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„Riesa ist für mich das Heimturnier“

Am Wochenende tritt Darts-Profi Max Hopp in der Sachsenarena an. An Riesa begeistern ihn nicht nur die Zuschauer.

© dpa

Riesa. Zum dritten Mal finden in der Sachsenarena von Freitag bis Sonntag die International Darts Open statt. Mit dabei: Max Hopp, Jahrgang 1996, Spitzname „Maximiser“. Das Turnier in Riesa ist für ihn fast ein Heimspiel: Seit Jahren lebt der gebürtige Hesse im Vogtland.

Herr Hopp, Sie sind schon seit 2011 bei Darts-Turnieren dabei. Wie sind Sie eigentlich auf diese Sportart gekommen?

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Mein Vater hat mir eines Tages von einer Geschäftsreise eine Scheibe mitgebracht. So hat bei mir alles angefangen. Davor habe ich hauptsächlich Handball gespielt, aber ich habe recht schnell gemerkt, dass ich beim Darts besser veranlagt bin.

Mittlerweile ist das ja einige Zeit her. Wie gut kann man davon leben?

Ich kann vom Darts meinen Lebensunterhalt bestreiten, wofür ich sehr dankbar bin. Das ist ja alles andere als selbstverständlich, sein Hobby zum Beruf machen zu dürfen. Allerdings ist es nicht so, dass man vom Darts reich wird. Im Vergleich zum Fußball sind wir echte Kleinverdiener. Wirklich reich werden in unserem Sport nur die Spieler, die jahrelang unter den ersten Fünf stehen.

Man kommt gut rum als Profispieler. Wo treten Sie überall an?

Hauptsächlich in Großbritannien und Deutschland, aber vereinzelt auch in den Niederlanden, Österreich, Belgien, oder dieses Jahr auch erstmals in Las Vegas.

Jetzt hat es Sie nach Riesa verschlagen – zum wiederholten Mal. Kannten Sie die Stadt vor ihrem ersten Turnier hier?

Seit ich selbst in Sachsen wohne, habe ich natürlich auch Riesa gehört und kenne den Ruf der Stadt als Sportstadt. Allerdings muss ich zugeben, dass ich vor dem Darts noch nie dort war. Inzwischen ist das anders. Ich verbinde mit Riesa mein Heimturnier, da ich sonst nie so nahe an meinem Wohnort spiele. Außerdem gibt es hier einen sehr guten Döner. (lacht)

Was denken Sie heute über die Stadt und den Austragungsort?

Ich freue mich jedes Jahr auf das Turnier. Nicht nur, weil es so nahe von meinem Zuhause stattfindet, sondern auch, weil nirgends mehr Zuschauer kommen. Riesa hält ja den deutschen Zuschauerrekord und wie ich es gehört habe, könnte die Messlatte 2017 nochmal etwas höher gelegt werden.

Wie verbringen Sie das Wochenende in Riesa?

Das hängt davon ab, wie der Spielplan aussieht. Wenn ich früh spiele, bin ich schon früh morgens in der Halle. Spiele ich erst spät, ist tagsüber auch noch ein Spaziergang  durch den Ort und etwas Freizeit drin.

Braucht es beim Dartsspielen eigentlich eine besonders ruhige Hand?

Ja, die braucht es. Aber nicht nur das, sondern vor allem eine gute Hand-Augen-Koordination. Was beim Darts hilft, ist eine saubere Wurftechnik und natürlich viel Übung. Man muss idealerweise die selbe Bewegung unendlich und mit so wenig Abweichung wie möglich wiederholen können. Klingt simpel, ist aber brutal schwer.

Wie oft und wie lang üben Sie eigentlich vor so einem Turnierwochenende?

Normal sind so circa vier Stunden am Tag. Ich versuche, so viel Abwechslung wie möglich reinzubringen. Heißt also nicht nur auf hohe Scores zu gehen, sondern auch verschiedene Finish-Wege und speziell die Doppel zu üben.

Ich habe den Eindruck, im Dartssport kokettiert man immer ein bisschen mit dem Image als „Kneipen-Sport“. Da geht es doch bestimmt auch mal etwas laxer zu, als bei anderen Sportarten...

Das Gegenteil ist der Fall. Ich kenne keine Kneipe, in die 5 000 Zuschauer passen. Auch wenn das Spiel seine Ursprünge in der Kneipe hat, ist das, was wir betreiben, damit nicht mehr vergleichbar. Wir sind Profis und trainieren jeden Tag mehrere Stunden. Dazu zählt auch, auf seine Ernährung zu achten und sie an Wettkampftagen gut zu timen. Wenn ich kurz vor dem Spiel ins Fresskoma falle, sind die Erfolgsaussichten dahin.

Also spielt Ernährung auch bei uns eine Rolle. Vielleicht nicht in dem Ausmaß wie in anderen Sportarten, aber bei Wettkämpfen auf jeden Fall.

Was macht für Sie den Reiz an diesem Sport aus?

Das Spiel kann in wenigen Sekunden komplett in die andere Richtung kippen – und noch ein paar Sekunden später wieder zurück. Es geht Schlag auf Schlag und ist damit sehr spannend für alle Zuschauer. Speziell bei den engen Spielen. Außerdem ist der Sport leicht nachvollziehbar für die Fans, weil jeder schonmal irgendwo auf eine Scheibe geworfen hat und die Regeln wirklich simpel sind.

Zum Abschluss kann ich es Ihnen ja gestehen: Ich persönlich bin eine ziemliche Niete im Dartsspielen. Gibt es den einen oder anderen Kniff, um mich beim nächsten Mal nicht schon wieder zu blamieren?

Die richtige Haltung ist wichtig und kann leicht bei den Turnieren von den Profis abgeschaut werden: Bei Rechtsfüßern muss das rechte Bein nach vorne, das Gewicht auf eben dieses verlagert werden, der Wurfarm steht im 90-Grad-Winkel und die Bewegung kommt aus dem Unterarm. Und dann hilft Übung, Übung, Übung.

Falls Sie den kurzfristigen Erfolg wollen, einfach  auf  das  Bullseye  zielen  –  da  ist  die Wahrscheinlichkeit am geringsten, dass der Pfeil außerhalb vom Board landet. (lacht)

Die Fragen stellte Stefan Lehmann.

Tickets für die Sessions gibt es in der Riesa Information.