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Termin für Freigabe der S177 steht

Befahrbar ist zunächst der Abschnitt zwischen Radeberg und Leppersdorf. Was bis zur Eröffnung noch zu tun ist.

Von Thomas Drendel
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Entlang der Schnellstraße S177 werden zwischen Radeberg und Leppersdorf Schutzwände installiert. In wenigen Wochen soll der Abschnitt freigegeben werden, teilt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr mit.
Entlang der Schnellstraße S177 werden zwischen Radeberg und Leppersdorf Schutzwände installiert. In wenigen Wochen soll der Abschnitt freigegeben werden, teilt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr mit. © Sven Ellger

Radeberg. Besonders im Berufsverkehr brauchen Autofahrer viel Geduld. Die Umleitungsstrecke zwischen Radeberg und Leppersdorf ist oft überlastet, vor allem auf der engen Kleinwolmsdorfer Straße geht es nur im Schritttempo voran. Hier wurden zwar Ausweichbuchten angelegt. Doch bei dichtem Verkehr in beiden Richtungen reichen die nicht aus. Auch an der Kreuzung mit der provisorischen Ampel Großröhrsdorfer Straße/Ecke Kamenzer Straße in Radeberg kommt es in Spitzenzeiten immer wieder zu langen Staus.

Der Grund für die Umleitungen: Die direkte Verbindung zwischen Radeberg und Leppersdorf ist wegen des Neubaus der Schnellstraße S177 unterbrochen. Künftig soll der Verkehr über die neue Trasse rollen. Die Arbeiten sind schon weit fortgeschritten. Doch noch stehen die rot-weißen Absperrgitter an den Zufahrten.

Woran arbeiten die Firmen derzeit?

Die großen Vorhaben sind offenbar erledigt. Die Asphaltdecke der eigentlichen Trasse ist fertig. Nach Angaben des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) wurden zuletzt die Verbindungen am Abzweig Leppersdorf asphaltiert. Am Wirtschaftsweg, der parallel zur Schnellstraße verläuft, haben die Bauleute noch zu tun. „Hier werden Erd- und Asphaltarbeiten ausgeführt“, sagt Franz Grossmann vom Lasuv. An den Brücken installieren die Firmen Geländer und andere Vorrichtungen. „Außerdem wird an der Entwässerung gearbeitet und es werden Leiteinrichtungen für Frösche und andere Amphibien angebracht. Zum Schutz der Fledermäuse stellen die Firmen spezielle Zäune und Wände auf“, sagt der Lasuv-Mitarbeiter.

Was sind die Vorhaben in den nächsten Wochen?

Das sind vor allem viele kleinere Arbeiten. Nach Auskunft von Franz Grossmann werden demnächst die Leitplanken entlang der Strecke sowie an den Zu- und Abfahrten angebracht. „Diese Arbeiten beginnen voraussichtlich nächste Woche.“ Weiterhin werden die umfangreichen Fahrbahnmarkierungen und die Beschilderung eingeplant. „Am Knotenpunkt in Radeberg ist zudem noch die Ampelanlage umzuprogrammieren und es werden die Fahrbahnmarkierungen den neuen Gegebenheiten angepasst“, so der Lasuv-Mitarbeiter.

Wann wird das Teilstück freigegeben?

Erstmals nennt das Landesamt einen Termin, „auf den sich alle Arbeiten derzeit ausrichten“, wie es heißt. Ab Sonnabend, dem 20. November, soll das Teilstück zwischen Radeberg und dem Ortseingang Leppersdorf fertig sein. Dann können Autofahrer das rund zwei Kilometer lange Teilstück nutzen und die Ausweichstrecken über Großröhrsdorf beziehungsweise über die Kleinwolmsdorfer Straße entfallen.

Zunächst wird der Abschnitt zwischen Radeberg und der Abfahrt Leppersdorf, südlich des Ortes, freigegeben. Voraussichtlich 2023 folgt die Übergabe des restlichen Teilstücks.
Zunächst wird der Abschnitt zwischen Radeberg und der Abfahrt Leppersdorf, südlich des Ortes, freigegeben. Voraussichtlich 2023 folgt die Übergabe des restlichen Teilstücks. © SZ-Grafik

Was muss am Abschnitt zur A4 noch getan werden?

Zwischen der Abfahrt Leppersdorf und der Anbindung an die Straße nach Kamenz sind die Arbeiten noch umfangreicher. Dort muss auf der Trasse noch Kies und Sand aufgebracht werden, bevor schließlich asphaltiert werden kann. „Außerdem richten die Firmen Durchlässe für Kleintiere ein. Insbesondere an der neuen Anschlussstelle Pulsnitz müssen noch die Vorrichtungen für die Entwässerung installiert werden.“ Nördlich der Autobahn gehen die Arbeiten an der Hochwasserschutzanlage weiter. Hier werden unter anderem die technischen Anlagen angebracht.

Wann wird das gesamte Teilstück freigegeben?

Das Lasuv ist mit einem konkreten Termin zurückhaltend. „Sollten alle Gelder bereitgestellt werden, dann planen wir, die Bauarbeiten 2023 abzuschließen und die Strecke insgesamt zu eröffnen“, sagt Franz Grossmann. Besonders viel zu tun ist noch nördlich der A4. Hier soll im November das Verfahren zur Vergabe der Straßenarbeiten beginnen. Der Bau der Hochwasserschutzanlagen in dem Bereich ist schon weit fortgeschritten, an der eigentlichen Straßentrasse ist erst wenig passiert. „Angestrebt wird ein Baubeginn im Frühjahr nächsten Jahres.“

Wie geht es mit den Arbeiten in Richtung Pirna weiter?

Entlang der übrigen Strecke zwischen Wünschendorf und Eschdorf sind bereits die Aufträge vergeben worden. Laut Landesamt ist das Baulos für die Brücke über das Rossendorfer Wasser, ein Regenrückhaltebecken und den Wirtschaftsweg zum Klärwerk beauftragt. Das gelte auch für zwei Brücken in Nähe zum Gickelsberg bei Eschdorf. Diese müssen jeweils für einen Wirtschaftsweg errichtet werden. Wann die Teilabschnitte tatsächlich fertig sind, könne derzeit noch nicht gesagt werden.

Die S177 verbindet die A17 bei Pirna mit der A4 bei Leppersdorf und ist Dresdens Ostumfahrung. In den letzten Jahrzehnten wurden Teile dieser Strecke zu einer Schnellstraße ausgebaut. Damit kommen Kraftfahrer recht schnell von der B6 bei Rossendorf bis nach Radeberg oder von der A17 über Pirna bis nach Wünschendorf und das benachbarte Eschdorf. Laut der Statistik von 2015 rollen täglich 7.200 Fahrzeuge durch Eschdorf und Wünschendorf, bis zu acht Prozent davon sind schwere Lkw. Eine Prognose geht von einem Anstieg des Verkehrs bis 2025 auf 14.500 Fahrzeuge pro Tag aus. (mit SZ/aw)