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Endlich wieder mal ein richtiger Rummel

Der Lorenzmarkt in Lorenzkirch lockt viele Besucher an. Das Wetter spielt leider nicht jeden Tag mit.

Saskia Linke (18), Lisa Winkler (18) und Natascha Standke (19) haben Freude auf dem Kettenkarussell. Doch nicht immer war so strahlend blauer Himmel.
Saskia Linke (18), Lisa Winkler (18) und Natascha Standke (19) haben Freude auf dem Kettenkarussell. Doch nicht immer war so strahlend blauer Himmel. © Sebastian Schultz

Lorenzkirch. Endlich wieder mal ein richtiger Rummel. Seit Freitag läuft der Lorenzmarkt in Lorenzkirch. 2020 fiel das beliebte Volksfest an der Elbe der Corona-Pandemie zum Opfer. „Jetzt lechzen die Leute danach“, sagt eine Frau, die mit Freunden aus Riesa gekommen ist und sich unter den Schirmen beim großen Wagen mit Grillspezialitäten erst mal ein Bierchen gönnt. Dort bildete sich dann schon mal eine Schlange mit 15 oder mehr Menschen, die für eine Gyrospfanne, Feuerfleisch oder Currywurst mit Pommes anstanden.

Dabei galt am Sonnabend aber auch das alte Sprichwort „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Schon am Freitag, als es erst um 17 Uhr losging, öffnete der Himmel mehrfach seine Tore für kräftige Regengüsse. Sonnabend war der Lorenzmarkt zum Glück schon ab 10 Uhr geöffnet, denn am späten Nachmittag zogen schon wieder Regenwolken heran. Ab 18 Uhr ging es los mit Schauern. Sonntagfrüh schien dann erst mal die Sonne vom blauen Himmel.

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Das Ehepaar Jobst aus dem 22 Kilometer entfernten Nieska – einem Ortsteil von Gröditz – war da schon wieder auf dem Heimweg. Im Gepäck ein halbes Grillhähnchen von Karoly Remenar, der seit 2001 auch Grillhaxen und Bratwürste auf dem Rummel anbietet. „Wir sind von klein auf zum Lorenzmarkt gefahren“, erzählt die Frau. „Das ist seit den 50er Jahren bei uns Tradition.“ Und ihr Ehemann wirft ein: „Hier hat sich seitdem alles total verändert. Früher war der Lorenzmarkt doppelt so groß.“

Am Einlass muss man seine Kontaktdaten hinterlassen. Eine Schlange bildet sich deshalb hier.
Am Einlass muss man seine Kontaktdaten hinterlassen. Eine Schlange bildet sich deshalb hier. © Sebastian Schultz
Marie-Louise Göbel verkauft beim Kartoffel-Twister frittierte Scheiben mit Gewürzen und Toppings.
Marie-Louise Göbel verkauft beim Kartoffel-Twister frittierte Scheiben mit Gewürzen und Toppings. © Sebastian Schultz
Am Sonnabend war der Lorenzmarkt gut besucht. Veranstalter ist Schausteller Mike Borowsky.
Am Sonnabend war der Lorenzmarkt gut besucht. Veranstalter ist Schausteller Mike Borowsky. © Sebastian Schultz

Karoly Remenar ist mit seinen Verkäufen in Lorenzkirch durchaus zufrieden. „Es läuft gut“, sagt der Grillspezialist, der als nächstes großes Veranstaltungsziel die Hengstparade im September in Moritzburg auf dem Plan hat. „Ansonsten sind wir viel auf Märkten unterwegs. Und mit 3,50 Euro für ein halbes Hähnchen haben wir auch einen sehr günstigen Preis.“

Ein paar Meter schlendert eine weitere Frau aus Riesa mit Sohn, Tochter und Enkel über den Lorenzmarkt. Sie ist begeistert, dass es hier wieder losgeht. „Darauf haben wir uns schon die ganze Zeit gefreut, nachdem wir so lange Zeit zuhause waren. Wir sind fast jedes Jahr hier gewesen. Und es ist auch ohne Festzelt schön“, sagt sie. Warum es das diesmal nicht gab, hatte Organisator Mike Borowsky vom Dresdner Schaustellerverband schon im Vorfeld erklärt: „Wir werden wieder auf Festzelt und Disco verzichten. Die Auflagen mit dem Testen sind nicht erfüllbar.“

Das Ehepaar Müller aus Strehla war mit seinem Besuch aus Bayern schnell mit der Fähre angereist. „Wir kommen seit zehn Jahren hierher zum Lorenzmarkt. Der gefällt uns sehr gut“, sagen die Beiden. Doch wie gefällt dem Besuch der hiesige Rummel? Schließlich gibt es mit dem Oktoberfest in München im Süden eine wesentlich größere Veranstaltung. „Das ist für dieses Jahr schon lange abgesagt“, weiß Müller. „Da gehen viel zu viele Menschen hin.“

So amüsierten sich die Familien mit dem Sohnemann aus Bayern unter anderem im Autoskooter vom Schaustellerbetrieb Richard Berger Junior aus Leipzig. Da waren fast alle Autos besetzt. Eine Fahrt kostet drei Euro, vier gab es für zehn Euro. „Wir sind schon gut besucht“, lächelt die Kassiererin beim Blick auf die Fahrfläche hinter ihr. „Vorher waren wir vier Wochen auf dem Volksfestgelände an der Pieschener Allee in Dresden. Mindestens die Hälfte der Schausteller sind von dort nach Lorenzkirch weitergereist.“

Auch aus Oschatz kamen die Marktbesucher nach Lorenzkirch. „Wir sind von Strehla aus mit der Fähre rübergefahren und brauchten dort nicht lange zu warten“, berichtet eine Frau, die mit ihrem Mann und drei Kindern unterwegs ist. „Wir waren lange nicht da und haben vom Lorenzmarkt in der Zeitung gelesen“, sagt sie. „Nach dem Lockdown sind wir das erste Mal seit langer Zeit wieder bei so einer Veranstaltung. Es ist schön, dass den Kindern mal etwas geboten wird.“

Es waren viele Familien mit Kinder und Kinderwagen auf dem Lorenzmarkt unterwegs. Groß und Klein vergnügten sich gemeinsam im Kettenkarussell, in den sechs Wagen der kleinen Achterbahn oder im Schaukelarm des hydraulischen „Heart Breaker“, der seinem Namen alle Ehre machte. Ein Besuch dort empfiehlt sich sicher vor dem Essen.

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Auch die Händlermeile war wieder gut besucht. Nur an zwei Ständen waren die Verkäufer nicht ganz glücklich. „Wir haben nur Trödelware und passen leider nicht so richtig rein“, sagt ein Mann aus Dresden angesichts der vielen Neuwaren, die ringsherum im Angebot sind. Seine gerahmten Bilder und Leuchter gingen nicht so weg wie erhofft. Und im Regen hieß es dann eh schnell einpacken. Wer noch auf den Lorenzmarkt will und frei hat, kann das am Montag von 10 bis 19 Uhr nachholen.

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