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Neue Weichen für den Lößnitzdackel

Wie jedes Jahr im Herbst wird auf der Strecke zwischen Radebeul und Radeburg gebaut. Diesmal vor allem in Moritzburg.

Am Bahnhof in Moritzburg werden derzeit die Übergänge erneuert.
Am Bahnhof in Moritzburg werden derzeit die Übergänge erneuert. © Norbert Millauer

Moritzburg. Zwischen Radebeul-Ost und Radeburg fahren derzeit Busse. Noch bis einschließlich Freitag bleiben die Lokkessel der Lößnitzgrundbahn kalt. Der Grund: Die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft mbH (SDG) führt wieder umfangreiche Instandhaltungsarbeiten an den Bahnanlagen durch. Schwerpunkt ist in diesem Jahr der Bahnhof in Moritzburg, so Mirko Froß, Betriebsleiter der SDG.

"Im Bahnhof Moritzburg tauschen wir zwei Weichen aus." An diesen waren die Toleranzwerte erreicht. "Eine Reparatur hätte sich nicht mehr gelohnt, da die Weichen über 40 Jahre im Einsatz waren", sagt Mirko Froß. "Es war Zeit, sie zu wechseln."

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Während der diesjährigen Streckensperrung werden im Bahnhof Moritzburg, aber auch an verschiedenen anderen Stellen zudem Schwellen ausgewechselt. "Im Bahnhofsbereich bauen wir dabei wieder Holzschwellen ein. Das ist eine Forderung des Denkmalschutzes." Auf freier Strecke kommen dagegen als Ersatz Schwellen aus recyceltem Kunststoff unter die Metallschienen.

Und warum werden statt Holz keine Betonschwellen verlegt? "Das hat mehrere Gründe: Zum einen gibt es für Schmalspurgleise gar keine Betonschwellen. Und zum anderen sollen sie ja möglichst auch wie Holz aussehen, was bei den Kunststoffschwellen der Fall ist", erklärt der SDG-Betriebsleiter. Zudem spricht noch etwas für deren Einbau: "Wir hoffen, dass sie eine längere Lebensdauer als die anderen haben."

Auf der Weißeritztalbahn, die ebenfalls von der SDG betrieben wird, wurden zur Erprobung auf insgesamt sechs Kilometern Länge Schwellen aus Recyclingmaterial verlegt. "Und auch auf der Lößnitzgrundbahn haben wir schon vor sechs Jahren testweise einige verbaut", so Mirko Froß. Dann habe es die Schwellen eine Zeitlang aber nicht mehr gegeben. "Jetzt sind sie wieder verfügbar. Ich hoffe, das bleibt so."

Ab Sonnabend rollen zwischen Radebeul und Radeburg wieder die Züge.
Ab Sonnabend rollen zwischen Radebeul und Radeburg wieder die Züge. © SDG

Genutzt wird die Zeit des Ersatzverkehrs mit Bussen aber auch für weitere Wartungsarbeiten an der Strecke - unter anderem für das Freischneiden des Bahnprofils. Gearbeitet wird aktuell aber auch noch in der Nähe des Moritzburger Bahnhofs. In der Wald- und der Bahnhofstraße werden dabei die Bahnübergänge erneuert. "Diese Arbeiten dauern noch bis einschließlich Freitag", ergänzt Mirko Froß.

Ab 21. November steht die Lößnitzgrundbahn dann wieder planmäßig unter Dampf und verkehrt nach dem normalen Fahrplan. Rund 250.000 Euro werden für die genannten Instandhaltungsarbeiten investiert.

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Sonderfahrten wird es nach dem jetzigen Stand der Dinge in diesem Jahr coronabedingt nicht mehr geben. Die Pandemie schlägt auch beim Lößnitzdackel zu Buche. "Durch die Einschränkungen haben uns vor allem die Reisegruppen gefehlt, die einen großen Teil unserer Fahrgäste ausmachen", sagt der SDG-Betriebsleiter. "Zwar haben viele Leute in diesem Sommer individuell in Sachsen Urlaub gemacht, das Plus bei den Familien gleicht das Minus durch die Reisegruppen aber nicht aus."

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