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Gelungener Kultursommer im Grube-Stadion

Am Sonnabend rockt auch Alexander Knappe die Fans in der alten Fußball-Arena.

Viel gute Laune, wie auf unserem Foto, gab es beim Riesaer Kultursommer im altehrwürdigen Ernst-Grube-Stadion.
Viel gute Laune, wie auf unserem Foto, gab es beim Riesaer Kultursommer im altehrwürdigen Ernst-Grube-Stadion. © Lutz Weidler

Riesa. Udo Jürgens besang es schon 1977: „Mit 66 Jahren da fängt das Leben an.“ Und der Schlagerstar meinte das sicher auch genau so. Im Mai 22 Jahre zuvor war in Riesa das Ernst-Grube-Stadion eröffnet worden, ab 1955 die Spielstätte der Fußballer von der BSG Stahl Riesa und dem SC Riesa. Und genau 66 Jahre später hat in den vergangenen vier Tagen der Riesaer Kultursommer der völlig brach liegenden Anlage wieder Leben eingehaucht.

Dirk Mühlstädt von der Förder- und Verwaltungsgesellschaft (FVG) Riesa: „Am Sonnabend hat Alexander Knappe vor rund 750 Zuschauern eine tolle Show hingelegt“, erklärt der Veranstaltungsleiter. „Über den Tag verteilt hatten wir da sicher über 1.000 Besucher. Vom Programm her ist alles gelungen und die Location hier ist schon ganz gut.“

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Allerdings passten zu besten Fußballzeiten weit über 10.000 Fans ins Grube-Stadion. Doch aufgrund der Corona-Hygienemaßnahmen waren beim Kultursommer maximal 950 Besucher gleichzeitig zugelassen. „Und mit entsprechendem Abstand“, wie Mühlstädt betont.

Rund um die Bühne standen viele tiefe Liegestühle und dahinter noch rund 50 Strandkörbe. In einem der Liegestühle hatte es sich auch Manuela Patzelt mit ordentlichem Abstand vor der Bühne gemütlich gemacht. „Ich würde mir wünschen, dass so etwas wieder einmal gemacht wird“, sagt die Riesaerin. „Das mit den Sonnenstühlen finde ich gut. Für die Älteren wären aber vielleicht ein paar Bierbänke besser gewesen.“

Musik schallt bis über die Elbe

Auch von der anderen Elbseite waren Besucher gekommen. „Wir haben die Musik bis Bobersen gehört und sind einfach mal hingefahren“, erklärt Marcus Länder, der seine Partnerin samt Baby mitgebracht hat und entspannt im Strandkorb sitzt. „Eine gute Aktion, um in Riesa wieder ein bisschen Leben reinzubringen. Ich hoffe, das bleibt auch nächstes Jahr so.“ Und mit dieser Meinung ist er nicht allein.

„Ist doch toll, was hier gemacht wird“, findet eine ältere Dame, die mit dem Rad aus Altriesa zum Grube-Stadion gekommen ist. Aus gutem Grund: „In der nächsten Band ist der Enkel meiner Schwägerin der Sänger.“ Sagt’s und lässt den Blick durchs Stadionrund schweifen auf der Suche nach Bekannten, während auf der großen Bühne die Riesaer Band „FOCUS“ mit Sänger und Bassist Erik Töpfer ihre Instrumente auspackt. Ihr Thema: „Heftiger Punkrock direkt aus dem Herzen.“

Direkt davor brachte die Band „Deep in Moon“ schon am späten Nachmittag die ersten Besucher zu einem Tänzchen vor der Bühne. „Wir hatten dieses Jahr schon sechs Auftritte und 15 kommen noch“, erzählt deren Leadsänger Franz Leutert. Der 20-jährige Döbelner und seine drei Mitstreiter gründeten ihre Band 2018. Sie spielen Pop, Rock und Indie.

Während der Corona-Pause hat das Quartett an einer EP (Extended Play) mit fünf neuen Songs gearbeitet. „Die kommt dieses Jahr heraus“, sagt Leutert, der mittlerweile in Leipzig Musikmanagement studiert. „Es wäre natürlich schön, wenn mehr Leute hier wären. Aber die Location finde ich gut und es ist super für alle Menschen, dass wir und andere wieder auftreten können.“

Und wie sieht es mit einem zweiten Riesaer Kultursommer im nächsten Jahr aus? Dirk Mühlstädt von der FVG: „Viele habe gesagt, dass das hier eine coole Location ist. Aber momentan haben wir mehr Aufwand als Nutzen.“ Schließlich war der Eintritt diesmal frei und 80 Prozent der Kosten wurden von „Neustart Kultur“ – einer Aktion der Bundesregierung – getragen. Der Rest von der Stadt Riesa.

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