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Rabu: 999 Narren wollen auf dem Markt feiern

Die Open-Air-Party darf am Sonnabend ohne 2- oder 3 G-Regeln stattfinden. Der Präsident des RCC hat aber einen großen Wunsch an die Besucher.

Von Sven Görner
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Bekommen Nicole I. und Kay II. - das 2019 gekrönte Prinzenpaar der 63. Saison des RCC - endlich Nachfolger? Noch lässt RCC-Präsident Olaf Häßlich (in der Kapitänsuniform) offen, ob nach der Pause im Vorjahr am Sonnabend wieder närrische Majestäten
Bekommen Nicole I. und Kay II. - das 2019 gekrönte Prinzenpaar der 63. Saison des RCC - endlich Nachfolger? Noch lässt RCC-Präsident Olaf Häßlich (in der Kapitänsuniform) offen, ob nach der Pause im Vorjahr am Sonnabend wieder närrische Majestäten © SZ/Sven Görner

Radeburg. Normalerweise würde der Radeburger Traditionsverein am heutigen 11.11. um 11.11 Uhr mit einer zünftigen Schüsselübergabe auf dem Markt der Karnevalshochburg in seine 65. Saison starten. Aber die Pandemie schränkt auch im zweiten Coronajahr das närrische Treiben ein. Zwar wäre die Übergabe - anders als vor einem Jahr - diesmal möglich gewesen, doch das Geld für Bühne, Absperrungen und andere Aufwendungen muss der Verein auch wieder einnehmen. „Was nicht funktioniert, wenn wir die Saalveranstaltungen nicht durchführen können“, sagt Olaf Häßlich, der Präsident des Radeburger Carnevals Clubs (RCC).

Der Verein hatte die drei traditionellen Punksitzungen zum Saisonauftakt und die Reloaded-Party Ende September abgesagt, weil sie unter den Vorgaben der Corona-Schutzverordnung weder wirtschaftlich noch organisatorisch durchführbar gewesen wären.

In der zweiten Oktoberhälfte verkündeten die Karnevalisten dann schließlich, dass es diesmal aber dennoch eine Möglichkeit zum Feiern geben soll: Eine fast achtstündige Open-Air-Party für 999 Närrinnen und Narren auf dem Radeburger Markt am 13. November.

Tickets fast ausverkauft, keine Abendkasse

Der Kartenverkauf am 30. Oktober wurde ein voller Erfolg. Der Großteil der Tickets war nach den zwei Stunden weg, so dass der Verein Sicherheit für die weitere Planung hatte. Noch am Abend konnte Olaf Häßlich die vorbereiteten Verträge unterschreiben. Stand Dienstagabend gab es laut dem RCC-Präsidenten noch 55 Karten. Eine Abendkasse, so hatte der Verein bereits am Montag auf Facebook gepostet, wird es daher nicht geben.

Ob auch die letzten Tickets noch an die Frau und den Mann gebracht werden, sei derzeit allerdings sein geringstes Problem. „Wir haben lange gewartet mit der Entscheidung, diese Veranstaltung zu planen. Erst als vom Gesundheitsamt die Aussage kam, dass die Durchführung kein Problem sei, haben wir uns dazu entschieden.“ Dass sich die Coronalage nun in so kurzer Zeit so dramatische entwickelt hat, bereite ihm Sorgen.

Auch die Gardemädels des RCC werden wie hier bei der 1. Prunksitzung 2019 wieder für Stimmung sorgen.
Auch die Gardemädels des RCC werden wie hier bei der 1. Prunksitzung 2019 wieder für Stimmung sorgen. © SZ/Sven Görner

Fakt ist allerdings, dass die Party auch nach den zu Wochenbeginn verschärften Regeln stattfinden kann. Wie bisher geplant ohne 3- oder gar 2 G. Manche finden das gut, aber es gibt auch Radeburger, die das anders sehen. Die Zweifel reichen dabei bis in den Verein hinein. Olaf Häßlich sagt zu diesem Konflikt: „Wenn ich die Party absage, ruiniere ich damit den Radeburger Karneval, denn die Verträge müssen eingehalten werden. Etwas anderes wäre es, wenn die Veranstaltung verboten werden würde.“

Bauzäune und Pagoden umschließen Partygelände

Doch danach sieht es derzeit nicht aus. Selbst wenn noch in dieser Woche in Sachsen die sogenannte Überlastungsstufe bei der Auslastung der normalen und der Intensivbetten in den Krankenhäusern erreicht wird, könnte wohl am Sonnabend in Radeburg gefeiert werden. RCC-Präsident Olaf Häßlich hat daher eine Bitte an die Gäste der Veranstaltung: „Mein Wunsch wäre es, dass jeder Besucher getestet ist. Damit könnten alle relativ sicher sein, dass bei der Feier Corona nicht weiter verbreitet wird.“ Am Eingang werden Tests angeboten, aber natürlich könne man sich auch schon zuhause testen, denn es sei eine rein freiwillige Sache.

Der Aufbau auf dem Radeburger Markt startet am Freitag 9 Uhr. Mit Pagoden und Bauzäunen wollen die Karnevalisten das Partygelände möglichst blickdicht umschließen.