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S-Bahn Meißen-Radebeul-Dresden: Voll und gefährlich?

Eine SZ-Leserin beschwert sich über niesende und hustende Fahrgäste und keine Kontrollen. Bahn und Verkehrsverbund antworten darauf.

Wenn die S-Bahn zu voll wird, sollte man - wegen der Ansteckungsgefahr - den nächsten Zug nehmen, heißt der Ratschlag der Deutschen Bahn.
Wenn die S-Bahn zu voll wird, sollte man - wegen der Ansteckungsgefahr - den nächsten Zug nehmen, heißt der Ratschlag der Deutschen Bahn. © Norbert Millauer

Radebeul/Meißen/Dresden. Die S-Bahnlinie S1 Radebeul Richtung DD ist morgens gegen 7.30 Uhr völlig überfüllt, die Leute husten und schnupfen und kein Schaffner weit und breit (u.a. die Einhaltung der Maskenpflicht) kontrolliert. Der am Haltepunkt Weintraube zugestiegene Schaffner ging schnurstracks in sein abgeschlossenes „Kabuff“ und ward bis zu meinem Ausstieg in Strehlen nicht gesehen.

 Die Bahn liefert damit eine Steilvorlage zur Coronaverbreitung, weil sie offenbar nicht willens ist, die Überfüllung zum Beispiel durch das schlichte Anhängen weiterer Waggons zu entzerren. Das schreibt eine SZ-Leserin (Name der Redaktion bekannt), die in Radebeul-Kötzschenbroda morgens 7.24 Uhr mit der S-Bahn fährt.

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Die Sächsische Zeitung hat daraufhin beim Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) als dem Besteller der Fahrten, als auch der Deutschen Bahn selber nachgefragt, ob die Situation nicht einfach mit mehr Waggons im Zug verbessert werden kann und wie das Maskentragen kontrolliert wird. 

Vom VVO gab es von dessen Sprecher Christian Schlemper die Antwort, bisher habe der VVO nur punktuell Beschwerden über volle Züge erhalten, die dann auftraten, wenn einzelne Fahrten ausgefallen sind. Schlemper: „Insgesamt ist die Auslastung der S-Bahn Dresden noch niedriger als zu Vor-Corona-Zeiten. Eine weitere Erhöhung der Kapazität ist daher derzeit nicht geplant - diese müsste ja vom VVO bestellt und finanziert werden.“

Vor allem aber sagt der VVO, dass es den ganzen Tag so ist, dass die Züge, die sich zur vollen (Minute 57) und halben Stunde (Minute 27) im Hauptbahnhof Dresden aus beiden Richtungen treffen, lange Züge mit vier Wagen sind. Also auch die Züge, die zur vollen und halben Stunde ab dem Dresdner Hauptbahnhof Richtung Radebeul und Meißen fahren, sind lang. 

Die Züge dazwischen, die ja in den Hauptverkehrszeiten früh und Nachmittag fahren, sind kurz - mit zwei Wagen. Das heißt für Kötzschenbroda, dass 7.24 Uhr eine S-Bahn mit zwei Waggons fährt, die nächste um 7.34 Uhr mit vier Waggons, was sich 7.54 Uhr und 8.04 Uhr so fortsetzt.

Seitens der Deutschen Bahn gibt es folgende Antwort auf die Nachfrage der SZ: Reisende in Zügen und Bussen der Deutschen Bahn sind verpflichtet, Mund und Nase zu bedecken. Sollten sich Fahrgäste nach einer wiederholten Aufforderung weigern, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen, können wir dies nicht akzeptieren und holen, wie in allen Konfliktsituationen, die Bundespolizei hinzu.

In Coronazeiten ist Eigenverantwortung gefragt. Eigenverantwortung heiße aber auch, bei einem zu vollen Bus oder Bahn vielleicht einfach mal abzuwarten und die nächste Verbindung zu wählen. „Seit Bestehen der Maskenpflicht informieren wir darüber breit in Zügen, Bahnhöfen sowie in allen Medien (bahn.de, Bahn-App DB Navigator) und appellieren an Fahrgäste, dies zum Schutz aller Kunden und DB-Mitarbeiter zu beachten.“

 In dem Infosystem gibt es drei Stufen zur Auslastung der Züge. 1. Stufe: geringe bis mittlere Auslastung (ein grünes Männchen), 2. Stufe: mittlere bis hohe Auslastung (zwei grüne Männchen), 3. Stufe: hohe Auslastung (drei grüne Männchen).

Für die Prognose genutzt werden Daten der letzten 14 Tage, die aus einem Fahrgastzählsystem stammen. Sie werden mit der aktuellen Lage verknüpft. Diese Daten werden im Zweiwochen-Rhythmus aktualisiert, informiert die Bahnsprecherin.

www.bahn.de/s-bahn-dresden

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