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Jazz auf dem Schloss

Die Coswiger Börse geht fremd - sie veranstaltet auf Schloss Batzdorf ein neues Festival.

Der Gitarrist Lars Kutschke will mit Jazzfeudal für neue Klänge auf Schloss Batzdorf sorgen.
Der Gitarrist Lars Kutschke will mit Jazzfeudal für neue Klänge auf Schloss Batzdorf sorgen. © Norbert Millauer

Lars Kutschke (46) ist ein Dresdner Musiker zwischen Jazz und Blues. Der Gitarrist ist weltweit unterwegs, hauptsächlich mit einer Band aus dem amerikanischen Michigan. Er unterrichtet an der Musikhochschule in Leipzig Jazzgitarre. Die SZ fragte ihn, was das kleine Festival Jazzfeudal auf Schloss Batzdorf bieten wird.

Herr Kutschke, wie kommt es, dass auf Schloss Batzdorf - bekannt für Konzerte mit Alter Musik - nun plötzlich Jazz zu hören sein wird?

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Die Initialzündung war meine Hochzeit auf Schloss Batzdorf, da haben befreundete Jazz-Musiker in der Kellertonne gespielt. Das hat Stefan Maass, der musikalische Gestalter der Barockfestspiele, gehört und war angetan. Es zeigte sich, dass er, der ein begnadeter Lautenspieler ist, auch ein großer Jazzfan ist, der in seiner Freizeit Jazzgitarre spielt und Alben hört. So sind wir auf die Idee gekommen, im Keller des Schlosses, in der Tonne, auszuprobieren, wie dort Jazzbands klingen - so wurde die Idee für das Jazzfeudal, das am kommenden Wochenende stattfinden wird, geboren.

Sie starten Ihr neues Projekt in einer Situation, die für Kultur nicht günstig ist.

Es gibt Gott sei Dank in Sachsen Fördertöpfe, die uns überhaupt erst ermöglicht haben, das Projekt voranzutreiben. So ist es möglich, fehlende Einnahmen zu kompensieren. In der Tonne können wir jetzt 70 Plätze anbieten, wo sonst 140 Besucher kommen können. Das hat uns ermutigt, etwas stattfinden zu lassen: Erstens, dass Leute mal wieder ein Konzert hören können, und zweitens, dass die eingeladenen Musiker einen Lichtstreif am Horizont sehen.

Wer hat die Auswahl der Musik getroffen?

Die habe ich unter Beratschlagung durch Stefan Maass getroffen. Es sind Musiker, die ich von Festivals kenne, oder von Hochschulen, an denen ich unterrichte. Andere kannte ich nicht, aber fand sie interessant.

Sagen Sie etwas zum Programm des ersten Jazzfeudal. 

Zugpferd ist natürlich Uschi Brüning am Sonnabend, dem 10. Oktober. Sie wird in ihrem Programm „Herzenlieder“ bekannte Songs von „Am Abend mancher Tage“ bis „September“ interpretieren. Das Konzert ist jetzt schon ausverkauft. Auch, was die anderen Konzerte betrifft, ist die Nachfrage gut, wir hoffen natürlich, dass auch diese am Ende gut besucht sein werden.

Veranstalter Ihres kleinen Festivals ist die Kulturbetriebsgesellschaft Meißner Land, die ja auch die Börse und die Villa Teresa in Coswig betreibt. Wie kam da die Zusammenarbeit zustande?

Mit der Gesellschaft haben wir eine viel bessere Werbung erreicht, weil sie überall Anzeigen geschaltet hat. Die Gesellschaft hat schon häufig in Batzdorf Veranstaltungen gemacht, weil das Ambiente so schön ist. Da lag es für Stefan Maass nahe, anzufragen, ob sie uns bei Jazzfeudal unterstützen würde. Er hat offene Türen eingerannt. Die Gesellschaft hat überhaupt keinen Einfluss auf das Programm genommen, aber den Rahmen dafür geschaffen - von Gema über Künstlerverträge bis hin zur Werbung.

Könnten Sie sich vorstellen, dass es auch ein Zusammengehen von Alter Musik und Jazz geben könnte?

Ja, aber das ist nicht so einfach. Ich habe mich mal mit der Gitarre an Alter Musik versucht und habe seitdem einen Riesenrespekt davor. Aber natürlich könnte man so etwas in den nächsten Jahren einmal ausprobieren. Für den Anfang wünschen wir uns, dass auch bei Leuten, die sonst nicht mit Jazz in Berührung kommen, der Funke überspringt.

Jazzfeudal - Freitag, 9. Oktober, bis Sonntag, 11. Oktober, auf Schloss Batzdorf (Schlossstraße 2, 01665 Klipphausen, Ortsteil Batzdorf. Karten über das Internet. www.batzdorfer-schloss.de oder www.kultur-coswig.de

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