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Neustart mit Hindernissen in Ottendorfs Jugendclub

Marcus Bürgel leitet seit kurzem den Medinger Jugendclub, früher "Spider" genannt. Er hat viel vor, aber auch mit Problemen zu kämpfen.

Marcus Bürgel ist der neue Leiter des Jugendclubs in Medingen.
Marcus Bürgel ist der neue Leiter des Jugendclubs in Medingen. © René Meinig

Ottendorf-Okrilla. In diesen Tagen und Wochen ist Marcus Bürgel in Ottendorf-Okrilla oft „on the road“, auf der Straße unterwegs. Als Streetworker ist er auf einer Art Werbetour und sucht die Orte auf, wo man Ottendorfs Jugend häufig antreffen kann. Einkaufsmärkte, Haltestellen, Parkplätze, Tankstellen. Dort trifft der Sozialpädagoge und gelernte Erzieher die Klientel, der er seinen neuen Arbeitsplatz schmackhaft machen will. Der Grund: Bürgel ist der neue Leiter des Medinger Jugendclubs.

Seit Mai dieses Jahres leitet der 45-Jährige den Jugendtreff, den viele im Ottendorfer Ortsteil noch unter dem Begriff „Spider“ kennen und der einige Zeit geschlossen war. Doch seitdem die Gemeinde die Trägerschaft für diesen Jugendclub übernommen hat, die Einrichtung nun offiziell den Namen der Gemeinde trägt, „wurde hier sozusagen die ,Reset-Taste‘ gedrückt“, wie das Bürgel beschreibt. Mit dem Wechsel der Trägerschaft, der neuen Namensgebung, dem neuen Leiter soll auch vieles anders werden.

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Jugendclub ist noch eine Baustelle

Aufbruchstimmung im Jugendclub, der von Jugendlichen bereits als „Ome (Ohne meine Eltern) Medingen“ bezeichnet wird. Weil sie hier unter sich sind. Der gebürtige Dresdner Bürgel, der zuvor einige Jahre im Kinder- und Jugendhaus „Parkhaus Klotzsche“ arbeitete, hat eine Menge Ideen und Wünsche. Sein größter Wunsch: dass das Haus, in dem der Jugendclub sein Domizil hat, bald bezugsfertig ist. Derzeit seien die Umbauarbeiten noch im Gang, so Bürgel. „Es ist eine Baustelle, wir können noch nicht rein“, erzählt der Jugendclub-Chef.

Seine Hoffnung: Dass die Sanierungsarbeiten vielleicht schon Ende Dezember abgeschlossen sein werden. Und wenn nicht, dass wenigstens ein Raum zur Verfügung steht, in dem sich die Jugendlichen aufhalten können.

Ottendorfs Jugendclub ist einer von mehr als 4.000 Jugendclubs und -heimen, die es in Deutschland gibt. Darüber hinaus gibt es noch einige hundert kulturpädagogische Zentren, pädagogisch betreute Spielplätze und Jugendbildungsstätten. Es sind Treffpunkte, an denen Jugendliche unter sich sein können und sich, so die Vorstellung der Träger, bestenfalls mit diversen Bildungs- und Freizeitprojekten weiterentwickeln sollen.

Jüngst fand im Jugendclub eine „inoffizielle Eröffnung“ statt, wie Bürgel sagt. Auf dem Außengelände feierte man den Neustart. Zielgruppe seien die Zehn- bis 21-Jährigen, so Bürgel weiter. Klar, dass er diese Gelegenheit nutzte, um sie auch schon mal darauf einzustimmen, dass das Angebotsspektrum des Jugendtreffs in der nächsten Zeit noch ein wenig überschaubar bleibt. Derzeit könne er neben Möglichkeiten zum Sporttreiben nur Lagerfeuerromantik anbieten. Aber: „Wenn es noch kälter wird, werde ich selbst das nicht mehr anbieten können“, so Bürgel, der sich mit einigen Minijobbern an den Sanierungsarbeiten beteiligt. Es müsse ja schließlich vorangehen, sagt Bürgel, der in Königsbrück lebt.

Der 45-jährige Erzieher und Sozialpädagoge hat natürlich Vorstellungen, was die Ausstattung der Einrichtung angeht. „Wir wollen auf jeden Fall eine Küche einrichten, damit wir hier gemeinsam kochen können“, sagt Bürgel. Übrigens eine gute Möglichkeit, um mit den Heranwachsenden ins Gespräch zu kommen. Apropos: Ein Ziel des neuen Leiters ist es, wechselnde Angebote zu etablieren. Vom Billardturnier bis zum Bastelkurs sei vieles möglich. Und um den Bewegungsdrang seiner Zielgruppe, der in der Corona-Pandemie recht eingeschränkt war, weiter zu fördern, soll es künftig diverse Sport- und Spielprojekte geben, auch Ferienaktionen.

Wie viele Jugendliche künftig im Jugendclub vorbeischauen werden, hängt davon ab, wie schnell sich der neue Treff bei den Ottendorfer Kids herumsprechen wird. Vorerst wird der Jugendclub-Chef auf seinen Touren durch die Gemeinde weiter für den Club werben, dafür sorgen, dass man weiß, was sich hinter der Adresse „Sportplatz 5“ verbirgt.

Geöffnet hat der Jugendclub Ottendorf-Okrilla derzeit nur mittwochs von 15 bis 18 Uhr. Künftig sollen die Angebote auf möglichst vielen Kanälen nach außen kommuniziert werden. Und auch Sponsoren seien natürlich gerne gesehen. Auch da erhofft sich Bürgel Unterstützung. Kein Zweifel, es weht ein frischer Wind durch den noch unfertigen Jugendclub in Medingen.

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