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Maskenstreit: Einkaufsmarkt meldet sich

Die Handelskammer rät, in Streitfällen mit Masken-Verweigerern notfalls die Polizei zu rufen. Mit Attesten sollte kein Schindluder getrieben werden.

In diesem Einkaufsmarkt in Glaubitz eskalierte diese Woche eine Auseinandersetzung um das Masketragen.
In diesem Einkaufsmarkt in Glaubitz eskalierte diese Woche eine Auseinandersetzung um das Masketragen. © Sebastian Schultz

Glaubitz. Der Maskenstreit von Glaubitz wirft weiter Fragen auf. Zwei Frauen beschuldigen einen Verkäufer (Name ist Sächsische.de bekannt), sie bedroht und mit einem Messer angegriffen zu haben. Inzwischen liegt eine Stellungnahme des Betreibers des Einkaufsmarktes, der Thomas Philipps GmbH, vor. 

In dem Schreiben heißt es: „Am 2. November kam es gegen 14.35 Uhr in einer unserer inhabergeführten Filialen zu einem Vorfall. Eine circa 40-jährige Frau betrat den Markt ohne den vorgeschriebenen Mundschutz. Mehrfach vom Personal darauf angesprochen, weigerte sie sich, einen Mundschutz anzulegen. Den Aufforderungen, den Markt daher bitte zu verlassen, kam sie nicht nach. Stattdessen begann sie, das Marktpersonal zu provozieren und mit einem Handy zu filmen. Die Mitarbeiter verständigten daraufhin die Polizei. Zwischenzeitlich kam es offenbar zu einer verbalen Auseinandersetzung, die von einem Handgemenge begleitet wurde. Nachdem die Polizei die Personalien ermittelt hatte, wurde seitens des Inhabers der Filiale Anzeige erstattet.“

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Bilder einer Überwachungskamera des Marktes, die Sächsische.de vorliegen, zeigen, wie sich zwei Frauen treffen, umarmen und etwas mit einem Zettel besprechen. Es wird vermutet, dass es sich dabei um die angebliche Masken-Befreiung handelt. Dann gehen sie in den Markt, zeigen der Kassiererin ihren Zettel und gehen ohne Maske in den Verkaufsraum. Die spätere Rangelei mit einem Verkäufer und weiterem Personal haben sie mit dem Handy dokumentiert. 

Vermutlich hatte sich eine der Frauen geärgert, dass sie wegen der fehlenden Maske bereits gegen 15 Uhr aus dem Markt geschickt wurde, und eine weitere Frau um Unterstützung gebeten. Beide Frauen gingen etwa 16.30 erneut hinein. Dabei wurde sie von einem Verkäufer, der ein nach unten gerichtetes Cuttermesser in der Hand hielt, fixiert und körperlich bedrängt. Der Verkäufer trug seinen Mundschutz allerdings nicht korrekt, die Nase blieb frei. Die Polizei, die an diesem Tag zweimal nach Glaubitz ausrücken musste, ermittelt noch.

Atteste sind Urkunden

Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer Dresden (IHK) ist es grundsätzlich so, dass Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können, Geschäfte dennoch besuchen und Öffentliche Verkehrsmittel nutzen können, dann aber ganz besonders auf Abstand zu anderen achten sollten. 

Um den Ausnahmefall zu rechtfertigen, ist laut IHK eine ärztliche Bescheinigung geeignet. Je nach gesundheitlichem Hintergrund wird auch ein Schwerbehindertenausweis anerkannt. Dieser beziehungsweise die ärztliche Bescheinigung sind der IHK zufolge mitzuführen und bei Aufforderung vorzuzeigen. Wird dies verweigert, kann ein Ladeninhaber oder ein Busfahrer von seinem Hausrecht Gebrauch machen und denjenigen des Raumes verweisen oder sofort den Zutritt verweigern. Kann dies nicht sichergestellt werden, müsste die Polizei hinzugezogen werden. 

Seitens der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen wird empfohlen, dass bei Vorerkrankungen im Bereich der Atemwege wie schweres Asthma bronchiale die Ausstellung einer ärztlichen Bescheinigung erfolgen kann. Ob und in welchem Umfang gefälschte Atteste kursieren beziehungsweise Gefälligkeitsatteste von Ärzten ausgestellt werden, kann die IHK mangels Erkenntnissen nicht einschätzen. Gefälschte Atteste würden den Tatbestand der Urkundenfälschung erfüllen und entsprechend zur Anzeige gebracht, so Pressesprecher Lars Fiehler.

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