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Restaurantbesuch im Wohnmobil

Der Betreiber vom Spitzhaus in Radebeul bietet „Innengastronomie“, ohne gegen die Gesetze zu verstoßen.

Aus dem Fenster des Wohnwagens blicken die Gäste auf Radebeul.
Aus dem Fenster des Wohnwagens blicken die Gäste auf Radebeul. © Restaurant Spitzhaus/privat

Von Maria Knorr

Radebeul.
Wer dieser Tage einen Spaziergang zum Spitzhaus in Radebeul unternimmt, wird verwundert sein. Wohnwagen an Wohnwagen stehen da aneinandergereiht direkt vor dem Eingang. An diesem Pfingstmontag ist einiges los vor dem Ausflugslokal. Essensduft dringt aus der Küche, eine Kellnerin wirbelt durch die Wohnwagenreihen. Darin sitzen einige ältere Herrschaften, fröhlich plauschend, die Teller halb leer gegessen. Nebenan hat es sich eine Familie mit Kindern gemütlich gemacht. Die Eltern schauen aus dem Rückfenster des Caravans über das Elbtal, während die Kinder den Wohnwagen erkunden. Das stresst keinen, schließlich ist man unter sich.

Mund-zu-Mund-Propaganda

Aus dem dritten der drei Wohnwagen dringt fröhliches Gelächter. Katrin Mauksch sitzt in kleiner Runde mit ihren drei „Brautjungfern“. Am Freitag wird sie heiraten und freut sich riesig über ihr Geschenk: ein Drei-Gänge-Überraschungsmenü mit Sekt, Kerzen, Tischdecke und das Wichtigste: mit ihren Freundinnen. Eine von ihnen hatte über Mund-zu-Mund-Propaganda von der Aktion erfahren und sich kurzerhand ein Zeitfenster reserviert. Für drei Stunden etwa kann man einen Wohnwagen mieten oder mit seinem eigenen vorfahren und sich darin bedienen lassen.

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Die Wohnwagen stehen direkt neben dem Spitzhaus.
Die Wohnwagen stehen direkt neben dem Spitzhaus. © Silvio Kuhnert

Die Idee dafür hatte Marco Stelter, Geschäftsführer des Spitzhauses. Getestet wurde mit einem Wohnwagen und als sich die Gastronomen vor Buchungen kaum retten konnten, kamen im Laufe der Wochen noch ein weiterer Wohnwagen und ein Wohnmobil hinzu. „Es ist Wahnsinn, wie das angenommen wird“, sagt Susanne Lang, Assistentin der Geschäftsführung.

Wohnwagen bleiben den gesamten Juni noch stehen

Ausflugsgaststätten stehen vor der Herausforderung, dass sie das Ziel einer Wanderung oder eines Spaziergangs sind. Wer es hierhergeschafft hat, will erst einmal vor Ort entspannen und auftanken. Essen zum Mitnehmen ist zwar eine Option und der „Außer Haus Service“ im Moment die einzige Möglichkeit, Umsatz zu machen. Doch der Verzehr direkt am Ort des Erwerbs und in näherer Umgebung ist untersagt. Und so sind die Ausflügler gezwungen, sich irgendwo ein Plätzchen zu suchen.

Nun ist es nicht jedermanns Sache, mit dem Schnitzel auf den Knien an die Wand gelehnt, das Fleisch in der Assiette versuchen zu schneiden, während einem die Soße über die Hose tropft. Für den Preis hat man früher mal am Tisch gesessen – und das ermöglichen die Betreiber des Spitzhauses mit ihrer besonderen Idee. „Man merkt, dass die Leute rauswollen und sich auch mal wieder bedienen lassen möchten, am Tisch mit richtigem Geschirr“, sagt Susanne Lang.

Das Innere der Wohnanhänger hat das Spitzhausteam liebevoll dekoriert.
Das Innere der Wohnanhänger hat das Spitzhausteam liebevoll dekoriert. © Restaurant Spitzhaus/privat

Die Spitzhaus-Betreiber überlegen nun, ob sie zwei der Wagen stehen lassen, wenn die Außengastronomie wieder öffnen darf. Und das soll schon diese Woche wieder möglich sein, zeigt ein Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis. Die ist seit letztem Mittwoch unter 100 und erlaubt es damit Gastwirten, ab diesem Donnerstag wieder zu öffnen. Bedingung dafür ist, dass Gäste vorher einen Termin buchen und ihre Kontakte zur Nachverfolgung dokumentieren.

www.spitzhaus-radebeul.de

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