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Rechtsextreme Israelis marschieren in Ostjerusalem

Jerusalem. Unter massivem Polizeischutz sind am Sonntag Dutzende rechtsextremer Israelis durch das Silwan-Viertel im arabischen Ostteil Jerusalems marschiert. Ziel des Marschs unter Leitung des rechtsextremen...

Jerusalem. Unter massivem Polizeischutz sind am Sonntag Dutzende rechtsextremer Israelis durch das Silwan-Viertel im arabischen Ostteil Jerusalems marschiert. Ziel des Marschs unter Leitung des rechtsextremen Aktivisten Baruch Marsel ist es, israelische Souveränität über ganz Jerusalem zu demonstrieren. Bereits vor Beginn der umstrittenen Demonstration wurden nach palästinensischen Angaben vier Menschen bei Konfrontationen verletzt.

Nach israelischen Angaben warfen vermummte Palästinenser Steine auf die Polizei. Palästinensische Demonstranten berichteten, die Polizisten hätten daraufhin „stinkendes Wasser“ auf sie gespritzt. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte sich für einen Aufschub der Marschs ausgesprochen. Die Demonstration wurde jedoch vom Höchsten Gericht in Jerusalem genehmigt. Netanjahu traf am Morgen erneut mit dem US-Nahostgesandten George Mitchell zusammen.

Der Leiter des arabischen Informationszentrums in Silwan, Dschawad Sijam, sagte am Sonntagmorgen: „Der Marsch vertritt nicht nur die Ziele der Siedler, sondern auch der israelischen Regierung.“ Ziel sei es, „die (arabische) Bevölkerung in Silwan vertreiben, damit es bis zum Jahr 2020 eine jüdische Mehrheit in diesem Stadtteil gibt“, sagte der 41-Jährige. Nach seinen Angaben leben dort gegenwärtig 300 israelische Siedler inmitten von 55000 Palästinensern.

Der israelische Polizeisprecher Mickey Rosenfeld dementierte am Sonntag Berichte, denen zufolge in der Nacht vor dem Marsch 30 palästinensische Einwohner Silwans festgenommen wurden. (dpa)