Waldstraße in der Radeberger Südvorstadt ausgelagert gewesen. 

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Um die Anschaffung der Container hatte es Streit gegeben. Die AfD-Fraktion im Kreistag hatte Einwände: Die Vorlage über mehrere Seiten sei zu kurzfristig vorgelegt worden, sie hätte zuvor in den Ausschüssen beraten werden müssen, sagte der Fraktionsvorsitzende Henry Nitzsche. Schließlich ordnete Landrat Michael Harig (CDU) per Eilentscheidung die Ausgaben von 1,6 Millionen Euro an. Das Geld wurde verwendet, um Container für die Gymnasien Radeberg und Großröhrsdorf anzuschaffen.

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