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Corona: Zeitdruck im Einkaufs-Center

In einer Woche öffnet das Silberberg Center in Radeberg. Wie die Mieter sich auf die verschärften Corona-Auflagen einstellen.

Letzte Arbeiten am Silberberg Center in Radeberg: Die Filialen bringen die Logos an der Fassade an. Am 5. November findet die Eröffnung statt.
Letzte Arbeiten am Silberberg Center in Radeberg: Die Filialen bringen die Logos an der Fassade an. Am 5. November findet die Eröffnung statt. © Sven Ellger

Radeberg.  Das Gebäude gleicht einem Ameisenhaufen. Auf dem Dach, an der Fassade und vor allem innen sind dutzende Handwerker beschäftigt. Sie verputzen, streichen, verlegen Kabel. Hochbetrieb herrscht auch in vielen Geschäften. 

Regale werden aufgestellt und Kosmetikartikel, Lebensmittel und vieles mehr eingeräumt. „Insgesamt arbeiten rund 200 Menschen daran, dass das Silberberg Center pünktlich am 5. November öffnen kann. Da geht es schon recht turbulent zu“, sagt Bauleiter Florian Tebel.

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Einige Geschäfte haben die Eingänge noch mit Folien verhangen, bei anderen ist der Blick nach innen möglich. In der Filiale des Discounters Aldi sieht das Angebot schon gut sortiert aus, im Geschäft der Drogeriemarktkette DM sortieren zahlreiche Mitarbeiterinnen die Waren und im großen Edeka-Markt sieht es fast so aus, als könnte schon morgen geöffnet werden. 

„Ja, wir sind gut vorangekommen. Die Regale sind voll“, sagt Betreiber John Scheller. Bis zur Eröffnung müssten noch kleinere Arbeiten erledigt werden, wie dass unter anderem die elektronischen Geräte wie beispielsweise Scanner eingerichtet werden. 

Noch sind im Center die Gänge staubig, die Schaufenster nicht geputzt. „In den nächsten Tagen erfolgt die Grundreinigung. Außerdem stehen etliche Abnahmen an. So wird beispielsweise von den Fachleuten überprüft, ob alle Brandschutzvorschriften eingehalten worden sind“, sagt Florian Tebel. 

Anders als bei manchem Großprojekt sind beim Umbau des Centers die Kosten im Rahmen geblieben. „Wir haben nicht mehr als die veranschlagten gut neun Millionen Euro ausgegeben“, sagt er.

Blick ins Innere des Silberberg Centers. Die Mall ist bereits freigeräumt, etliche Läden haben ihre Waren schon eingeräumt.
Blick ins Innere des Silberberg Centers. Die Mall ist bereits freigeräumt, etliche Läden haben ihre Waren schon eingeräumt. © Sven Ellger

Gleich neben einem der Haupteingänge wird die „ZiegelWirtschaft“, das ehemalige Center Bistro, öffnen. 

Die Betreiberinnen Kathrin und Nancy Hauke haben sich bei der Einrichtung viel Mühe gegeben. „Die Verblendungen sind aus alten Original-Ziegeln. Sie stammen aus einem ehemaligen Gefängnis in Wien. Wir haben sie im Internet gefunden und bestellt. Binnen kurzer Zeit wurden sie geliefert“, sagt Kathrin Hauke. 

Auch ein Teil der Bänke und Tische steht bereits im Raum. Passend zum Namen „ZiegelWirtschaft“ sind auch sie rustikal. „Das sind aufgearbeitete Gerüstbohlen aus Holz, urig und schick. Wir haben sie bei einer kleinen Werkstatt bestellt.“ 

Sorgen bereitet ihr der Baufortschritt im künftigen Restaurant. „Es funktionieren noch nicht alle Leitungen. Ich musste beispielsweise die Firma, die die Kasse anschließt, mehrmals vertrösten. Dann fehlen noch einige Küchengeräte. Die Lampen sind auch noch nicht dran. Wir konnten erst viel später beginnen, da uns die Ladenfläche später als vereinbart, übergeben wurde“, sagt sie. „Ich hoffe nur, dass wir das alles schaffen.“

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Als wäre das nicht genug, werden ausgerechnet in der Eröffnungswoche die Corona-Regeln verschärft. So ist eine komplette Schließung der Gastronomiebetriebe im Gespräch. „Sollte es wirklich so kommen, wäre das für uns verheerend. Ab 1. November gelten die Arbeitsverträge für meine neuen Mitarbeiter, ich muss die Miete für die ,ZiegelWirtschaft‘ bezahlen und natürlich laufen Kredite. Momentan weiß ich nicht wie ich das alles bewältigen soll.“ Eine Schließzeit ab 18 Uhr beispielsweise wäre für ihre „ZiegelWirtschaft“ zu handhaben, sagt sie „Aber keine komplette Schließung.“

Inhaber John Scheller und die anderen Mitarbeiter von Edeka haben das Lager schon gut gefüllt.
Inhaber John Scheller und die anderen Mitarbeiter von Edeka haben das Lager schon gut gefüllt. © Sven Ellger

Auch John Scheller bereitet sich ebenfalls gedanklich auf die Corona-Auflagen vor. „Wie es aussieht, wird es ja eine Obergrenze bei den Kunden geben. Pro 25 Quadratmeter Ladenfläche ist dann ein Besucher zugelassen. Das wären dann 75 Kunden bei uns im Markt. Das wäre für uns gut verkraftbar“, sagt der Marktbetreiber. Regulieren will er das über die Anzahl der Einkaufswagen. 

„Pro Kunde ein Wagen. Wenn keine mehr zur Verfügung stehen, muss gewartet werden, bis wieder einer frei ist.“ Anfangs werden wohl Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes die Maßnahmen überwachen. Er vermutet, dass zur Eröffnung nicht alles so laufen kann wie ursprünglich geplant. „Beispielsweise sind Verkostungen vermutlich nicht möglich. Kleine Überraschungen soll es dennoch geben.“

Matthias Schrade, Vorstand der Eigentümerfirma Defama AG, ist froh, dass das Silberberg Center zum vereinbarten Zeitpunkt fertig wird. „Unser Architekt hat gesagt, er hat selten eine so gut organisierte Baustelle gesehen. Es gab sicher kleinere Dinge, die nicht vorhersehbar waren. Sie wurde aber schnell ausgeräumt.“ Am meisten hätten die Verzögerungen ganz zu Anfang Kopfzerbrechen bereitet, als die Baugenehmigung wegen einer Formsache nicht erteilt werden konnte. 

„Das hat uns mehr als ein halbes Jahr Verzug gekostet. Umso mehr freue ich mich, dass der Eröffnungstermin 5. November steht.“ Daran werden auch die schärferen Corona-Auflagen nichts ändern, sagt er. Eventuell könnte die Eröffnungsfeier kleiner ausfallen als geplant.

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