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Am Dienstag kommt der Bagger

Wolfgang Tietze muss seinen Garten „besenrein“ übergeben - den Bungalow abreißen und alles Grün rausreißen.

Von Udo Lemke
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Seit 71 Jahren - zuerst noch mit seinen Eltern - hat Wolfgang Tietze seinen Kleingarten an der Straße des Friedens in Coswig gehegt und gepflegt, nun muss er alles bis auf die letzte Blumenzwiebel ausgraben und entsorgen.
Seit 71 Jahren - zuerst noch mit seinen Eltern - hat Wolfgang Tietze seinen Kleingarten an der Straße des Friedens in Coswig gehegt und gepflegt, nun muss er alles bis auf die letzte Blumenzwiebel ausgraben und entsorgen. © Norbert Millauer

Coswig - Straße des Friedens. Hier bewirtschaftete Wolfgang Tietze seit 1950 - zuerst mit seinen Eltern - eine Gartenparzelle. Nun ist er dabei, alle Sträucher und Bäume - soweit sie nicht unter die städtische Gehölzschutzsatzung fallen - herauszureißen, den Swimmingpool auszugraben, alle Wege und Stauden zu beseitigen; überhaupt die in Jahrzehnten geschaffene Kultur zu zerstören. Das kann man als eine letzte Kraftanstrengung sehen. Denn die Bewirtschaftung des Gartens kann er nach mehreren Schlaganfällen nicht mehr allein leisten, denn seine Frau hat mittlerweile zwei künstliche Knie- und ein Hüftgelenk. Auch der Sohn fällt nach einem schweren Motorradunfall als Helfer aus.

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