SZ + Radeberg
Merken

Radeberger Weihnachtsmarkt mit Überraschung

Die Stadt hat den Veranstaltungsort des Markts festgelegt. Welche Corona-Regeln gelten und warum den Besuchern eine besondere Aufgabe gestellt wird.

Von Thomas Drendel
 4 Min.
Teilen
Folgen
Adventsstimmung ist vom 9. bis 12. Dezember auf dem Weihnachtsmarkt in Radeberg zu erleben. Überraschungsgäste haben sich angekündigt.
Adventsstimmung ist vom 9. bis 12. Dezember auf dem Weihnachtsmarkt in Radeberg zu erleben. Überraschungsgäste haben sich angekündigt. © Symbol: Norbert Millauer

Radeberg. Die Entscheidung ist gefallen. Der Radeberger Weihnachtsmarkt findet in diesem Jahr auf dem Marktplatz statt. Am Donnerstag, dem 9. Dezember, wird er eröffnet. Am Sonntag, dem 12. Dezember, ist Schluss. „Stand jetzt werden Bühne und Hütten dort aufgestellt. Wir planen mit der Fläche vor dem Rathaus, nicht mit dem Areal rund um die Stadtkirche. Zu 99 Prozent steht das fest“, sagte der Radeberger Stadtsprecher Marco Wagner. Die kleine Unsicherheit resultiert aus der Frage: Wie wird sich die Corona-Infektionslage entwickeln?

Allerdings sind die Regelungen derzeit großzügig. Laut sächsischer Verordnung können Weihnachtsmärkte ohne 3G-Regelung, Kontakterfassung und weitgehend auch ohne Maskenpflicht stattfinden. Auch mehr als 1.000 Besucher sind zugelassen. Allerdings darf die sogenannte Vorwarnstufe nicht erreicht sein. Sie gilt ab einer bestimmten Auslastung bei Krankenhausbetten mit Covid-19-Patienten.

Wird die Grenze erreicht, dürfen in die Verweilbereiche, also vor Bühnen beispielsweise nur maximal 1.000 Besucher gleichzeitig. „Sollte es dazu kommen, dann können wir das auf dem Marktplatz kontrollieren. Das System hat sich schon beim Stadtfest bewährt“, sagt Marco Wagner.

Christbaum auch in diesem Jahr auf dem Marktplatz

Bleibt die Besucherzahl unter 1.000, dann entfallen auch die aufwendige Überprüfung der 3G-Regel und die Kontakterfassung. „Allerdings gilt ab dem 17. November eine neue Schutzverordnung. Noch wissen wir nicht, was da drin steht.“ Die Möglichkeit, die Eingänge zu kontrollieren, und mehr Platz: Das sind die Argumente, die für den Marktplatz sprechen. „Die Fläche ist einfach größer. Wir werden etwa die gleiche Anzahl Buden errichten wie an der Kirche. Sie können mit mehr Abstand aufgestellt werden.“ Beim vergangenen Weihnachtsmarkt waren rund 30 Stände aufgebaut. „Der große Christbaum wird wie jedes Jahr auf dem Markt stehen“, versichert Wagner. „Das sind unsere Planungen. Nach unserer Einschätzung nimmt er nicht allzu viel Fläche weg und zur weihnachtlichen Atmosphäre trägt er natürlich auch bei.“

Auch wenn der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr vor dem Rathaus stattfinden sollte, das Programm wird ablaufen wie sonst. Zur Eröffnung findet der traditionelle Anschnitt des Riesenstollens statt, der Posaunenchor tritt auf und auf der Bühne wird das ganze Wochenende über ein abwechslungsreiches Programm mit Märchen und Konzerten geboten. In diesem Jahr können sich die Besucher auf einen besonderen Höhepunkt freuen. Am Sonnabend, dem 11. Dezember, entert der MDR die Bühne. Der Sender macht mit seiner Weihnachtstour in Radeberg Station. „Wir sind eine von fünf Städten in Sachsen, die ausgewählt wurden“, sagt Marco Wagner.

Allerdings sind bei dem Termin auch alle Radeberger gefordert. Denn wie in den vergangenen Jahren auch wird den Einwohnern der jeweiligen Städte eine Aufgabe gestellt. Können sie die erfüllen, dann zahlt der Sender 1.000 Euro an die Stadt. In Klingenthal wurde im vergangenen Jahr beispielsweise eine Aufgabe zum Wintersport gestellt. Im Laufe einer Woche sollten so viele Schlitten gesammelt werden, dass damit ein 20 Meter „hoher“ Weihnachtsbaum als Silhouette auf den Markt gelegt werden kann. Klingenthal hat das geschafft. Es gab einen Scheck über 1.000 Euro. „Wir wissen zwar noch nicht, wie die Aufgabe lautet, natürlich auch nicht, ob wir sie erfüllen. Klar ist aber schon, was mit dem Geld geschieht. Wir werden es dem Tschernobylverein spenden“, sagt der Stadtsprecher.

Eine Vermutung hat Marco Wagner aber schon. „Wahrscheinlich wird die Radeberger Brauerei eine Rolle spielen.“ Wer nicht bis zum 9. Dezember warten kann, hat im Rödertal schon eher Gelegenheit, Weihnachtsmarkt-Atmosphäre zu erleben. Der wahrscheinlich erste Weihnachtsmarkt in diesem Jahr in Sachsen findet am 13. und 14. November auf Schloss Hermsdorf statt. Zahlreiche Aussteller und Händlern werden ihre Stände öffnen. Dazu zählen Kunsthandwerker wie Handbuchbinderei, Glaskunst, Holzgestaltung, Keramiker, Kerzengestaltung, Handweberei, Holzspielzeug, Pfefferküchlerei und vieles mehr. Für die kleinen Gäste ist ein Puppentheater dabei. Es gibt vier Veranstaltungen. Karten sollten per E-Mail unter [email protected] reserviert werden.

In Arnsdorf findet am 27.November der Zipfelmützenmarkt statt. Los geht es mit dem Auftritt des Posaunenchors und dem Stollenanschnitt. Der Weihnachtsmann wird ebenfalls nicht fehlen.

In Langebrück fällt der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr aus. „Die Veranstalter sorgen sich, ob sie auch alle Corona-Regeln einhalten können“, sagte Ortsvorsteher Christian Hartmann (CDU).