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Radebeuler gewinnen bei der Rallye Sachsen Classic

Mit dem ältesten Fahrzeug teils im Regen übers Erzgebirge gefahren. Der Gesamtsieger ist auch ein gebürtiger Elbländer.

Geschafft, aber glücklich: Silke Haller und Jens Seidel aus Radebeul mit ihrem Buick, Baujahr 1926, im Ziel in Dresden bei der Rallye Sachsen Classic.
Geschafft, aber glücklich: Silke Haller und Jens Seidel aus Radebeul mit ihrem Buick, Baujahr 1926, im Ziel in Dresden bei der Rallye Sachsen Classic. © privat

Radebeul/Dresden. Es ist die Rallye der Profis auf alten Autos quer durch Sachsen. Mitfahren darf, wer eingeladen wird. Über 600 Kilometer ging es am vergangenen Wochenende quer durch den Freistaat und auch übers Erzgebirge in Tschechische - diesmal mit großer Skoda-Beteiligung.

Das Radebeuler Team Silke Haller als Beifahrerin und Jens Seidel (Fahrer, Wirt der Lößnitztalschänke) hat bei der Rallye Sachsen Classic den ersten Platz unter den ältesten Autos belegt und ist überhaupt mit dem ältesten Fahrzeug angetreten. Jens Seidel beschreibt sein ungewöhnliches Fahrzeug: Ein Buick Standard Six Baujahr 1926. „Habe ich vor Jahren aus Neuseeland gekauft und in Schuss gebracht.“ Gebaut ist der stolze Oldtimer fast komplett aus Holz - die Räder, die Karosserie ist nur mit Blech verkleidet. Der Antrieb geschieht mit einem Sechszylinder Reihenmotor, der 60 Pferdestärken hat. Beim Schalten geht ohne Zwischengas gar nichts. Gebremst wird über ein Gestänge, die Lenkung mittels einer Schnecke bewegt, nicht mit Öldruck oder gar Servolenkung - alles schweißtreibende Kraftarbeit, um sicher über die Landstraßen zu rollen.

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„Unterwegs mussten wir die Scheiben im Regen abdichten. An den langen Steigungen durfte vor uns keiner stoppen, und richtig heikel wurde es auf nassem Kopfsteinpflaster mit den im Verhältnis zur Autogröße schmalen Reifen“, schildert der autoverrückte Seidel die Schwierigkeiten, mit so einem Fahrzeug durchzukommen.

Seine Beifahrerin und Ansagerin auf den Rallye-Etappen, Silke Haller, hat sich dafür allerdings auch gründlich vorbereitet. Tagelang sind die beiden die Streckenetappen durchgegangen und haben auch Lichtschrankentraining gemacht, um auf den Zeitfahrabschnitten zu bestehen. Unter solchen gestandenen Teams wie bei der Sachsen Classic genügen nämlich Hundertstelsekunden als Abweichung, um im Klassement durchgereicht zu werden, erläutert Markus Hendel, ein weiterer Rallye-Fahrer, der in Radebeul geboren wurde.

Hendel hat sogar das Gesamtklassement der Rallye Sachsen Classic über die komplette Strecke und alle Prüfungen gewonnen. Mit einem Chevrolet Corvette, Baujahr 1963.

Auf der großen Oldtimerfahrt - die auch durch den Kreis Meißen führte - gab es reichlich interessante Erlebnisse. Darunter die spektakuläre und von vielen Zuschauern bejubelte Auffahrt auf der Steilen Wand von Meerane. Zu den größten Erlebnissen zählten die Besuche im Zwickauer Horch-Museum und im Skoda-Werk im tschechischen Mlada Boleslav. Dort fand sogar mitten im Werksgelände eine der Wertungsprüfungen statt.

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Die Radebeuler Jens Seidel und Silke Haller sind froh, dass ihr fast 100 Jahre altes Auto durchgehalten hat - alle 100 Kilometer musste Öl nachgefüllt werden. Für Markus Hendel und seinen Beifahrer Christoph Herbrig war es ein großer Erfolg. Erstmals hat ein Sachse nämlich die Sachsen Classic gewonnen. Seidel und Haller sind übrigens im Gesamtklassement noch 64. unter vielen technisch wesentlich besser ausgestatteten Fahrzeugen.

Und Hendel bereitet auch schon die nächste Rundfahrt vor, für die man sich noch anmelden kann. Am 11. September startet in Radeberg die 9. Rallye Elbflorenz.

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