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Reichsbürger besonders aktiv an der Neiße

Sie sind hier an so vielen Straftaten beteiligt wie nirgends sonst im Freistaat Sachsen.

© Patrick Seeger/dpa

Von Sebastian Beutler

Görlitz. Anhänger der sogenannten Reichsbürger-Szene haben im vergangenen Jahr im Landkreis Görlitz 43 Straftaten begangen – so viele wie nirgends sonst im Freistaat. Das geht aus einer Auswertung des Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrums hervor, die die Fraktion der Linkspartei beim Innenministerium erfragt hat. Sachsenweit ermittelten die Behörden bei 235 Fällen Reichsbürger als Straftäter. Nach Görlitz waren sie vor allem in der Stadt Dresden (27) sowie in den Kreisen Bautzen (22) und Zwickau (21) aktiv. Hochburg ist aber eindeutig der Kreis Görlitz. Besonders häufig kommen Nötigungen (64), Beleidigungen (25) und Widerstand gegen Beamte (18) vor – diese Delikte machen gemeinsam fast die Hälfte aller Fälle aus. Unter den erfassten Delikten sind außerdem acht Körperverletzungen, sechs Verstöße gegen das Waffen- und drei Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. In einem Fall wird offenbar sogar wegen Hochverrats ermittelt. Die Zahlen beziehen sich aber vor allem auf aufgeklärte Fälle, über die Beteiligung von Reichsbürgern an weiteren, unaufgeklärten Straftaten lassen sie keine Rückschlüsse zu.

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