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So lief der erste Advent in Meißen und Radebeul

Die Veranstaltungen am Wochenende in der Region waren gut besucht. Einige Gäste nahmen allerdings die Regeln nicht ernst. Kontrolliert wurde kaum.

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Kunstvoll angestrahlte Häuser auf dem Anger in Altkötzschenbroda in Radebeul verbreiteten vorweihnachtliche Stimmung. Künstlerin Claudia Reh bestrahlte dort erneut einige Häuser mit ihrer Lichterkunst. Nicht jeder hielt sich an die Regeln.
Kunstvoll angestrahlte Häuser auf dem Anger in Altkötzschenbroda in Radebeul verbreiteten vorweihnachtliche Stimmung. Künstlerin Claudia Reh bestrahlte dort erneut einige Häuser mit ihrer Lichterkunst. Nicht jeder hielt sich an die Regeln. © Norbert Millauer

Von Julian Wolf

Radebeul/Meißen. Zum Einstimmen auf die Weihnachtszeit gab es am Wochenende in Radebeul und Meißen diverse Angebote unter freiem Himmel. Sicherlich nicht das richtige Signal angesichts der überaus hohen Inzidenz-Zahlen im Landkreis Meißen und den vollen Krankenhäusern, aber da ein kompletter Lockdown weder angekündigt noch ausgesprochen wurde, wohl offensichtlich durchführbar.

Schloss Wackerbarth wollte mit der Wiedereröffnung der Außengastronomie die dunkle Zeit mit Licht erhellen. Hier gab es ganz klare Regelungen für die Besucher. Im Vorhinein mussten Online-Tickets gekauft werden. „Wir dürfen maximal 600 Leute auf das Gelände lassen“, erklärt Claudia Günther vom Staatsweingut. „Für diesen Sonnabend wurden 580 Karten verkauft.“ Zwischen 15.30 Uhr und 19 Uhr öffnete Schloss Wackerbarth.

Am Einlass wurde auf die Einhaltung der 2G-Regel penibel geachtet. Die Impfausweise wurden per Handy kontaktlos gescannt, die Kontaktdaten erfasst. Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung und ein Mindestabstand von eineinhalb Metern galt permanent. Desinfektionsmittel standen bereit. Der Wachschutz DSD-Security patrouillierte auf dem gesamten Areal. Während Weihnachtslieder aus der Konserve ertönten, gab es für die Gäste eine Auswahl an Kaffee- und Kakaospezialitäten, Glühwein, Sekt und Wein.

Nicht an Regeln gehalten


Auf der Hoflößnitz gab es ebenfalls Leckereien bei weihnachtlichem Ambiente. Die Crepes und frisch gegrillte Bratwürste schmeckten den Besuchern. Auch Glüh- und normalen Wein gab es für die Gäste. Auf dem Außenbereich standen aller eineinhalb Meter Hinweisschilder vor den Ständen. Abstand wahren, Handhygiene einhalten, Nies- und Hustenetikette wahren, kontaktlos zahlen galt auch hier. Der Check-in konnte per Handy-App ebenfalls kontaktlos erfolgen.

Erst am zweiten Advent sollen die Märchenfiguren auf Hoflößnitz enthüllt werden. Ob das klappt, ist fraglich. „Einige der Leute halten sich trotz der vielen Hinweisschilder und Ansagen nicht an die Regeln. Der Alkohol muss auf unserem Gelände konsumiert werden. Man holt sich aber Glühwein und geht dann auf die Straße. Wenn das so weiter geht, ist nächste Woche hier zu“, sagt ein Mitarbeiter. Schade, hat es auf dem Weingut wie auf Wackerbarth auch sehr gut funktioniert.

An Verantwortungs- und Respektlosigkeit gegenüber allen Organisatoren und Gastronomen auf dem Radebeuler Anger jedoch kaum noch zu übertreffen war das Benehmen einiger Gäste in Altkötzschenbroda. Künstlerin Claudia Reh bestrahlte dort erneut einige Häuser mit ihrer Lichterkunst.

Gut gefüllt war am Sonntag die Meißner Innenstadt. Zahlreiche Passanten nutzten den verkaufsoffenen Sonntag für Weihnachtseinkäufe.
Gut gefüllt war am Sonntag die Meißner Innenstadt. Zahlreiche Passanten nutzten den verkaufsoffenen Sonntag für Weihnachtseinkäufe. © Norbert Millauer
Peter Pförtsch von Jannis Eiscafé schmückt wie viele ander Händler der Bahnhofstraße in Radebeul-West die Bäume mit weihnachtlichen Aufhängern.
Peter Pförtsch von Jannis Eiscafé schmückt wie viele ander Händler der Bahnhofstraße in Radebeul-West die Bäume mit weihnachtlichen Aufhängern. © Norbert Millauer
Mitarbeiter des Dresdner Sicherheitsdienstes kontrollieren am Eingang zum Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul die Besucher.
Mitarbeiter des Dresdner Sicherheitsdienstes kontrollieren am Eingang zum Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul die Besucher. © Norbert Millauer

Wirte, Händler und Gewerbetreibende sorgten für eine schöne Stimmung zur blauen Stunde. Obwohl in der Öffentlichkeit striktes Alkoholverbot herrscht, nahmen das einige Gäste nicht so ernst. Gegen 17.30 Uhr bildeten sich im Dorfkern mehrere Menschentrauben mit angeheiterten Besuchern.

Jeder macht, was er will

Verzehrt haben diese ihre Genussmittel jedoch nicht etwa im Restaurant, sondern waren mit Flachmännern, Wein und Bierflaschen von außerhalb unterwegs. Kein Abstand, keine Maske. Einige Gastronomen waren verwundert, andere wütend, haben sie und ihre Gäste sich an alle Regeln gehalten. Aber es ist ja bekannt, dass sich im Freistaat und auch im Landkreis Meißen nicht alle an diese halten. Leider waren weder Ordnungsamt noch Polizei unterwegs.

Am Adventssonntag sollte der weihnachtliche Markt in Meißen zum verkaufsoffenen Sonntag in der Altstadt für Abwechslung sorgen. Auch hier gab es wieder einmal Extreme. Die einen Händler verkauften keinen Alkohol im Freien, die anderen schon. Manche achteten auf Abstand und Maske, manche nicht. „Jeder macht hier, was er will und alle machen mit“, sagt ein wütender Gastronom von der Elbstraße. „Der eine beruft sich auf die Regeln des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), der andere auf die Schutzverordnung, der andere auf Regeln des Gewerbevereins. Ein Stand ist zwar vorne zu, verkauft den Glühwein aber hinten raus.“ Kontrolliert wird hier gar nichts, heißt es.