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Der nächste Rückschlag für Schweinebauern

Hiesige Bauern waren auf den Tag X vorbereitet. Nun ist er da.

Von Jörg Richter
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So schön an frischer Luft werden die Bio-Schweine in Wülknitz die nächsten Wochen und Monate wohl nicht verbringen. Die Stallpflicht droht.
So schön an frischer Luft werden die Bio-Schweine in Wülknitz die nächsten Wochen und Monate wohl nicht verbringen. Die Stallpflicht droht. © Agrargenossenschaft Wülknitz

Wülknitz/Streumen. Den Tieren der Bio-Schwein Wülknitz GmbH geht es sauwohl. Noch. Denn in den nächsten Tagen könnte es für eine unbestimmte Zeit vorbei sein mit der Freilandhaltung auf Stroh. Gerade die genießen die hiesigen Vierbeiner und werden entsprechend als Bio-Schweine vermarktet. Das bringt den Wülknitzer Bauern einen doppelten Preis pro Kilogramm Fleisch, als wenn sie die Tiere konventionell nur in Ställen halten würden. Mit rund 1.700 Schweinen ist die Tochtergesellschaft der Agrargenossenschaft Wülknitz einer der größten Bio-Schwein-Halter Sachsens.

Bereits seit Anfang des Jahres hatten die Wülknitzer Vorsichtsmaßnahmen getroffen, nachdem die Afrikanische Schweinpest kurz hinter der deutsch-polnischen Grenze nachgewiesen wurde. Trotzdem konnten die Mastschweine Wasser und Futter an der frischen Luft erhalten. Geschäftsführerin Janet Herrmann sagte damals: "Noch sind wir ein freies Gebiet, aber das kann morgen schon anders sein." Dieser Fall ist nun eingetreten. Jetzt warten sie und ihre Kollegen auf Informationen des Veterinäramtes Meißen, welche Auswirkungen es auf ihre Tierhaltung hat.

Das fragt sich auch Johannes van den Borne, der Geschäftsführer der Tiergut Elbland GmbH. Deren Schweinemastanlage in Streumen ist wesentlich größer. Genaue Zahlen über die Schweine nennt der Holländer nicht, spricht aber von mehreren tausend Tieren, die hier im Stall gehalten werden. "Dass die Schweinepest eines Tages auch bei uns ankommt, war klar", sagt Van den Borne. "Aber ich weiß auch noch nicht, was das für uns nun konkret bedeutet."

Die Schweinemastanlage ist gelegentlich wegen ihres unangenehmen Geruchs in der Kritik. Van den Borne war froh, dass sich diesbezüglich in den letzten Monaten das Verhältnis zu den Streumenern verbessert habe. Er wolle auch weiterhin alles dafür tun, gesprächsbereit zu sein.

Die Afrikanische Schweinepest vor der Haustür sei allerdings ein weiterer Rückschlag für die ohnehin gebeutelte Branche, sagt Van den Borne. Nicht nur er beklagt höhere Futterpreise und seit Corona auch gestiegene Preise in den Schlachthöfen. "Jetzt können wir nur abwarten, was kommt."