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Lösung für Regenwasserproblem

In Neusörnewitz soll das Gewerbegebiet Cliebener Straße erweitert werden. Dafür ist ein gut zwölf Millionen Euro teurer Kanal die Voraussetzung.

Der für Coswigs Wasser und Abwasser zuständige Geschäftsführer, Jörg Morgenstern, zeigt in Neusörnewitz die Felder, unter denen der geplante Regenwasserkanal vom Gewerbegebiet im Hintergrund bis zur Elbe geführt werden soll.
Der für Coswigs Wasser und Abwasser zuständige Geschäftsführer, Jörg Morgenstern, zeigt in Neusörnewitz die Felder, unter denen der geplante Regenwasserkanal vom Gewerbegebiet im Hintergrund bis zur Elbe geführt werden soll. © Norbert Millauer

Coswig. Die Ansage für dieses Großprojekt hat der Coswiger Oberbürgermeister Thomas Schubert (parteilos) in seiner Neujahrsansprache gemacht: „In Neusörnewitz soll das Gewerbegebiet Cliebener Straße erweitert und erschlossen werden. Dazu wird ein großer Regenwasserabschlagskanal zur Elbe für etwa 12,3 Millionen Euro errichtet werden.“ Und: „Damit wird auch gleich das Problem mit dem Niederschlagswasser für ganz Neusörnewitz gelöst.“ Kurz: Es sollen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Erstens soll Platz für neue Gewerbeansiedlungen bzw. -erweiterungen geschaffen werden und zweitens soll künftig verhindert werden, dass bei Starkregen in Neusörnewitz das Wasser aus den Gullys sprudelt.

Wie dringend das Problem ist, erklärt Jörg Morgenstern, der Geschäftsführer der Wasser Abwasser Betriebsgesellschaft Coswig GmbH (WAB). Zwar sei es höchst erfreulich, dass sich das Gewerbegebiet und auch der Ortsteil weiter entwickelten, aber das bringe natürlich auch Belastungen der Infrastruktur mit sich. Er rechnet vor, dass sich die versiegelte Fläche - also Dächer, Höfe und Wege -, wo das Regenwasser nicht einfach versickern kann, in den letzten Jahren enorm vergrößert hat. So wurde diese Fläche im Jahr 2000 mit 6,3 Hektar angegeben, „2018 waren wir schon bei 9,4 Hektar.“ Und 2018 seien auch die ersten Informationen gekommen, dass der Containerbauer Alho/Procontain sein Werksgelände vergrößern wolle. Dabei sei schon in diesem Jahr festgestellt worden, dass das Kanalnetz überlastet war.

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Nimmt man die prognostizierten Versiegelungsflächen durch die Alho-Erweiterungen und diejenigen, die die Elektorwärme Sörnewitz plant, dann kommt man auf rund 23 Hektar versiegelter Fläche. Im Vergleich zum Jahr 2000 ist das nahezu eine Vervierfachung. „Damit war klar, dass wir dringend etwas tun müssen, um künftig das Regenwasser wegzubekommen“, so Geschäftsführer Jörg Morgenstern.

Der Kanal wird so ausgelegt, dass er auch bei Starkregen funktioniert.“ Das heißt, dass er zwei Kubikmeter Wasser pro Sekunde, also 2.000 Liter, abführen kann. Warum er nicht in vorhandenen Erschließungen wie der Elbgau- oder der Cliebener Straße entlanggeführt wird, lautet die Frage an Jörg Morgenstern. Dort würden schon so viele Medien liegen und es gebe Engstellen, dass der Aufwand nicht vertretbar sei, lautet die Antwort.

Mit 12,3 Millionen Euro - die Stadt hofft, dass davon 90 Prozent gefördert werden - ist der Bau des Regenwasserkanals die zweitgrößte Investition seit 1990, erklärt Oberbürgermeister Thomas Schubert. Noch aufwendiger ist nur der Bau des Gymnasiums mit der Sporthalle für 14,3 Millionen Euro gewesen. „Weitere große Investitionen sind die Sanierung des Cowaplast-Geländes mit 9,6 Millionen Euro und das Gewerbegebiet Elektrowärme Sörnewitz, das gut acht Millionen Euro gekostet hat.“

Wie soll es nun weitergehen mit dem Regenwasserkanal? Nachdem das Projekt schon in den Ausschüssen vorberaten worden ist, soll der Stadtrat auf seiner ersten Sitzung in diesem Jahr, am 3. Februar, fehlende finanzielle Mittel und einen Baubeschluss fassen. „Das ist die Grundlage dafür, dass wir als Stadt einen Fördermittelantrag stellen können“, so der OB.

Eigentlich sollten die ersten Bauausschreibungen für das Projekt ja schon im vergangenen Jahr erfolgen, nun hofft Jörg Morgenstern, dass sie noch in diesem Jahr stattfinden. Denn eines ist klar: „Ohne den Kanal gibt es keine Weiterenwicklung im Gewerbegebiet, dann müssen wir alle weiteren Bauanträge ablehnen.“

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