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So sieht Riesas neue Rettungswache aus

Fast fünf Millionen Euro investiert der Landkreis am Krankenhaus. Dutzende Sanitäter werden sich drauf freuen.

Knapp 40 Meter breit und 35 Meter lang wird die am Riesaer Krankenhau geplante Rettungswache. Rechts ist der Mergendorfer Weg angedeutet.
Knapp 40 Meter breit und 35 Meter lang wird die am Riesaer Krankenhau geplante Rettungswache. Rechts ist der Mergendorfer Weg angedeutet. © Planungsgruppe Prof. Sommer, Architekt und Co. Gmb

Riesa. Ob Herzinfarkt, Autounfall, Wohnungsbrand - die Sanitäter vom Rettungsdienst müssen innerhalb weniger Minuten vor Ort sein. Montag bis Sonntag, rund um die Uhr. Das geht nur mit motivierten Mitarbeitern - und einer vernünftigen Infrastruktur dahinter. Und deshalb nimmt der Landkreis jetzt fast fünf Millionen Euro in die Hand, um in Riesa eine neue Rettungswache zu bauen. Direkt hinter dem markanten Hochhaus der Elblandkliniken soll ein Neubau entstehen, in dem später 45 Mitarbeiter der Rettungswache im Einsatz sind.

Einstimmig beschlossen die Kreisräte das 4,9 Millionen Euro teure Projekt. Die geplante Wache Riesa-Mitte ist nur eine von fünf Rettungswachen, die der Landkreis in den nächsten Jahren neu errichten will - auch Thiendorf, Moritzburg, Lommatzsch und Großenhain stehen auf der Liste.

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Riesa dürfte allerdings ein besonders ambitioniertes Projekt sein. Denn der neue Standort liegt an einem relativ steilen Hang, dazu kommen alter Baumbestand und benachbarte Gebäude. "Wir müssen drei Geschosse in einen Hang mit sieben Metern Höhenunterschied integrieren", sagt Katja Lamnek, Leiterin des Amts für Hochbau und Liegenschaften. Allerdings wollte man die neue Rettungswache direkt auf dem Krankenhaus-Grundstück unterbringen. So haben die Rettungswagen nur noch wenige Meter Fahrt vor sich, sobald sie ihre Patienten in der Notaufnahme abgeliefert haben.

Ein Blick aus der Luft auf Riesas Krankenhaus. Auf dem baumbestandenen Areal gleich links hinter dem Hochhaus soll die neue Rettungswache entstehen.
Ein Blick aus der Luft auf Riesas Krankenhaus. Auf dem baumbestandenen Areal gleich links hinter dem Hochhaus soll die neue Rettungswache entstehen. © Lutz Weidler

Bislang ist die Riesaer Rettungswache beim Deutschen Roten Kreuz untergebracht - an der Ecke Külzstraße/Hospitalweg, auch nur 200 Meter Luftlinie vom Krankenhaus entfernt. Allerdings könne man dort unter den aktuellen Normen und Arbeitsschutzvorschriften kaum noch ordentlich arbeiten. "Die notwendigen Räumlichkeiten sind zum Teil unterdimensioniert bzw. teilweise überhaupt noch nicht vorhanden", heißt es in der Vorlage für die Kreisräte. Zudem gehöre dieses Gebäude nicht dem Landkreis selbst - und lasse sich für eine langfristige Nutzung kaum sanieren.

Deshalb also der Neubau auf einem 4.000 Quadratmeter großen Areal, das dicht am Mergendorfer Weg liegt. Dort, an der Rückseite des Krankenhauses, war bereits ein nicht mehr genutztes Technikgebäude abgerissen worden. Ein weiteres muss noch abgebrochen werden, um Platz für die neue Wache zu schaffen.

Der Abriss ist für Anfang 2022 geplant, tatsächlich gebaut wird dann ab Juni 2022 bis Ende 2023. Durch die Hanglage ergibt sich eine ungewöhnliche Raumaufteilung - sowohl im Untergeschoss als auch ganz oben im Obergeschoss gibt es Garagen: Wer von unten, aus Richtung Mergendorfer Weg kommt, trifft auf die Mitarbeiter-Parkplätze und den Wirtschaftsbereich samt Notstromaggregat und Sauerstofflager. Außerdem sind dort die drei Garagen für Reserve-Fahrzeuge.

Zum Einsatz rücken dagegen die Fahrzeuge aus, die auf den fünf Stellplätzen im Obergeschoss stationiert sind: Vorn dort geht es quasi fast auf Augenhöhe vor Richtung Krankenhaus und dann weiter durch das Klinikareal Richtung Hospitalweg. Ganz oben in der neuen Rettungswache gibt es auch eine Waschgarage sowie die Umkleide-, Aufenthalts-und Ruheräume für die Mitarbeiter - um deren Einsatzwege zu den Fahrzeugen so kurz wie möglich zu halten. In der mittleren Etage finden Verwaltungs- und Ausbildungsräume Platz.

Ein Gebäude wurde schon abgerissen, dieses Haus muss noch weichen.
Ein Gebäude wurde schon abgerissen, dieses Haus muss noch weichen. © Sebastian Schultz

Dort wird dann rund um die Uhr jemand Dienst tun: Die Mitarbeiter verteilen sich laut Katja Lamnek auf je zwölf Personen in Früh- und Spätschicht sowie sechs Mitarbeiter, die die Nachtschicht absichern. Sie verfügen über insgesamt acht Fahrzeuge - das sei ein vergleichsweise großer Bestand. Geheizt und gekühlt werden soll mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpenheizung. Auch eine Photovoltaik-Anlage kommt dazu. Von der Idee, mit einer Zisterne das Regenwasser zu nutzen, hat man sich allerdings verabschiedet: Diese Investition hätte sich erst nach 67 Jahren gerechnet, heißt es in der Vorlage.

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Der Landkreis muss die Investition aus eigener Tasche zahlen - Fördergeld sei dafür nicht zu erwarten. Bau und Unterhaltung von Rettungswachen gehören zu den Aufgaben des Landkreises. Allerdings kann er sich das Geld über künftige Mietverträge wieder hereinholen: Der Rettungsdienst selbst wird in Riesa aktuell vom Deutschen Roten Kreuz geleitet - allerdings muss der Landkreis das regelmäßig neu ausschreiben. Der aktuelle Vertrag gilt allerdings so lange, dass das DRK auf jeden Fall der erste Mieter der neuen Wache sein wird. Vielleicht rückt der Rettungsdienst schon Weihnachten 2023 aus der neuen Wache aus - Feiertagsruhe haben die Sanitäter jedenfalls nicht.

Momentan ist die Rettungswache Riesa-Mitte noch beim DRK an der Külzstraße untergebracht.
Momentan ist die Rettungswache Riesa-Mitte noch beim DRK an der Külzstraße untergebracht. © Sebastian Schultz

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