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"Riesaer Oktoberfest gibt es nicht mit uns"

Schaustellerchef Mike Borowski blickt auf gut besuchten Lorenzmarkt zurück. Doch auf Riesa ist er sauer.

Simone Lehmann und ihre Tochter Theresa hatten auf dem Lorenzmarkt viel Spaß auf dem Kinderkarussell.
Simone Lehmann und ihre Tochter Theresa hatten auf dem Lorenzmarkt viel Spaß auf dem Kinderkarussell. © Foto: Lutz Weidler

Lorenzkirch/Riesa. Viele Attraktionen des diesjährigen Lorenzmarktes sind abgebaut und die ersten Schausteller-Familien weitergereist. Die SZ sprach mit Hauptorganisator Mike Borowski.

Herr Borowski, der Lorenzmarkt 2020 ist Geschichte. Wie zufrieden sind Sie?

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Naja, entsprechend der Umstände mit den Corona-Bedingungen können wir schon zufrieden sein. Übern Tag verteilt waren schon ein paar tausend Leute da. Es war also gut besucht und auch so, dass wir die Abstandsregeln einhalten konnten. 

Was lief am besten? Der Autoscooter? 

Nicht nur der. Alle Geschäfte wurden gut angenommen. Die Besucher waren sehr zufrieden. Die Kinderaugen haben geleuchtet. So wie es sein soll. Leider hatte unser Freier-Fall-Turm am Sonntag einen Defekt. 

Lorenzmarkt ohne Festzelt - hat das funktioniert? Ist das eine Option für die Zukunft?

Soweit würde ich mich jetzt nicht aus dem Fenster lehnen wollen. Ein Festzelt ist natürlich immer mit Kosten verbunden. Was die Zukunft bringt, müssen wir abwarten. Aber sicherlich werden wir unter normalen Umständen wieder ein Festzelt aufbauen. 

Der Lorenzmarkt 2020 war trotz der Auflagen gut besucht.
Der Lorenzmarkt 2020 war trotz der Auflagen gut besucht. © Foto: Lutz Weidler

Wie haben die Gäste auf die Corona-Auflagen reagiert?

Es gab viel Verständnis dafür. Viele Leute waren froh, dass wir überhaupt in diesem schwierigen Jahr einen Lorenzmarkt ausrichten konnten. Lange Zeit sah es ja nicht danach aus. 

Die wie vielte Veranstaltung war das für Sie in diesem Jahr?

Die dritte. Vorher hatten wir zwei Freizeitparks in Dresden und Kamenz.

Vom 9. bis 11. Oktober sollten Sie und Ihre Kollegen vor der Sachsenarena in Riesa ein Oktoberfest veranstalten. Bleibt es dabei?

Im Augenblick ist dort ein anderer Jahrmarkt aufgebaut. Da können wir nichts daran ändern. Das ist fast wie eine Doppelbelegung. Wir werden deshalb unseren Vertrag mit der FVG Riesa kündigen. Denn es macht keinen Sinn, mit nur wenigen Wochen Abstand an gleicher Stelle noch einen Jahrmarkt zu veranstalten. Dieser Zeitpunkt wäre erfahrungsgemäß zu früh. Das Riesaer Oktoberfest gibt es deshalb mit uns definitiv nicht. Wir bereiten uns nun auf die Weinfeste in Radebeul und Meißen vor, wo unsere Schausteller vertreten sein werden.

Auf dem Devil-Dance-Karussell blieben wegen der Corona-Bestimmungen einige Sitze frei.
Auf dem Devil-Dance-Karussell blieben wegen der Corona-Bestimmungen einige Sitze frei. © Foto: Lutz Weidler

Einfacher wird es im kommenden Jahr sicherlich nicht für die Schausteller. Welche Erwartungen haben Sie an Politiker und Kommunen?

Wir hoffen, dass die Veranstaltungen so gut wie möglich wieder freigegeben werden. Dieses Jahr werden wir noch Einschränkungen haben. Aber für nächstes Jahr wäre es zu wünschen, damit wir etwas Planungssicherheit haben. Es hat sich ja gezeigt, dass man auch unter besonderen hygienischen Voraussetzungen etwas auf die Beine stellen kann. Ich wünsche mir von den Städten und Gemeinden, dass sie nicht in Angst verfallen, sondern Konzepte entwickeln, wie größere Dorf- und Volksfeste durchgeführt werden können. Aber jetzt hoffen wir erstmal, dass die Weihnachtsmärkte vollständig stattfinden. Sachsen ist ja ein Weihnachtsmarkt-Land. Das ist, denke ich, wichtig für alle und nicht nur für uns Schausteller.

Auch für die sächsische Seele.

Genauso ist es.    

  • Das Gespräch führte Jörg Richter.    

   

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