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Randale am Real Niederau

Nach getaner Arbeit im EX-Real von Niederau wollen die Helfer des THW in der Nacht heimfahren. Während einige Einheimische friedliche protestieren, kreist ein alkoholisierte Mob die Ehrenamtlichen ein und bewirft sie mit Flaschen.

Niederau. Rund 200 teilweise alkoholisierte Personen haben nach Auskunft der Polizei in der vergangenen Nacht versucht, den Zaun zur Flüchtlings-Erstaufnahme des früheren Real Markts umzuwerfen. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit acht Beamten von 18 Uhr bis 2 Uhr morgens im Einsatz. SZ-Informationen zufolge soll es zudem zu Übergriffen auf Helfer des Technischen Hilfswerks gekommen sein, die dabei waren, Feldbetten in der Halle aufzustellen.

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Kräfte des THW und des DRK richteten die leerstehenden Räumlichkeiten ein. Sanitärcontainer wurden ebenfalls aufgebaut. Vor dem Gelände sammelten sich „besorgte Bürger“ und provozierten den Sicherheitsdienst. Die Stimmung war sehr gereizt.
Getrennte Abteilungen zum Schlafen und Essen.
Der renovierte Eingang des ehemaligen Supermarktes in Niederau. © dpa
Der Bürgermeister von Niederau, Steffen Sang vor dem Gelände des ehemaligen Supermarktes in Niederau. © dpa
An einem Verkehrsschild in unmittelbarer Nähe der zukünftigen Asylunterkunft klebt ein Sticker mit den Worten: „Bitte flüchten sie weiter! Es gibt hier nichts zu wohnen. Refugees are not welcome!“ © dpa

Die Fahrzeuge des THW sollen mit Flaschen beworfen worden sein. THW-Sprecherin Andrea Wirth bestätigte, das ehrenamtliche THWler angegriffen worden sein. Ein Augenzeuge erzählt, dass die Mitarbeiter des THW an ihrer Abfahrt gehindert wurden. Der alkoholisierte Mob versperrte demnach den Ehrenamtlichen den Weg, nutze Flaschen als Wurfgeschosse und glühende Zigarettenkippen.

Der ehemalige Einkaufsmarkt in Niederau bietet Unterkunft für zunächst bis zu 500 Asylsuchende. Betreuer der Asylbewerber wird das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sein. Mit der Ankunft der ersten Ausländer wird im Laufe des Wochenendes gerechnet.

Niederaus Bürgermeister Steffen Sang (parteilos) berichtete der SZ, unter den Randalierern habe er keine Niederauer entdecken können. Diese hätten Abstand gehalten und friedlich protestiert. Er habe versucht, mit einigen Personen ins Gespräch zu kommen, die offenbar die Ankunft von Flüchtlingen durch eine Autoblockade verhindern wollten. „Da bin ich manchmal schon einen Schritt zurückgegangen“, so Sang.

Ob er sich nochmals allein in eine solche Situation begeben würde, müsse er sich genau überlegen. Eine geplante Teilnahme mit seiner Sportmannschaft an einem Wettkampf hat Sang für das Wochenende abgesagt. Er wolle vor Ort sein, um im Notfall deeskalierend zu wirken, sagte der Niederauer Bürgermeister. Im Real selbst hat sich Sang persönlich ein Bild von den Aufbauarbeiten in der künftigen Erstaufnahme des Freistaats für Asylsuchende gemacht. Rund 500 Menschen könnten dort untergebracht werden, so Sang. Das Maximum sehe er bei 800 Asylbewerbern.

(SZ/pa)

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