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Weniger Müll an den Angelteichen bei Gröditz

Beim Umwelttag packten die Riesaer Sportangler an ihren Gewässern in Nieska an - und machten eine erfreuliche Feststellung.

Von Christian Kluge
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Am Umwelttag des Landesverbandes Sächsischer Angler beteiligte sich auch der Riesaer Sportanglerverein in Nieska. Vereins-Schatzmeister Frank Pohl (Mitte/grüne Jacke) ist hier mit einigen Helfern und dem Arbeitsmaterial zu sehen.
Am Umwelttag des Landesverbandes Sächsischer Angler beteiligte sich auch der Riesaer Sportanglerverein in Nieska. Vereins-Schatzmeister Frank Pohl (Mitte/grüne Jacke) ist hier mit einigen Helfern und dem Arbeitsmaterial zu sehen. © Christian Kluge

Nauwalde/Riesa. Die Kontrollen der vergangenen Jahre zeigen offenbar Wirkung. "Früher haben wir 30 bis 40 Säcke Müll gesammelt, heute nur eineinhalb", sagte Frank Pohl am Sonnabend und strahlte. Seit 20 Jahren ist der 67-Jährige Schatzmeister des Riesaer Sportanglervereins. Für ihn und die anderen Vereinsmitglieder stand an diesem Tag ab acht Uhr morgens wieder einmal die Müllberäumung und Gewässerpflege an den beiden Angelgewässern südlich von Nieska auf dem Programm.

Die Aktion fand im Rahmen des zentralen Umwelttages statt, den der Landesverband Sächsischer Angler (LVSA) jährlich veranstaltet. Von den rund 170 Mitgliedern des Riesaer Sportanglervereins waren über 20 aktiv dabei, doch auch die anderen Angelfreunde leisten regelmäßig Arbeitsstunden ab. Der Verein betreut neben den beiden Kiesgruben bei Nieska auch noch eine Kiesgrube in Röderau. Pohl: „Insgesamt haben wir vier Arbeitseinsätze im Jahr.“

In Nieska wurde Gras gemäht, Schlaglöcher auf dem Zufahrtsweg ausgebessert, die Angelplätze der Vereinsmitglieder in Ordnung gebracht – und zum Abschluss gab es als Belohnung für alle Bratwurst und Fleisch vom Grill. Doch was ist der Grund für den deutlich zurückgegangenen Müllberg, den illegale Badegäste sonst hinterlassen haben? Maik Rühle, der erste Vorsitzende des Vereins, weiß die Antwort: „Seit zwei Jahren kontrolliert hier außer uns auch die Polizei.“

Und das kann teuer werden für die Schwarz-Schwimmer, denn das Planschen in Angelgewässern ist verboten. Rühle: „Dann gibt es Anzeigen wegen Hausfriedensbruch und die außerorts an der Straße geparkten Autos kriegen auch noch ein Knöllchen.“ Eine lohnenswerte Sache war das für die Polizei, denn in früheren Jahren parkten zeitweise geschätzte 100 Fahrzeuge am Straßenrand. Denn die Zufahrt zum Parkplatz auf dem rund 50 Hektar großen Gelände ist mit einer Schranke versperrt.

Hier repariert Ralf Kotte (vorn) mit einem anderen Vereinsmitglied den Zugang zu einer der vielen Angelstellen rund um den See.
Hier repariert Ralf Kotte (vorn) mit einem anderen Vereinsmitglied den Zugang zu einer der vielen Angelstellen rund um den See. © Christian Kluge

Eigentümer der Nieskaer Gewässer ist übrigens der Anglerverband Elbflorenz Dresden, in dem 232 Anglervereine mit über 18.000 Mitglieder organisiert sind, darunter über zehn Prozent Kinder und Jugendliche. Dieser Verband ist einer von den drei ordentlichen Mitgliedern im LVSA, der über 45.000 organisierte Mitglieder hat. „Wir sind in Nieska der betreuende Verein“, erklärt Maik Rühle. „Bei uns kann jedes Mitglied jederzeit hierher kommen und angeln. Auch im Winter.“

Bei den Riesaer Sportanglern beträgt der Jahresbeitrag derzeit inklusive Angelgenehmigung 135 Euro. Die meisten Mitglieder kommen aus Riesa, Strehla oder Dahlen. „Wir haben aber auch ein Mitglied, das in München wohnt“, weiß Schatzmeister Frank Pohl. Ein fortgezogener Sachse, der seinem Verein treu bleibt.

Was fangen die Sportangler eigentlich in den beiden Kiesgruben in Nieska, die teilweise bis zu 17 Meter Wassertiefe haben? „Hier gibt es unter anderem Karpfen, Hechte, Barsch, Plötzen, Rotfedern und Brassen“, berichtet Pohl, der auch eine exakte Statistik über die Fänge seiner Angler führt. „Aber wir fischen nur für den Eigenbedarf.“ 2019 fingen die Riesaer beispielsweise 22 Hechte mit insgesamt 48 Kilogramm Gewicht und 181 Karpfen, die 502 Kilogramm auf die Waage brachten.

Was sich Rühle und Pohl nicht wünschen, sind Menschen, die Fische aus ihren Aquarien oder Teichen in Seen aussetzen, wenn sie zu groß geworden sind. „Dadurch ist das Koi-Herpesvirus in deutschen Gewässern eingeschleppt worden“, erklärt Rühle. Die Seuche killt befallene Fische zu 80 bis 100 Prozent – und zwar nicht nur Kois, sondern alle anderen auch. Und das kann weder der Riesaer Verein noch irgendein anderer Angelfreund brauchen.