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Im Flug übers neue Kirchspiel

Mit einem Rätsel sind die vier Kirchgemeinden in Radebeul, Reichenberg und Moritzburg ins Kirchspiel gestartet. Am Sonntag konnte der Gewinner seinen Preis einlösen.

Am Sonntag konnte Johannes Mittrach bei bestem Wetter seinen Preis einlösen: ein Rundflug über das neue Kirchspiel in der Lößnitz. Nicht nur in Reichenberg winkten ihm Besucher des Gottesdienstes zu.
Am Sonntag konnte Johannes Mittrach bei bestem Wetter seinen Preis einlösen: ein Rundflug über das neue Kirchspiel in der Lößnitz. Nicht nur in Reichenberg winkten ihm Besucher des Gottesdienstes zu. © Birgit Andert

Von Birgit Andert

Radebeul. Von oben sieht das „Kirchspiel in der Lößnitz“ eigentlich ganz anmutig aus: Von Moritzburg über Reichenberg zur Lutherkirche in Radebeul-Ost und nach Westen bis zur Friedenskirche braucht es nur fünf Minuten. Und dabei hat der Pilot des kleinen Sportflugzeugs schon extra über jeder Kirche eine besonders schöne Runde gedreht, um den winkenden Menschen da unten etwas zu bieten. An seiner Seite saß Johannes Mittrach, ein Student aus Dresden. Er hatte im Januar beim Kirchspiel-Rätsel mitgemacht und war aus 23 Einsendungen mit der richtigen Lösung als Gewinner gezogen worden. Der Preis: ein Rundflug übers Kirchspiel im Sommer.

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„Ich hätte niemals damit gerechnet, als Gewinner gezogen zu werden“, erzählt Johannes Mittrach am Sonntagmorgen auf der Autofahrt nach Großenhain, wo das Flugzeug steht und starten wird. Es war sein Großvater, der in der Lutherkirche Radebeul aktiv ist und der ihn schon im vergangenen Jahr auf die Youtube-Sonntagsgrüße aus dem Kirchspiel aufmerksam machte. So stieß der junge Mann im Januar auch auf das Rätsel, mit dem die vier Kirchgemeinden Radebeul-Frieden, Radebeul-Luther, Reichenberg und Moritzburg zu Beginn des Jahres ins Kirchspiel gestartet sind.

„Wir haben überlegt, wie sich die vier Gemeinden im gerade entstandenen Kirchspiel einander vorstellen können“, erzählt Pfarrerin Annegret Fischer, „und unsere Idee war, vier kleine Rätselfilme zum gegenseitigen Kennenlernen zu produzieren.“ Jede Woche stellte sich so eine andere Gemeinde mit einem Text in der SZ und einem Film auf dem Youtube-Kanal des Kirchspiels vor, und die Antworten auf die Rätselfragen waren alles andere als einfach.

Die Lutherkirche in Radebeul-Ost ist eines der beiden Gotteshäuser in der Lößnitzstadt, die zum Kirchspiel gehören.
Die Lutherkirche in Radebeul-Ost ist eines der beiden Gotteshäuser in der Lößnitzstadt, die zum Kirchspiel gehören. © Birgit Andert
Nicht zu übersehen - weder vom Boden noch aus der Luft: Die Moritzburger Kirche steht auf einem früheren Weinberg.
Nicht zu übersehen - weder vom Boden noch aus der Luft: Die Moritzburger Kirche steht auf einem früheren Weinberg. © Birgit Andert
Foto: Birgit Andert
Foto: Birgit Andert © Birgit Andert
Johannes Mittrach, Student aus Dresden, hatte im Januar beim Kirchspiel-Rätsel mitgemacht und war als Gewinner gezogen worden.
Johannes Mittrach, Student aus Dresden, hatte im Januar beim Kirchspiel-Rätsel mitgemacht und war als Gewinner gezogen worden. © Birgit Andert

Moritzburg fragte: „Das Gelände, auf dem die Kirche heute steht, wurde für ihren Bau gekauft. Was befand sich vor dem Kirchbau früher auf dieser Fläche?“ Die richtige Antwort war: „Ein Weinberg“. Die Lutherkirche wollte wissen: „Kirchen sind in der Regel nach Osten ausgerichtet. Warum hat man dies beim Bau der Lutherkirche nicht getan?“ Die richtige Antwort: „Man wollte sich als selbstbewusste Radebeuler Bürgerschaft an den beiden Lebensachsen der Zeit (Meißner Chaussee und Eisenbahnstrecke) präsentieren.“

Auch Johannes Mittrach musste sich die Antworten im Internet zusammensuchen, hat aber schließlich das richtige Lösungswort eingereicht: „Gemeinschaft“. Das war natürlich nicht zufällig gewählt. „Wir wollen damit ausdrücken, was uns fürs Kirchspiel wichtig ist“, erklärt Lutherkirchen-Pfarrerin Anja Funke. „Wir wünschen uns eine gute Gemeinschaft, in der die Besonderheiten jeder einzelnen Gemeinde als Bereicherung verstanden werden.“

In diesem Sinne war auch das vergangene Wochenende unter dem Motto „Geh doch mal woanders hin“ gedacht. Während am Sonnabend vier Feuer an den vier Kirchen zum geselligen Beisammensein entzündet wurden, tauschten die Kirchspiel-Pfarrer am Sonntag zum Gottesdienst die Kanzeln. Und so stand die Pfarrerin der Radebeuler Friedenskirche, Annegret Fischer, mit der Gemeinde vor der Kirche in Moritzburg, als pünktlich zum Ende des Gottesdienstes das kleine Flugzeug mit dem Rätsel-Gewinner seine Runde am Himmel drehte, in Reichenberg winkte Lutherkirchen-Pfarrer Christof Heinze mit den Gottesdienstbesuchern, in der Lutherkirche der Oberland-Pfarrer Freimut Lüdeking und Anja Funke in der Friedenskirche.

„Es war ein Wahnsinns-Erlebnis“, schwärmt Johannes Mittrach, als das Flugzeug sicher wieder auf dem Flugplatz in Großenhain landet. Für alle, die das Kirchspiel auch gern einmal von oben sehen wollen, wird in den nächsten Tagen ein kleiner Film auf die Homepages der Gemeinden gesetzt.

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