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Richter: Pegida ähnelt einer Sekte

Dem früheren DDR-Bürgerrechtler Frank Richter zufolge hat sich die Pegida-Bewegung in den letzten drei Jahren deutlich gewandelt.

© Robert Michael

Dresden. Der frühere DDR-Bürgerrechtler Frank Richter hat Pegida mit einer Sekte verglichen.

„Bestimmte Elemente wie ein ziemlich geschlossenes Weltbild, das von Gegenargumenten nicht erschüttert werden kann, die ritualisierte Form des wöchentlichen Zusammenkommens, das starke Zusammen-gehörigkeitsgefühl und anderes ähneln dem, was man auch bei Sekten beobachten kann“, sagte Richter in einem Interview der „Dresdner Neuesten Nachrichten“. Diese Wahrnehmung betreffe das Phänomen im Ganzen, nicht unbedingt den einzelnen Menschen.

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Richter, der heute Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche ist, hatte sich in seiner vorherigen Tätigkeit als Direktor der Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen lange Zeit um einen Gesprächsfaden zu Pegida-Leuten bemüht. Das brachte ihm auch Kritik ein.

In dem Interview findet Richter nun klare Worte. Auf die Frage, was Pegida heute ausmacht, sagt er unter anderem: „Auf einer zweiten Beobachtungsebene sehe ich Menschen, die empört sind, Wut und zum Teil Hass in sich tragen. Ich sehe Menschen, die hetzerischen Reden gegen den Islam, gegen Fremde und eine vermeintliche Überfremdung zuhören und ihnen applaudieren.“ Nach Angaben Richters gab es anfangs bei Pegida viele verschiedene Themen. „Heute sehe ich sie als tendenziell nationalistische, islamophobe und demokratiefeindliche Bewegung“, sagte er.

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Auch wenn noch nicht feststeht, wo das Bündnis seinen Jahrestag begeht, gibt es prominenten Widerstand dagegen.

Richter hatte bereits vor einem Jahr deutliche Worte gegen Pegida gefunden. Bei einem Bürgerfest auf dem Neumarkt hatte er auf der Bühne unter anderem gesagt: „Ich fordere Herrn Bachmann (Pegida-Mitbegründer, Anm. der Redaktion) und seine Anhänger auf: Hören Sie endlich auf, in dieser schönen Stadt herumzuschreien.“

Am Samstag will Pegida den dritten Jahrestag der Bewegung mit einer Versammlung auf dem Altmarkt begehen. Allerdings ist dort bereits eine andere Veranstaltung angemeldet. (szo/dpa)