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Reste vom alten Narrenhäusel entdeckt

© Sven Ellger

Auf der Augustusbrücke stießen Bauleute auf alte Mauern. Das Gebäude soll wieder aufgebaut werden. Ein Fassadenwettbewerb ist bereits vorbereitet.

Von Kay Haufe und Peter Hilbert

Bei der Sanierung der Augustusbrücke stoßen die Bauleute immer wieder auf Teile der alten Elbbrücke, so vorige Woche auf einen 800 Jahre alten Bogen. Kürzlich haben sie am Altstädter Ende auch Mauern gefunden, die vom alten Narrenhäusel stammen.

So sah das Narrenhäusel einst aus

Auf dieser Postkarte um 1900 ist das Narrenhäusel zu sehen.
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„Das ist das Westende des Gebäudes aus der Barockzeit“, erklärt Abteilungsleiter Thomas Westphalen vom Landesamt für Archäologie. Die Mauerreste wurden bereits vermessen. So richtig aktiv werden die Archäologen aber erst, wenn der Wiederaufbau kommt. Dann wird die gesamte Fläche des ehemaligen Narrenhäusels umfassend archäologisch untersucht.

Währenddessen wird der Wiederaufbau bereits vorbereitet. Bauunternehmer Frank Wießner, der den Zuschlag dafür erhielt, hat den Fassadenwettbewerb vorbereitet. Den fordert die Stadt. „Obwohl es außer für den Nordteil Ansichten für alle Fassaden gibt“, sagt Wießner. Er wolle das Narrenhäusel möglichst originalgetreu wiederaufbauen. Doch die Stadt argumentiert, dass es aufgrund der neuen Nutzung Anpassungen geben muss. So wird es zum Beispiel im Restaurant im Erdgeschoss größere Fenster geben müssen als ursprünglich.

Für den Bauunternehmer bedeutet der Wettbewerb eine weitere finanzielle Belastung, die er so nicht eingeplant hatte. Die Stadt hatte aber signalisiert, dass sie einem auf wenige Teilnehmer begrenzten Wettbewerb zustimmen werde, um die Kosten gering zu halten. Bis jetzt ist Wießner aber noch nicht mal Eigentümer des Grundstücks. Solange dies nicht der Fall ist, will er das finanzielle Risiko nicht tragen. Die Stadt bereitet nach eigener Aussage eine Vorlage für den Verkauf vor. Doch das tut sie bereits seit mehreren Monaten. Sorgen hat er auch, dass nötige Arbeiten nicht richtig mit der Stadt abgesprochen werden könnten. „Den Abwasseranschluss müsste ich zum Beispiel in der Augustusbrücke verlegen lassen.“ Dies müsse passieren, bevor die Brücke wieder fertiggestellt ist.

Wießner will das Gebäude nicht nur bauen, sondern es nach 60 Jahren kostenlos an die Stadt übertragen. Er plant im Untergeschoss und dem Erdgeschoss wieder ein Restaurant, so, wie es vor der Zerstörung war. Das könnten die Betreiber des benachbarten Biergartens übernehmen. In der Etage darüber sind Büroräume vorgesehen. Anfragen dafür gebe es bereits jetzt schon überdurchschnittlich viele.