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Ganz Strehla drückt seinem Fußball-Idol die Daumen

Maximilian Arnold könnte am Donnerstag zum zweiten Mal in der DFB-Elf spielen. Seine Heimatstadt und sein Heimatverein freuen sich darauf und hoffen auf mehr.

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Der Strehlaer Maximilian Arnold bejubelte vor Kurzem in Leverkusen seinen Treffer zum 2:0-Auswärtssieg des VfL Wolfsburg. Seine Mannschaftskameraden Ridle Baku (re.) und Yannick Gerhardt (li.) freuen sich mit ihm. Auch Baku gehört mit zum DFB-Kader gege
Der Strehlaer Maximilian Arnold bejubelte vor Kurzem in Leverkusen seinen Treffer zum 2:0-Auswärtssieg des VfL Wolfsburg. Seine Mannschaftskameraden Ridle Baku (re.) und Yannick Gerhardt (li.) freuen sich mit ihm. Auch Baku gehört mit zum DFB-Kader gege © dpa

Strehla. Beim VfL Wolfsburg ist er bereits eine Legende. Mit nur 27 Jahren hält Maximilian Arnold bei den Wölfen gleich mehrere Rekorde. Der gebürtige Riesaer war mit 17 Jahren jüngster Bundesliga-Spieler der Vereinsgeschichte, jüngster Bundesliga-Torschütze und jüngster Rot-Sünder. Seit Kurzem ist eine weitere Top-Marke dazugekommen. Mit nunmehr 262 Bundesliga-Einsätzen ist der aus Strehla stammende Arnold der Rekordspieler des VfL Wolfsburg.

Doch mit der A-Nationalmannschaft hatte es für ihn bislang kaum geklappt. Unter Jogi Löw kam er nur ein einziges Mal zum Einsatz. Und das beim berühmten "Debütanten-Ball" am 13. Mai 2014. Kurz vor der WM in Brasilien wollte der damalige Bundestrainer im Testspiel gegen Polen - es endete 0:0 - kein Verletzungsrisiko für seine Stammspieler eingehen und ließ ausnahmslos nur Neueinsteiger spielen. Auch Maximilian Arnold.

Selbst nach dem DFB-Pokal-Gewinn mit dem VfL-Wolfsburg und dem Triumph als Kapitän der deutschen U21-Europameister von 2017 blieb Arnold ein weiterer Einsatz unter Löw verwehrt. Mit Hansi Flick könnte das anders werden. Der neue Bundestrainer beobachtet den Strehlaer bereits eine Weile. Jetzt hat er ihn ins DFB-Team geholt, wenn auch unter besonderen Umständen.

"Verdient hat er es auf alle Fälle"

Vor dem WM-Qualifikationsspiel Deutschland gegen Lichtenstein am Donnerstag (Anpfiff 20.45 Uhr) mussten mehrere Nationalspieler wegen Corona in Quarantäne. Auch Josua Kimmich, den Arnold möglicherweise als wichtiger Passgeber und Eckentreter ersetzen könnte.

"Wir freuen uns, trotz des traurigen Umstandes mit dem Corona-Fällen in der Nationalmannschaft, dass Maximilian für das Spiel nominiert worden ist", sagt Strehlas Bürgermeister Jörg Jeromin im Namen der Stadtverwaltung und auch seiner Familie. "Wir drücken alle die Daumen, dass er auch zum Einsatz kommt."

Darauf hofft auch Sandro Kühn, der Fußball-Abteilungsleiter beim SV Strehla. "Verdient hat er es auf alle Fälle", sagt er. "Das finden auch viele Fußball-Experten, die ihn schon längst in die Nationalmannschaft geholt hätten."

Maximilian Arnold hat den Kontakt zu seinem Heimatverein nie abbrechen lassen. Er schenkte den Strehlaer Nachwuchskickern Fußballschuhe, finanzierte den Neubau eines Trainingsplatzes mit und nimmt sich Zeit zum Plaudern, wenn die Strehlaer einmal im Jahr nach Wolfsburg fahren, um ihn in der Bundesliga anzufeuern. "Dabei sorgen wir jedes Mal mit unseren blau-gelben Schals für komische Blicke", erzählt Kühn lächelnd. Denn diese Farben sind auch die Vereinsfarben des Niedersachsen-Rivalen Eintracht Braunschweig.

Die Strehlaer Fußballer - und nicht nur sie - verfolgen die Entwicklung des berühmtesten Sohnes der Stadt mit. Kühn: "Es würde uns riesig freuen, wenn er regelmäßig in der DFB-Elf spielen würde." Er und auch Bürgermeister Jeromin sind optimistisch, dass Maximilian Arnold am Donnerstag zu seinem zweiten A-Länderspiel-Einsatz kommt. Denn die WM-Qualifikation ist bereits geschafft und das Spiel gegen Lichtenstein wird auch noch in Wolfsburg angepfiffen. (SZ/jö)