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Funkmast-Gegner schreiben Merkel an

Die geplanten Anlagen in Zeithain, Wildenhain und Cavertitz sind umstritten. Eine Initiative wendet sich jetzt direkt an Berlin.

Sichtbarer Protest: Thomas Barth und Beate Riesenberg von der Bürgerinitiative Cavertitz zeigen das Banner, das am Ortseingang von Cavertitz auf einen geplanten Funkmast aufmerksam macht.
Sichtbarer Protest: Thomas Barth und Beate Riesenberg von der Bürgerinitiative Cavertitz zeigen das Banner, das am Ortseingang von Cavertitz auf einen geplanten Funkmast aufmerksam macht. © privat

Cavertitz. Drei geplante Standorte machen dem Unternehmen Deutsche Funkturm in der Region Riesa/Großenhain besonders zu schaffen: Zeithain, Wildenhain und Cavertitz. Alle drei tauchen auf einer Karte des Unternehmens auf, die Standorte zeigt, deren Umsetzung "aus verschiedenen Gründen gegenüber den üblichen Durchlaufzeiten verzögert" sei.

Während in Zeithain und Wildenhain Anwohner dagegen sind, dass in ihrer direkten Nachbarschaft Funkmasten entstehen sollen, ist der Protest in Cavertitz (bei Strehla) eher grundsätzlicher Natur. Dort hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die den Ausbau des neuen 5G-Netzes grundsätzlich ablehnt. Denn in Cavertitz ist ein Testfeld geplant, bei dem es um die Anwendung des schnellen 5G-Netzes in der Landwirtschaft geht.

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Die Initiative wirft der Politik vor, dass sie die Risiken des Mobilfunks "entweder verharmlost, schönredet oder komplett negiert". Dabei seien durch Strahlungsquellen Schädigungen möglich, die von "Schlaflosigkeit über Burnout bis zu Krebserkrankungen" reichen würden. So heißt es in einem offenen Brief der Bürgerinitiative, der diese Woche an Bundespräsident, Kanzlerin, verschiedene Minister und Bundesbehörden adressiert wurde.

Aktuell hat die Initiative am Ortseingang von Cavertitz ein Banner aufgestellt - in der Nähe des geplanten Bauplatzes für den Funkturm. "Das Banner haben Eltern gestaltet und bezahlt, die Kinder in den nahegelegenen Kindereinrichtungen Kindergarten, Grundschule und Hort haben", teilt die Initiative mit. Sie fordert einen Abstand von mindestens 500 Meter zwischen diesen Einrichtungen und dem geplanten Mast.

Das Bundesamt für Strahlenschutz verweist hingegen darauf, dass die Wirkung elektromagnetischer Mobilfunk-Strahlung auf den Menschen gut erforscht sei. Unterhalb der Grenzwerte seien keine gesundheitlichen Auswirkungen nachgewiesen, die Grenzwerte würden eingehalten.

Laut der Deutschen Funkturm befinde man sich bei den Standorten Wildenhain und Cavertitz aktuell im Genehmigungsverfahren; das Projekt in Zeithain wird schon einen Schritt weiter - unter "Realisierung Infrastruktur" - aufgeführt.

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