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"Schön finde ich die vielen Wahlplakate nicht"

Jürgen Schmidt möchte neuer Bürgermeister von Nünchritz werden und verzichtet auf sein Gesicht an jeder Straßenlaterne.

Von Jörg Richter
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Die Elbe ist Jürgen Schmidts liebster Ort. Hier mit Blick auf das Wacker-Chemiewerk Nünchritz, wo der 55-Jährige als Abfallbeauftragter arbeitet.
Die Elbe ist Jürgen Schmidts liebster Ort. Hier mit Blick auf das Wacker-Chemiewerk Nünchritz, wo der 55-Jährige als Abfallbeauftragter arbeitet. © Sebastian Schultz

Nünchritz. Wenn am 26. September der deutsche Bundestag gewählt wird, haben die Einwohner der Gemeinde Nünchritz einen Wahlschein mehr auszufüllen. Denn am selben Tag wird auch ihr neuer Bürgermeister gewählt. Für die SPD tritt dabei Jürgen Schmidt als Kandidat an. Die SZ traf ihn vorab zum Gespräch.

Herr Schmidt, überall in Nünchritz hängen Plakate von Ihrer Mitbewerberin Andrea Beger – von Ihnen keine. Sind Sie sich so siegessicher?

Nein. Das ist keine Frage der Siegessicherheit, sondern eine Frage, dass ich das nicht will. Wir Nünchritzer Sozialdemokraten sind oft gefragt worden, ob wir das schön finden, dass alle Straßen mit Wahlplakaten zugepflastert sind. Und da habe ich mir schon vor Jahren gesagt, wenn ich mal irgendwann kandidiere, dann mache ich das nicht mit. Das ist in meinen Augen eine Verschwendung von Ressourcen. Außerdem kennen mich ja viele Nünchritzer. Ich glaube nicht, dass die Plakate so viel rausreißen. Und ehrlich gesagt, schön finde ich die vielen Wahlplakate auch nicht.

Seit wann tragen Sie sich überhaupt mit dem Gedanken, Bürgermeister zu werden?

Also konkrete Gedanken habe ich mir nach der letzten Bürgermeisterwahl gemacht. Da habe ich mich im Nachhinein geärgert, dass ich nicht gegen Herrn Barthold angetreten bin.

Warum?

Weil ich das immer gut finde, wenn es eine richtige Wahl gibt und nicht nur einen Kandidaten. Zudem bin ich der Meinung, dass unser starker SPD-Ortsverein einen Kandidaten stellen sollte. Vor sieben Jahren wollte keiner, ich auch nicht, und habe mich hinterher geärgert.

Wann haben Sie sich entschieden zu kandidieren?

So richtig auf dem Schirm hatten wir die Bürgermeisterwahl nicht. Die sieben Jahre waren schneller um als gedacht. Doch als klar war, dass sie zusammen mit der Bundestagswahl durchgeführt werden soll, stand für mich fest, dass ich als Kandidat antreten werde.

Also wenn Herr Barthold wieder angetreten wäre, hätten Sie auch kandidiert?

Ja, auf jeden Fall.

Was wollen Sie besser machen als er?

Ich möchte die Leute mehr einbinden, sowohl im Rathaus als auch die Bürgerinnen und Bürger. Ich habe vor, zu anstehenden Vorhaben und Problemen so zeitig wie möglich mit ihnen auf Einwohnerversammlungen zu sprechen. Auch gezielt und nicht nur auf den drei Einwohnerversammlungen, die vom Gesetz vorgeschrieben sind. Dabei will ich auch die Ideen der Leute mit aufnehmen.