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„Zufahrt zum Luisenhof muss geregelt werden“

Das historische Areal soll für knapp 1,4 Millionen Euro verkauft werden. Der Liegauer Ortsvorsteher sieht offene Punkte.

Der ehemalige Gutshof Luisenhof ist eine einmalige Anlage.
Der ehemalige Gutshof Luisenhof ist eine einmalige Anlage. © Sven Ellger

Radeberg. Im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des Luisenhofes spricht sich der Liegauer Ortsvorsteher Gabor Kühnapfel (parteilos) für klare Regelungen bei den Themen Zufahrt sowie Ver- und Entsorgungsleitungen aus. „Wer auch immer das Areal langfristig nutzen will, muss hier Lösungen schaffen. Auch wenn das vermutlich teuer wird“, sagt er. Unter anderem fehlt derzeit eine ordnungsgemäße Abwasserleitung und die Zufahrt erfolgt teilweise über fremdes Grundstück. 

Auch wenn es sich um ein Privatgrundstück handelt, ist es für Kühnapfel gleichzeitig ein Kulturgut, mit dem besonders die Liegauer eng verbunden sind. „Hier befand sich von 1875 an das erste Kindererholungsheim Deutschlands, dann gehörte der Luisenhof zum Kurbad, zuletzt waren Teile ein Reiterhof. Ich halte es für wünschenswert, wenn es auch künftig öffentlich zugänglich ist.“

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Kühnapfel ist gegen den Bau neuer Gebäude, wie es dem Investor vorschwebt. „Das ist eine historische Anlage, die von den Gebäuden her so bleiben sollte, wie sie ist.“ Da es sich um sogenannten Außenbereich handele, dürfte eine behördliche Genehmigung ausgeschlossen sein. 

Der ehemalige Gutshof Luisenhof ist eine einmalige Anlage. Er befindet sich am Waldrand zwischen Lotzdorf, Feldschlößchen und Liegau-Augustusbad. Es gibt keine größere Ansiedelung in der Nähe, nur die Häuser der verlassenen Kuranstalt.

Das private Grundstück soll verkauft werden. Eine entsprechende Anzeige ist im Internet geschaltet. Angeboten wird der Luisenhof, Reiterhof plus Wohnanlage in Radeberg, mit einem 14 Hektar großen Grundstück. Darauf stehen vier Einfamilienhäuser, ein Mehrfamilienhaus und Nebengebäude. Laut der Anzeige sind in diesen Häusern zurzeit rund 600 Quadratmeter Wohnfläche vermietet. Ein weiteres Gebäude mit 1.100 Quadratmetern Wohnfläche steht leer. Aus der Vermietung der Wohnflächen und der Gebäude an den Reiterhof werden beträchtliche Einnahmen erzielt. Weiter heißt es, dass drei Häuser unter Denkmalschutz stehen. Die Größe und die gute Lage haben ihren Preis. Knapp 1,4 Millionen Euro soll der Hof kosten. 

Ortsvorsteher begrüßt Café-Pläne

Ein Kaufinteressent hat bereits eine Anfrage zur Nutzung an die Stadt gerichtet, darin beschreibt er seine Pläne für eine künftige Nutzung. So soll auf dem Gelände ein Gartenbaubetrieb entstehen. Die Flächen sollen nachhaltig bewirtschaftet werden. Die ökologisch erzeugten Lebensmittel sollen teilweise in einer Verkaufsstelle angeboten werden. Zudem wollen die neuen Eigentümer Weiterbildungen zum Thema nachhaltige Landwirtschaft anbieten. 

Wegen der guten Lage an einem Wanderweg soll eine Gastwirtschaft eröffnet werden. Geplant ist ein Café für Spaziergänger sowie eine Versorgung der Teilnehmer der Weiterbildungen. Dazu wird nach den Plänen der Interessenten ein neues Gebäude errichtet. Zusätzlich wollen sie soziale und therapeutische Arbeit anbieten. So sollen hilfsbedürftige Personen unterstützt werden. Auch mehrtägige Weiterbildungen werden angeboten. Dazu werden Seminarräume und Gästeunterkünfte geschaffen.

Insgesamt sollen drei neue Wohn- und Betriebsgebäude errichtet werden, drei Gewächshäuser, eine Halle für Gartenbau und die Gastwirtschaft. Der Käufer plant, eine Genossenschaft zu bilden, in der die unterschiedlichen Arbeitsfelder vereint sind. Die Genossenschaftsmitglieder sollen möglichst auf dem Hof leben. 

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Die Idee mit dem Café begrüßt Gabor Kühnapfel. „Am Luisenhof läuft ein Wanderweg entlang, das würde passen.“ Am Mittwoch wollen sich die Liegauer Ortschaftsräte selbst ein Bild auf dem Luisenhof machen. Anschließend werden sie über ihren Standpunkt beraten. Ende September wird der Luisenhof Thema im Radeberger Stadtrat sein.

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