SZ + Radeberg
Merken

Mehr Platz für Kita-Kinder in Radeberg

In Großerkmannsdorf bekommt das Kinderland einen Anbau. In Radeberg sind weitere Investitionen in die Kinderbetreuung geplant.

Von Thomas Drendel
 3 Min.
Teilen
Folgen
In Radeberg ist die Situation rund um Betreuungsplätze für Kinder angespannt. Jetzt wird in die Kita in Großerkmannsdorf investiert, um die Lage zu entspannen.
In Radeberg ist die Situation rund um Betreuungsplätze für Kinder angespannt. Jetzt wird in die Kita in Großerkmannsdorf investiert, um die Lage zu entspannen. © Symbolfoto: dpa/Waltraud Grubitzsch

Radeberg. In Radeberg sind Betreuungsplätze in den Kitas knapp. Jetzt sorgt die Stadt im Ortsteil Großerkmannsdorf für Entlastung. Hier wird die Kindertagesstätte derzeit mit einer Notzulassung betrieben, da die Zahl der Mädchen und Jungen über der vorgesehenen Kapazität liegt.

An der Kita wird ein Anbau angefügt, der fast eine halbe Million Euro kosten soll. Der Großteil wird von der Stadt bezahlt, knapp ein Drittel sind Fördermittel. Der Stadtrat gab jetzt grünes Licht für das Vorhaben.

In dem Anbau wird ein großer Mehrzweckraum mit einer Fläche von über 60 Quadratmetern untergebracht. Eine große Fensterfront zeigt zum Garten. "Wir freuen uns, dass das Projekt jetzt auf den Weg gebracht wird. Es ist zum Erhalt der Betriebserlaubnis durch das Landesjugendamt dringend notwendig", sagte der Großerkmannsdorfer Ortsvorsteher Dr. Karl-Wilhelm Leege.

Nach seinen Worten hat es in den vergangenen Jahren eine große Nachfrage nach den Betreuungsplätzen gegeben. "Mit dem Anbau sichern wir den Ist-Zustand. Wieweit die Kapazität in der Zukunft reicht, werden wir sehen. Auf dem Kitagrundstück ist kein Platz mehr für eine größere Erweiterung", sagt der Ortsvorsteher.

Neuer Zugang zum Kita-Grundstück geplant

Der jetzt geplante Anbau wird auf einem gepachteten Grundstück errichtet. Während der Bauarbeiten wird es Einschränkungen für die Eltern geben. Beispielsweise wird das Parken auf den gewohnten Stellflächen nicht möglich sein. Allerdings wurden Parkmöglichkeiten auf einem Areal in der Nähe vereinbart. Um den Zugang zum Kita-Grundstück unabhängig von den Bauarbeiten zu gewährleisten, wird ein weiteres Tor eingerichtet.

Um die Situation bei den Betreuungsplätzen in der Stadt zu entspannen, sind weitere Investitionen geplant. So wird in Liegau-Augustusbad der ehemalige Gasthof Silberdiele zu einem Begegnungszentrum umgebaut. Unter anderem wird dort ein Hort für bis zu 112 Kinder eingerichtet. Das entlastet die Kita des Radeberger Ortsteils, wo dann mehr Platz zur Verfügung steht. Allerdings muss Radeberg hier tief in die Tasche greifen.

Ursprünglich sollte der Umbau 2,5 Millionen Euro kosten und 90 Prozent davon aus Fördertöpfen des Freistaates und des Bundes kommen. Jetzt sind zusätzliche Kosten von knapp 1,5 Millionen Euro zu schultern. Nach Angaben der Stadtverwaltung werden sie aus der Finanzreserve der Stadt bezahlt.

Bei der genauen Untersuchung des Gebäudes waren unter anderem krebserregende Stoffe an den Dachbalken festgestellt worden. Auch die Wände entsprachen teilweise nicht aktuellen Brandschutzbestimmungen. Wegen der Platzanforderungen wurde auch ein neuer Dachstuhl erforderlich.

Zusätzlich ist in Radeberg der Neubau einer Kindertagesstätte im Gespräch. Ursprünglich sollten zusätzliche Räume auf dem Gelände der Grundschule Süd entstehen. Bis dort alles fertig ist, dauert es noch einige Zeit. "Wir brauchen die Kitaplätze jedoch früher", sagte der Radeberger OB Gerhard Lemm (SPD). Ein separater Kita-Bau könne schneller errichtet werden.

So werden an der Grundschule Süd wahrscheinlich nur die Hortkinder untergebracht. Für die kleineren Kinder kommt die neue Kita. Der Standort ist noch nicht bekannt, auch muss der Stadtrat dem Vorhaben noch zustimmen.