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Radeln gegen die Goldmine

© Jörn Haufe

Auf dem Tandem 3 000 Kilometer quer durch Europa: Zwei Studenten auf einer Mission.

Von Marco Henkel

Überall, wo Louisa Hoppe und Tica Darie mit ihrem 3,5 Meter langen Gefährt auftauchen, erregen sie Aufmerksamkeit. Der 22-jährigen Thüringerin und dem 20-jährigen Rumänen ist das nur recht. Denn die beiden haben eine Ziel: Das Schicksal von Rosia Montana soll über die Grenzen Rumäniens hinaus bekannt werden. Und deshalb radeln sie, vom dänischen Kopenhagen über Dresden bis ins rumänische Cluj. 3 000 Kilometer auf einem Tandem mit Anhänger in 44 Tagen.

Rosia Montana, auf Deutsch Goldbach, ist eine kleine Gemeinde im rumänischen Siebenbürgen. Der Name kommt nicht von ungefähr, denn unter der Erde schlummern hier große Gold- und Silbervorkommen. Und damit diese abgebaut werden können, muss Rosia Montana verschwinden. Vier Berge, zehn Kirchen, 50 denkmalgeschützte Gebäude und 140 Wohnungen sollen dem größten Goldabbau-Vorhaben Europas zum Opfer fallen. 2 000 Menschen müssen umgesiedelt werden.

Für Louisa und Tico eine unerträgliche Vorstellung. Das Tandemduo lernte sich auf einem Musik-Festival in Rosia Montana kennen. „Für uns beide ist es ein magischer Ort, der nicht verschwinden darf“, erzählt Louisa. Sie entschlossen sich, zu einer Protestradtour. Acht Monate dauerten die Vorbereitungen. Doch am Anfang gab es Probleme, berichtet Louisa: „Unsere Taschen waren zu schwer. Wir sind einfach nicht vom Fleck gekommen.“

Während ihrer Tour halten die beiden immer wieder Informationsveranstaltungen ab, tauschen sich mit Interessierten aus. In Dresden kamen am Dienstag fast 50 Leute. Heute geht es weiter Richtung Prag.