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Neues Leben in der Radeberger Innenstadt

Anja Mangatter hat am Markt ein Geschäft eröffnet. Andere Läden warten noch auf Nachmieter.

Anja Mangatter (42) hat am Markt in Radeberg ihr Geschäft "Wunderbar" eröffnet. Ein Glücksgriff, sagt sie.
Anja Mangatter (42) hat am Markt in Radeberg ihr Geschäft "Wunderbar" eröffnet. Ein Glücksgriff, sagt sie. © René Meinig

Radeberg. Eine attraktivere Innenstadt, in der jeder länger verweilen möchte, mit Gastronomie und Läden zum Bummeln. Das wünschte sich die übergroße Mehrheit bei der Umfrage der Stadt Radeberg. Ein Laden hat jetzt neu eröffnet. Am unteren Ende des Marktplatzes sind die Schaufenster mit Ornamenten beklebt, darüber wurde ein Schild mit der Aufschrift „Wunderbar“ angebracht.

Anja Mangatter hat hier ihr neues Geschäft eröffnet. „In den vergangenen Wochen sind die Räume umgestaltet worden, ich habe sie eingeräumt, und jetzt geht es los“, sagt sie. Im Geschäft fallen mehrere Schminktische auf, viel Kosmetik ist zu sehen. „Ich biete professionelles Make-up an. Frauen können sich bei mir schminken lassen, vor der Hochzeit, vor einem Geburtstag oder weil einem einfach danach ist“, sagt die ausgebildete Visagistin.

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"Kosmetik-Studios hatten unter Corona sehr zu leiden"

Sie ist mit ihrem Geschäft von Dresden nach Radeberg gezogen. „Wir hatten an der Leipziger Straße große Räume und einen Schulungsraum in einem Gewölbekeller. Dort hat es einen von uns unverschuldeten Wasserschaden gegeben. Leider ist der noch nicht so behoben, wie wir uns das vorstellen“, erzählt Anja Mangatter. Dann kamen noch die Corona-Beschränkungen. „Wir als Kosmetik-Studios hatten besonders darunter zu leiden. Wir waren neben der Gastronomie diejenigen, die am längsten schließen mussten.“ Beides, Corona und der Wasserschaden, waren zu viel. „Es war ein wirklicher Glücksumstand, dass ich diesen Laden hier am Marktplatz in Radeberg entdeckt habe. Das war bei einem Sonntagsspaziergang“, sagt sie.

Mit der Vermieterin wurde sie sich schnell einig. Nach ihren Wünschen wurden die Räume umgestaltet und der Vertrag unterschrieben. „Die Größe ist ideal, ich genieße jetzt den kurzen Arbeitsweg. Von Kleinröhrsdorf, wo ich mit meiner Familie wohne, ist es nur ein Katzensprung.“

Nur von Geschäft zu sprechen ist im Falle des „Wunderbar“ untertrieben. Anja Mangatter will Interessenten beibringen, wie sie sich am besten schminken können. „Ich werde Kurse für kleine Gruppen oder auch für Einzelpersonen geben: Was muss ich beim Tages-Make-up beachten, was beim Abend-Make-up. Haarstyling gehört ebenfalls zu meinem Angebot. Männer sind nicht ausgeschlossen. Sie können sich den Bart in Form bringen lassen.“ Das Geschäft am Radeberger Marktplatz ist dienstags und mittwochs von 10 bis 13 Uhr, donnerstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet, ansonsten Termine nach Vereinbarung.

Große Konkurrenz durch das Silberberg Center

Weitere Läden in der Innenstadt warten hingegen noch auf einen Mieter. So steht das Eckgeschäft Hauptstraße/Berggasse seit einiger Zeit leer. Die Betreiber eines Taschengeschäfts sind in den Ruhestand gegangen. Laut Vermieter Sven Großmann habe es wegen der Corona-Beschränkungen zuletzt nur wenige Anfragen gegeben. Er rechnet damit, dass es jetzt wieder mehr werden. Der Inhaber kann sich die unterschiedlichsten Nutzungen für die 68 Quadratmeter große Fläche vorstellen. „Das kann ein klassisches Geschäft sein, das Mode, Bücher oder ähnliche Dinge anbietet. Auch ein Café ist denkbar und relativ unkompliziert einzurichten. Bei einem Imbiss müsste eine Abluftanlage installiert werden“, sagt er.

Auch Dienstleister wie ein Frisör, eine Schülernachhilfe oder ein Repair-Café, eine Mischung aus Gastronomie und Reparaturgeschäft seien möglich. „Ich bin da sehr offen. Der Mietpreis ist verhandelbar. Ein Repair-Café kann natürlich nicht den gleichen Preis bezahlen, wie ein klassischer Laden.“ Für die leerstehenden Läden in der Innenstadt wünscht er sich eine Zwischennutzung. „Sicher gibt es Künstler, die gerne ihre Arbeiten zeigen möchten. Das könnte in diesen Geschäften geschehen. Die leeren Schaufenster würden auch verschwinden.“ Seiner Ansicht nach haben die Radeberger Innenstadt-Läden starke Konkurrenz durch das neu eröffnete Silberberg Center bekommen. „Viele fahren mit dem Auto hin, kaufen dort ein und kommen kaum noch in die Geschäfte rund um den Marktplatz und an der Hauptstraße. Sehr wichtig ist die Rossmann-Filiale. Sie ist ein Magnet an der Hauptstraße. Wir brauchen einen zweiten, einen kleineren Supermarkt vielleicht.“

Auch das Geschäft an der Oberstraße, in dem bisher „Sicherheitstechnik Ehrlich“ geöffnet hatte, sucht nach einem Nachmieter. „Verkaufsräume oder Dienstleister wie eine Versicherung sind in dem 150 Quadratmeter großen Geschäft denkbar“, sagt Makler Achim Deutschmann von Cultus-Immobilien. Einen Imbiss wird es laut den Vorgaben der Vermieter allerdings nicht geben. Für den Makler ist die Lage des Geschäfts sehr gut. „Es gab auch immer wieder Nachfragen. Hier kommen viele Radeberger vorbei. Sollte die Fußgängerzone wirklich in diesem Teil der Oberstraße eingerichtet werden, wäre das natürlich optimal. Kein Autoverkehr, viel Laufkundschaft.“ Anzeichen einer Neueröffnung gibt es auch im ehemaligen Eckgeschäft an der Hauptstraße, in dem früher „Mode Nr. Eins“ untergebracht war. Hier sieht es aus, als würden die Räume renoviert. Eine Vermietung wäre das nächste positive Zeichen für die Innenstadt.

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