merken
PLUS Radebeul

Die Netz-Werker

Ob Abwasser, Informationen oder Energie - die Firma ATS in Coswig sorgt dafür, dass es durch die Leitungen fließt.

Christin Kaiser von der Coswiger Firma ATS beim Verdrahten einer Montageplatte für ein Pumpwerk. Sie gehört zu den 24 Mitarbeitern, die in der Firma beschäftigt sind.
Christin Kaiser von der Coswiger Firma ATS beim Verdrahten einer Montageplatte für ein Pumpwerk. Sie gehört zu den 24 Mitarbeitern, die in der Firma beschäftigt sind. © Arvid Müller

Coswig. Diese Geschichte lief so, wie es immer wieder erzählt wird: „Wir haben das Unternehmen 1992 in der Garage eines Einfamilienhauses gegründet“, sagt Uwe Schreier. Zum Wir gehört auch Frank Thiede. Beide sind Geschäftsführer der Firma ATS in Coswig, als Dritter ist jetzt noch Ralf Rautenstrauch mit im Boot.

Was man sich unter ATS Automatisierung - Anlagenbau vorzustellen habe, lautet die Frage: „Wir arbeiten für Kläranlagen, Stadtwerke und Wasserversorger“, erklärt Uwe Schreier. Aber auch für den Rundfunk Berlin-Brandenburg, der Kühlung für Studios und Veranstaltungssäle braucht. Und in der ersten Etage der Firma, in einem Raum mit vielleicht zwanzig Computer-Bildschirmen, ist auf einem davon gerade das Geipelt-Bad in Pirna zu sehen. Vielmehr das, was der Besucher nicht zu Gesicht bekommt: ein Gewirr von Leitungen für Heizung, Strom und Wasser. Dieses Netz wird von Coswig aus gewartet und betreut.

Familie
Vater, Mutter und Kinder
Vater, Mutter und Kinder

sind eine wunderbare Kombination. Sie kann viel Spaß machen, aber auch Arbeit und Ärger. Tipps, Tricks und Themen zu allem, was mit Familie und Erziehung zu tun hat, gibts in einer besonderen Themenwelt von sächsische.de.

Fernwirktechnik und Leittechnik stellt ATS her. Das heißt, dass sowohl die Pläne für die Ver- und Entsorgungsnetze samt Programmierung für Unternehmen entwickelt, als auch die notwendigen Schaltschränke dafür gebaut werden. Dafür ist die Werkstatt im Erdgeschoss der Firma zuständig. „Jeder Auftrag ist anders, nichts wiederholt sich“, sagt Christin Kaiser. Die gelernte Mechatronikerin steht vor einer großen Platte, schneidet Kabel zu und verdrahtet sie. Das ganze wird einmal zu einer Steuereinheit für ein Pumpwerk gehören.

„Es geht am Ende immer darum, ein Medium durch eine Leitung zu transportieren - ob das nun Informationen sind oder Abwasser“, sagt Uwe Schreier. Dabei zählt die Firmenleitung auf die Kreativität der mittlerweile 24 Mitarbeiter. Zwar würden ihnen klare Aufgaben gestellt, aber den Weg zu den Lösungen können sie eigeninitiativ gehen. Das sei sicher ein Moment, das mithelfe, dass die Fluktuation in der Belegschaft sehr gering ist. 

Frank Thiede (rechts) und Uwe Schreier gründeten 1992 die Coswiger Firma ATS.
Frank Thiede (rechts) und Uwe Schreier gründeten 1992 die Coswiger Firma ATS. © Arvid Müller

Dazu beitragen wird sicher auch, dass ATS, die Beiträge für Kinderkrippen und -gärten, für die Mitarbeiter komplett übernimmt, und dass sie anteilig am erwirtschafteten Gewinn des Unternehmens beteiligt sind. Derzeit macht es einen Jahresumsatz von 3,5 Millionen Euro. Dennoch: „Es bleibt schwierig, Mitarbeiter zu finden, aber derzeit sind wir mit der Personalausstattung sehr zufrieden.“ Im September hat ein neuer Lehrling angefangen, zwei weitere arbeiten schon bei ATS.

Von Corona ist die Firma anders als viele andere nicht so stark betroffen worden. „Wir arbeiten auf dem Gebiet der Kritischen Infrastruktur, die muss auch laufen, wenn es eine Pandemie gibt“, so Uwe Schreier. Was das im Falle von ATS meint, ist an einer Übersicht des Freistaates zum Thema abzulesen. Da ist von der „Sicherstellung der öffentlichen Infrastruktur und Versorgungssicherheit“ die Rede. Dazu gehören Telekommunikation, sicherheitsrelevante IT-Infrastruktur, Energie- und Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung und Müllentsorgung und die Aufrechterhaltung der Medienarbeit. 

Auf all diesen Feldern ist ATS engagiert, so dass „wir nicht von Corona beeinträchtigt waren, weil es ja weitergehen musste“. Allerdings verzögerten sich manche Arbeiten, weil die Auftraggeber im Homeoffice arbeiteten, oder weil Firmen nicht mit der Teilelieferung hinterher kamen. „Aber wir konnten gut von vorhandenen Aufträgen leben, weil wir in der Regel längere Vorlaufzeiten haben.“ Und auch derzeit sieht es gut aus: „Wir haben wieder neue Aufträge und sehen der Zukunft optimistisch entgegen.“

Mehr lokale Nachrichten aus Radebeul lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Meißen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Radebeul