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Renaissance-Fresken für das Residenzschloss

Im Großen Schlosshof gestalten Restauratoren auf der Loggia die Wände mit besonderen Motiven.

Von Peter Hilbert

Der Freistaat investiert kräftig, um den Großen Hof des Dresdner Residenzschlosses wieder prachtvoll herzustellen. Fast elf Millionen Euro werden ausgegeben, um die viergeschossige Loggia an der Innenseite des Hausmannsturms aufzubauen und jetzt wieder Fresken an der Rückseite des sogenannten Altans herzustellen. „Damit wird die Reinszenierung der Fassaden des Großen Schlosshofes, die die Geisteswelt der Renaissance widerspiegeln, abgeschlossen“, erklärt Sprecher Alwin-Rainer Zipfl vom Finanzministerium. Allein dafür werden fast drei Millionen Euro ausgebeben. Vor fast 30 Jahren war mit den ersten Arbeiten in Großen Schlosshof begonnen worden. Der Rohbau des Altans konnte 2010 fertiggestellt werden.

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Kurfürst Moritz hatte das Schloss Mitte des 16. Jahrhunderts umbauen lassen. In dem Zuge hatte er auch veranlasst, den Großen Schlosshof prachtvoll zu gestalten. Die Fresken des Altans mit der Darstellung biblischer Szenen gehörten zu den größten farbigen Renaissancefresken nördlich der Alpen. Damit wollte sich Sachsens Kurfürst Moritz als starker Feldherr und überzeugter Lutheraner in Szene setzen.

Die anderen Bilder im Schlosshof sind schon weitgehend wiederentstanden. Nun soll noch die Lücke am Altan gefüllt werden. Er war der gestalterische Höhepunkt in dem Ensemble. Die Brüder Benedict und Gabriel de Tola aus dem italienischen Brescia sollen das Fresko geschaffen haben. Daran arbeiteten sie zwischen 1548 und 1554 im Dresdner Schloss. Im Kupferstich-Kabinett gibt es noch Entwurfszeichnungen. In Italien sei nach jetzigen Erkenntnissen kein Fresko von ihnen bekannt.

Die vom Freistaat beauftragten Künstler und Restauratoren haben sich in Brescia Arbeiten von Künstlern aus dieser Zeit und des Lehrers der Gebrüder Tola angesehen. Da keine originalgetreue Rekonstruktion der Renaissance-Fresken möglich ist, soll die Altan-Rückseite im Stile der Tola-Brüder neuinszeniert werden.

Seit 2016 werden die Motive in mehreren Entwicklungstufen erarbeitet. „Nachdem die Komposition der einzelnen Felder klar ist, werden nun die Motive im Maßstab 1:1 ausgearbeitet, die später auf die Fassadenfelder übertragen werden“, erklärt Zipfl. Derzeit werden zwei Felder als Probe am Altan im zweiten Obergeschoss hergestellt. Dabei wird die Farbe in den feuchten Putz eingearbeitet.

In den kommenden drei Jahren sollen die größten Renaissancefresken nördlich der Alpen auf drei Etagen wiederentstehen. „Jeweils im Sommer wird das realisiert, was davor im Winter vorbereitet werden konnte“, erläutert er die Strategie des Vorgehens. Begonnen wird im nächsten Jahr im dritten Obergeschoss. Dort ist das Fresko von der Königin von Saba, die vor König Salomo tritt, geplant.

Im folgenden Jahr geht es im Stockwerk darunter mit „Die Heiligen drei Könige, die den Heiland anbeten“ weiter. 2021 wird letztlich im ersten Obergeschoss das Fresko „Saulus, der zum Paulus bekehrt wird“ erstellt.

Für die anspruchsvolle Entwicklung und die Ausführung der besonderen Maltechnik konnten künstlerische Maler und Restauratoren gewonnen werden, die teilweise schon mit der Entwicklung der Motive dieser Sgraffiti befasst waren.