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Peter Rösel testet berühmten Flügel

Das Instrument, das einst Europas berühmtester Pianist - Eugen d’Albert - einst gespielt hat, ist nun für immer in Coswig angekommen.

Pianist Peter Rösel spielt erstmals den historischen Steinway-Flügel in der Villa Teresa. Den Klang des aufwendig sanierten Instrumentes beschreibt er als überwältigend.
Pianist Peter Rösel spielt erstmals den historischen Steinway-Flügel in der Villa Teresa. Den Klang des aufwendig sanierten Instrumentes beschreibt er als überwältigend. © Arvid Müller

Coswig. Peter Rösel ist vorsichtig an das Unterfangen herangegangen: „Ich habe mir gesagt, ich schraube meine Erwartungen erst einmal herunter, um nicht so enttäuscht zu werden.“ Aber dann antwortet er auf die Frage, wie sein erster Eindruck von dem Instrument ist: „Würde ich zum Pathos neigen - würde ich sagen - überwältigend.“ Die Rede ist vom Konzertflügel der Firma Steinway, den der Pianist Eugen d’Albert 1898 gekauft hatte und der nach einer aufwendigen Sanierung in der Hamburger Spezialfirma Klangmanufaktur nun in der Villa Teresa angekommen ist.

Peter Rösel, der sächsische Ausnahme-Pianist, hat ihn am Montag als Erster in der Villa ausprobiert. „Ich gehöre eigentlich nicht zu den Skeptikern, aber so hundertprozentig gewiss, dass da etwas richtig Schönes draus wird, war ich natürlich auch nicht.“ Es war gut, dass man sich auf die Firma verlassen habe, die zwar das teuerste Angebot abgegeben habe, wie sich nun aber zeige, auch das beste. 

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Rund 48.000 Euro hat die Wiederherstellung des historischen Konzertflügels gekostet. „Wir haben das Geld komplett bei Sponsoren und Spendern eingesammelt“, erklärt Brigitte Köhler, die Vorsitzende der Teresa Carreño und Eugen d’Albert Gesellschaft Coswig stolz. Stolz kann man auch darauf sein, dass die Stadträte ihrer Heimatstadt eine Ausfallbürgschaft über bis zu 19.000 Euro bewilligt haben, sollte das Geld nicht durch Spender und Sponsoren zusammenkommen. 

Dass es das ist, ist auch ein Beweis dafür, dass die Bürgerschaft und die Wirtschaft hinter dem Projekt stehen. Dabei war es keinesfalls sicher, dass das Vorhaben aufgeht, erklärt Christiane Böttcher, die Chefin der Villa Teresa - des mittlerweile über die Grenzen der Region hinaus bekannten Kammermusikzentrums im Coswiger Stadtteil Kötitz. Denn der Flügel soll ja kein Museumsstück sein, sondern regelmäßig in Konzerten gespielt werden.

Dazu wurde so viel wie möglich an der historischen Substanz erhalten und so viel wie nötig erneuert. „Und das Ergebnis ist einfach richtig gut“, so noch einmal Peter Rösel. „Und ich denke, das wird sich in der Region auch herumsprechen, dass hier - was das Musikerlebnis betrifft - ein ganz bedeutender Sprung gemacht worden ist.“

 Mit Sicherheit würden Pianisten in die Villa Teresa kommen, um den Flügel zu spielen, erklärt Peter Rösel. Das bestätigt Christiane Böttger. Es gebe bereits zahlreiche Anfragen von Musikern, die das Instrument kennenlernen wollen. 

Peter Rösel begründet dieses Interesse nicht nur mit der gelungenen Sanierung des historischen, mittlerweile gut 120 Jahre alten Flügels, sondern auch damit, dass dieser von Eugen d’Albert, einem der größten europäischen Pianisten und Komponisten in der Zeit um 1900, gehört habe.

Auf die Frage, wie er den Klang des Flügels beschreiben würde, antwortet Peter Rösel: „Man kann nur den Hut ziehen vor unseren Vorfahren, die ein solches Instrument ohne computergestützte Hilfe bauen konnten, sondern nur mit ihrer Erfahrung. Das Instrument hat einen präsenten, leicht romantischen, warmen Klang. Das entspricht dem Ideal des 19. Jahrhunderts.“

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