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Wer wird neuer Chef im Riesaer Museum?

Mit Maritta Prätzel geht eine stadtbekannte Persönlichkeit in den Ruhestand. Die Erwartungen an ihren Nachfolger sind groß.

Ein repräsentativer Arbeitsplatz: das Haus am Poppitzer Platz, in dem Museum und Bibliothek untergebracht sind, sucht bald einen neuen Chef.
Ein repräsentativer Arbeitsplatz: das Haus am Poppitzer Platz, in dem Museum und Bibliothek untergebracht sind, sucht bald einen neuen Chef. © Klaus-Dieter Brühl

Riesa. Sommerferien? Gibt es im Haus am Poppitzer Platz nicht. Dort sind Museum und Stadtbibliothek auch jetzt im August regulär geöffnet. Die Mitarbeiter sind froh, nach Monaten der Corona-Einschränkungen endlich wieder regulär arbeiten zu können.

Gleichzeitig steht jetzt in der Chefetage ein Generationswechsel an. Nachdem mit Karin Proschwitz im Frühjahr die Bibliotheks-Chefin in den Ruhestand gegangen ist, ist bald nach fast 30 Jahren auch die Stelle der Museumsleitung neu zu besetzen. Maritta Prätzel hört Ende Januar 2022 auf - ihr Nachfolger sollte aber möglichst schon im November 2021 anfangen. "Wir möchten, dass es eine gemeinsame Einarbeitungszeit gibt - damit der Nachfolger von der unglaublichen Erfahrung von Frau Prätzel profitiert", sagt John Jaeschke, Geschäftsführer der FVG Riesa.

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Die städtische Gesellschaft betreibt neben Sachsenarena und Stern auch Museum und Bibliothek im Haus am Poppitzer Platz. Die Leitung beider Einrichtungen wird jetzt als eine Stelle neu ausgeschrieben. Sprich: Es wird ein gemeinsamer Nachfolger für Karin Proschwitz und Maritta Prätzel gesucht. "Wobei wir mit Susan Bazylak eine erfahrene Teamleiterin in der Bibliothek haben. Die neue Stelle ist als Gesamtleitung konzipiert, die mit der Teamleiterin zusammenarbeitet", sagt Jaeschke.

Die Ausschreibung findet sich auf der Homepage von FVG und Haus am Poppitzer Platz, auch im Jobportal Indeed. Man sei dabei, die Stelle auch in den gängigen Fachportalen einzustellen, heißt es von der FVG. Das Unternehmen wirbt damit, dass das Haus am Poppitzer Platz "modernsten Service rund um Kunst, Kultur, Literatur und Regionalgeschichte" biete. Das Stadtmuseum samt der Stadt- und Klosterführungen werde jährlich von mehr als 15.000 Gästen besucht. Mehr als 300 Veranstaltungen stünden jährlich im Programm, von Sonderausstellungen über Projekttage bis zu Theaterführungen.

Die Stadtbibliothek komme auf mehr als 2.000 regelmäßige Leser und verleihe jährlich über 100.000 Medien. "Auch unter Pandemiebedingungen finden im Kalenderjahr über 100 Veranstaltungen in Form von Lesungen, Literaturwerkstätten, Lesewettbewerben oder Bücherflohmärkten statt", heißt es in der Ausschreibung. In beiden Einrichtungen sind insgesamt etwas mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigt.

Wo gibt es inhaltliche und organisatorische Schnittmengen von Stadtbibliothek und Stadtmuseum? Wie können beide Institutionen langfristig ausgerichtet werden? Wie geht es mit der Digitalisierung des Angebots weiter? Mit diesen Fragen muss sich der künftige Chef oder die künftige Chefin beschäftigen.

Auch die Zusammenarbeit mit nahestehenden Vereinen und Arbeitsgruppen wird erwähnt - und die enge Kooperation mit den anderen städtischen Einrichtungen und Veranstaltungen der FVG Riesa.

Maritta Prätzel ist eines der bekanntesten Gesichter von Riesa. Kein Wunder: Die 63-Jährige leitet seit fast 30 Jahren das Stadtmuseum, wo sie kurz vor der Wende angefangen hatte.
Maritta Prätzel ist eines der bekanntesten Gesichter von Riesa. Kein Wunder: Die 63-Jährige leitet seit fast 30 Jahren das Stadtmuseum, wo sie kurz vor der Wende angefangen hatte. © Klaus-Dieter Brühl

Im Gegenzug winke eine unbefristete Vollzeitstelle. Das Haus am Poppitzer Platz könne mit einem lebendigen Arbeitsumfeld punkten, mit einem "engagierten, qualifizierten und kollegialen Team", Raum für eigene Ideen. Die FVG biete einen direkten Draht zur Geschäftsführung, kurze Entscheidungswege und eine flache Hierarchie.

Außerdem unterstütze man den künftigen Museums- und Bibliothekschef bei einer eventuellen Ansiedlung in Riesa. Auch Maritta Prätzel würde sich freuen, wenn ihr Nachfolger nach Riesa zieht - und nicht nur von Dresden oder Leipzig aus einpendelt. "Es wäre schön, wenn die Bereitschaft besteht, sich in Riesa einzuleben und hier einzubringen", sagt die 63-Jährige, die im Februar 1989 im Museum angefangen hatte und seit 1994 Chefin ist. "Man sollte sich der Stadt Riesa verbunden fühlen. Aber diese Verbundenheit kann man auch mit der Zeit erst aufbauen."

Die FVG erwartet von Bewerbern eine außerordentliche Begeisterung für Geschichte, Kunst und Literatur, idealerweise auch schon Wissen zur Stadtgeschichte von Riesa, außerdem einen Hochschulabschluss im Bereich Museumswissenschaft, Geschichte oder ähnlichem. Berufserfahrung, Fachkompetenz, Führungskompetenz, Kommunikationsfähigkeit, Belastbarkeit sollten ebenfalls dabei sein.

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Ihrem Nachfolger wird Maritta Prätzel bis Ende Januar 2022 zur Seite stehen. Als Abschluss ihrer Tätigkeit hat sie sich die Begleitung der jährlichen Sonderausstellung zum Thema NS-Opfer gewünscht, die das Museum gemeinsam mit der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain seit 25 Jahren ausrichtet. "Das ist mir sehr ans Herz gewachsen."

  • Bewerber können ihre Bewerbung im pdf-Format samt möglichem Eintrittstermin sowie Gehaltswunsch direkt an den FVG-Chef senden: [email protected]

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