SZ + Riesa
Merken

Neue Glasfaser für Tausende Kunden in Riesa/Großenhain

Ein Netzbetreiber hat zwei Ringe in Betrieb genommen, die Standorte auf einer Strecke von 1.400 Kilometern verbinden. Auch ein Dorf profitiert.

 3 Min.
Teilen
Folgen
Mit Bagger und Spaten werden Glasfaserkabel im Erdboden verlegt. Ein neuer Glasfaserring zieht sich jetzt durch die Region Riesa, Gröditz, Großenhain.
Mit Bagger und Spaten werden Glasfaserkabel im Erdboden verlegt. Ein neuer Glasfaserring zieht sich jetzt durch die Region Riesa, Gröditz, Großenhain. © Moritz Frankenberg/dpa (Symbolbild)

Berlin/Riesa/Großenhain. Ihren Sitz hat die Tele Columbus AG in Berlin - aber auch in Riesa, Gröditz, Großenhain nutzen Tausende Haushalte einen Internetanschluss des Unternehmens - wenn der auch einen anderen Namen trägt: Unter der Marke Pyur bietet Tele Columbus Internetangebote einschließlich Telefon und Fernsehen an. Dabei arbeitet das Unternehmen mit etlichen Großvermietern zusammen. "Wir haben in der Region Riesa/Großenhain aktuell mehrere Tausend Kunden, die einen Internetanschluss von Pyur nutzen", sagt Sprecher Tim Stiehl. Der Großteil davon liege in Großenhain.

Über die eigene Infrastruktur versorge man zudem Wohneinheiten im hohen vierstelligen Bereich in Gröditz, Großenhain und Riesa - dort in Altriesa, Gröba, Merzdorf, Weida, der Pausitzer Delle und der Innenstadt. Außerdem sei man im Röderauer Ortsteil Pulsen vertreten.

Sie alle sollen von zwei neuen Glasfaserringen profitieren, die Tele Columbus nun in Betrieb genommen hat. Nach Unternehmensangaben sollen sie wichtige Netzstandorte in vier Bundesländern auf einer Strecke von etwa 1.400 Kilometern miteinander verbinden. Über die neuen Ringe erhalten rund 480.000 Haushalte eine bessere Anbindung an das sogenannte Internet-Backbone der Tele-Columbus-Gruppe. "Mit der Inbetriebnahme verringert sich die Anzahl dezentraler Teilnetze, gleichzeitig steigt die Dienstgüte durch eine höhere Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und Ausfallsicherheit", teilt das Unternehmen mit.

In Sachsen und Brandenburg verläuft der neue 610 Kilometer lange Glasfaserring von der Oberlausitz über Dresden, Großenhain und Riesa bis nach Finsterwalde, Lübben, Lübbenau und Cottbus. Ein weiterer neuer Ring durch Thüringen ist insgesamt 760 Kilometer lang.

Der neue Glasfaserring von Tele Columbus durch Sachsen und Brandenburg.
Der neue Glasfaserring von Tele Columbus durch Sachsen und Brandenburg. © Telecolumbus

Die neuen Glasfaserringe würden durch ihre Redundanz eine Signalverfügbarkeit auf höchstem Niveau gewährleisten, heißt es vom Unternehmen. Durch die zentrale Anbindung sei zudem für eine weiter steigende Nachfrageentwicklung vorgesorgt. Die Tendenz zu höheren Geschwindigkeiten sei klar erkennbar: Bereits zwei Drittel der Pyur-Neukunden buchen demnach Internettarife mit 200 Mbit/s oder schneller.

Die neue Anbindung würde auch eine redundante, zentrale TV-Signaleinspeisung ermöglichen. Bei der Aufschaltung neuer Programme hätten Standorte entlang der Ringe den Vorteil, schneller von den Aufschaltungen zu profitieren.

Laut Dietmar Pöltl, Chief Technology Officer von Tele Columbus, habe man mittlerweile fünf Glasfaserringe etabliert. "Weitere regionale Ringe werden noch folgen."

Beim Breitbandausbau ist auch Handarbeit gefragt: So sieht das Spleißen von Glasfaser aus.
Beim Breitbandausbau ist auch Handarbeit gefragt: So sieht das Spleißen von Glasfaser aus. © Tele Columbus

In den Regionen der neuen Glasfaserringe betreibt die Tele-Columbus-Gruppe etliche Kabelnetze, bei denen die Glasfaser-Verbindungen zum Teil bereits bis in die Gebäude hinein ausgeführt sind. Überwiegend werden so Internetbandbreiten bis 400 Mbit/s zur Verfügung gestellt. Künftig könnten in einem zweiten Schritt die Glasfasern auf Wunsch bis zur Teilnehmeranschlussdose hinein verlängert werden. Damit seien Internetanbindungen mit symmetrischen Upload- und Downloadgeschwindigkeiten im Gigabitbereich möglich. Schon jetzt sei in ausgewählten Gebieten der Glasfaserringe durch den bundesweiten DOCSIS 3.1 Rollout der Tele-Columbus-Gruppe ein "Temposprung" möglich. Durch die Zuschaltung neuer Übertragungsfrequenzen lasse sich die Übertragungskapazität der bestehenden Netze mehr als verdoppeln, das ermögliche Geschwindigkeiten bis ein Gigabit pro Sekunde. (SZ)