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Neways meldet Umsatzplus

Die Konzernmutter von Riesas größtem Arbeitgeber spricht wegen verbesserter Finanzzahlen von "leichter Erholung".

Das Neways-Gelände an der Bayern-und-Sachsen-Straße in Riesa: Am Standort fertigen Hunderte Mitarbeiter elektronische Bauteile.
Das Neways-Gelände an der Bayern-und-Sachsen-Straße in Riesa: Am Standort fertigen Hunderte Mitarbeiter elektronische Bauteile. © Eric Weser

Riesa/Son. Knapp fünf Prozent ging es nach oben: Zumindest im Vergleich zum vorangegangenen, zweiten Quartal 2020 hat Neways Electronics International jetzt ein Umsatzplus verbuchen können. Der Nettoumsatz lag demnach bei 121 Millionen Euro. Von einer „leichten Erholung“ spricht daher das Unternehmen, das am Standort Riesa rund 800 Beschäftigte hat, in einer aktuellen Mitteilung. Die positive Entwicklung im dritten Quartal sei auf eine verbesserte Nachfrage im Automobilsektor zurückzuführen, insbesondere bei der E-Mobilität.

Rückgänge bei Auto- und Industrieelektronik

Zieht man zum Vergleich die Zahlen aus demselben Vorjahreszeitraum heran, kann von Erholung kaum die Rede sein: Im Vergleich zum dritten Quartal 2019 sei der Nettoumsatz bei Neways um knapp neun Prozent gesunken. Das sei vor allem einem starken Rückgang im Bereich Automotive geschuldet – also im Bereich Automobilherstellung. Leichte Umsatzrückgänge habe es auch im Industriebereich gegeben. Im Medizinsektor sei der Umsatz stabil, im Bereich Halbleiter gar gestiegen.

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Und der Blick in die Zukunft? Der Auftragseingang ging laut Neways im Vergleich zum dritten Quartal 2019 um knapp 18 Prozent zurück. Das sei auf die gesunkene Nachfrage vor allem im Bereich Automotive und in geringerem Maße im Bereich Industrie zurückzuführen. In den Sektoren Medizin und Halbleiter sei der Auftragseingang gleich geblieben oder leicht gestiegen. Gegenüber dem zweiten Quartal liege er fünf Prozent höher.

"Kosten weiter gedrückt"

Konzern-Chef Eric Stodel: „Im dritten Quartal sehen wir eine vorsichtige Erholung im Automobilsektor, hauptsächlich im Bereich E-Mobilität. Der Nachfragerückgang war in diesem Sektor aufgrund der Pandemie und der Lockdowns jedoch so groß, dass wir das in diesem Jahr nicht mehr wettmachen.“ Neways habe in einer schwierigen Situation „so adäquat wie möglich gehandelt“.

Man gehe für das restliche Jahr von anhaltend hohen Schwankungen im Markt infolge der Corona-Pandemie aus. Neways konzentriere sich weiter „auf Rentabilität, Kostenkontrolle und Cashflow“, wird der Manager in der Mitteilung zitiert.

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Offen lässt diese, ob der Betrieb in Riesa Arbeitsplätze streicht. Schon länger ist davon die Rede, dass eine dreistellige Mitarbeiterzahl am Standort ihre Jobs verlieren könnte. Neways hatte das zuletzt nicht kommentiert, jedoch unter Verweis auf wirtschaftliche Auswirkungen der Corona-Pandemie erklärt, dass es „möglicherweise Änderungen in der personellen Struktur“ geben wird. Zwischen Betriebsrat und Management laufen nach SZ-Informationen bereits Verhandlungen über einen Stellenabbau. (SZ)

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