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Rammen für mehr Sicherheit

Am Bahnhof Horka soll eine Spundwand den Bahndamm stützen. Im Januar 2018 beginnt der Aufbau der Oberleitung.

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© André Schulze

Von Frank-Uwe Michel

Im Moment ist es um das Baugeschehen rund um den Güterbahnhof Horka eigentlich recht ruhig bestellt. Bis auf zwei Ausnahmen. Parallel zur Straße nach Rothenburg sorgt unterhalb der Gleise eine gewichtige Ramme für Lärm. Und in der anderen Richtung wird in Höhe des Tierheims eine Bahnbrücke über den Kirchsteg gebaut. Beide Projekte werden noch eine Weile in Anspruch nehmen, wobei die Arbeiten an der Brücke erst im neuen Jahr abgeschlossen werden können.

Stützwand bis Weihnachten fertig

Bereits Wochen zuvor konnte man seitlich der neuen Niederschlesien-Magistrale Bagger beobachten, die mit Erdaushüben, dem Verfüllen und Verdichten bestimmter Bereiche entlang der Gleise beschäftigt waren. Nun also werden mehrere Meter lange Stahlbleche in das Erdreich gerammt und zu einer Spundwand verbunden. Nach Informationen von Ulrich Mölke will man damit eine Stützwand schaffen, die Rutschungen am Bahndamm verhindern soll. Die Bleche werden durch Vibration in den Boden gedrückt. Das soll, erklärt der Projektleiter für den Abschnitt Knappenrode - Horka, bis 22. Dezember abgeschlossen sein. Danach werde die Stützwand mit einem weiteren Blech abgedeckt.

Nicht ganz so schnell geht es mit der Bahnbrücke vor dem Tierheim weiter. Dort sind die Fundamente zwar fertig, aktuell müssen jedoch die Widerlager aufgebaut werden. Wenn es die Witterung erlaubt, soll auch im Winter weitergebaut werden. Der ambitionierte Termin für die Fertigstellung ist der 30. April 2018. „Erst danach“, so Mölke, „wird man wieder mit dem Fahrzeug unter der Brücke hindurch fahren können.“ Am Güterbahnhof werden darüber hinaus keine Arbeiten durchgeführt. „Im Großen und Ganzen sind wir hier fertig“, erklärt der Fachmann. Anders sieht es im Bereich der Rampe am Personenbahnhof aus. Dort wird neben der Brücke am Tierheim die Brücke am Gleisdreieck neuerrichtet. Schließlich muss das vorhandene Kreuzungsbauwerk für die Aufnahme
von Lärmschutzwänden vorbereitet werden.

Mit Beginn des neuen Jahres wird dann das angebracht, was die Elektrifizierungsstrecke eigentlich ausmacht – die Oberleitung. „Wir starten mit dem Aufbau an der Neißebrücke bei Zentendorf und arbeiten uns gleisweise in Richtung des Güterbahnhofs Horka vor“, erläutert der Bahnexperte die Vorgehensweise. Um potenziellen Dieben ihre Gaunertouren zu erschweren, wird die Anlage unmittelbar nach der Montage unter Spannung gesetzt – vorläufig noch mit Strom aus Polen. Laut Mölke wird zwischen dem Güterbahnhof Horka und der Neißebrücke später dann eine Systemtrennstelle eingerichtet, um die beiden unterschiedlichen Bahnstromsysteme zu trennen.

Störungsmeldung an Bundespolizei

Damit der Materialklau an der neuen Niederschlesien-Magistrale in Zukunft eine so geringe Rolle wie möglich spielt, gibt es für die gesamte Baumaßnahme zwischen Knappenrode und der polnischen Grenze ein mit den regionalen Sicherheitsbehörden, der DB Sicherheit und der Bundespolizei abgestimmtes Sicherheitskonzept, das baubegleitend fortgeschrieben wird. „Das reicht von der Kennzeichnung von Baumaschinen über die Videoüberwachung, über die Verwendung von Kabel-DNA bis zur automatischen Stromkreisüberwachung“, erläutert der Projektleiter der Deutschen Bahn. Falls es dabei zu Störungen komme, würden die per Funk direkt zur Bundespolizei übertragen. Darüber hinaus habe man auch – soweit das möglich sei – mit technischen Schutzmaßnahmen vorgesorgt. Ergänzt würden sie durch sichtbare und verdeckte Streifendienste von Sicherheitsunternehmen, der DB Sicherheit und der Bundespolizei. „Ausschließen können wir nichts, aber dass diese Dinge durchaus erfolgreich sind, haben die vergangenen Wochen bewiesen.“