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"Werde die Gemeinde nicht grün anmalen"

Die Verkäuferin Iris Osladil aus Treben möchte gern den Platz an der Kasse mit dem Bürgermeisterstuhl in Stauchitz tauschen.

Die 48-jährige Iris Osladil tritt am Sonntag zur Bürgermeisterwahl in Stauchitz an.
Die 48-jährige Iris Osladil tritt am Sonntag zur Bürgermeisterwahl in Stauchitz an. © Lutz Weidler

Stauchitz. Am 20. September wird in Stauchitz ein neuer Bürgermeister gewählt. Die SZ stellt die sieben Kandidaten vor, die sich um die Nachfolge von Amtsinhaber Frank Seifert (parteilos) bewerben. Eine davon ist die 48-jährige Iris Osladil aus Treben. Ein der SZ gegebenes Interview zu ihren Beweggründen und Zielen zog sie zurück. Vorigen Freitag schickte sie dann doch ein Interview, das sie selbst schrieb. Auch die Fragen stellte sie sich teilweise selbst, kritische Fragen der SZ ließ sie einfach unter den Tisch fallen.

Frau Osladil, wie kommen Sie auf die Idee, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren?

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Seit meiner Geburt lebe ich in der Gemeinde. In den letzten Jahren habe ich meine Heimat und ihre Menschen immer mehr schätzen und lieben gelernt. Viele Bürger haben die Hoffnung und Zuversicht verloren, dass sich eingefahrene Dinge ändern. Diese Leute möchte ich bestärken, Verbesserungswürdiges zu melden und Vorschläge zu bringen, dass man gemeinsam eine Lösung finden kann. Auch wenn einige Veränderungen Zeit brauchen, aber ich glaube, die sich zu nehmen, lohnt sich für unsere Gemeinde.

Sie sind in Treben und Umgebung sehr aktiv, engagieren sich im Naturschutz und auf dem Huthübel. Als Bürgermeisterin müssen Sie sich aber um alle Ortsteile kümmern.

Genau so stelle ich mir meine Arbeit vor. Mit den Bürgern für die Bürger. Ob als Marktfrau in Staucha, auf dem Huthübel, im Park Staucha, der Alten-Post-Straße, und jetzt auch im Park Stauchitz komme ich immer wieder in Gespräche mit den Menschen unserer Gemeinde. Selbst für die Kirchgemeinde habe ich mich engagiert. Ich finde, dass das wichtig ist. Gemeinsam ist schon viel erreicht worden. Ich habe den Willen, auch die kleinsten Ortsteile mitzunehmen. Was ich nicht machen werde: die Gemeinde „grün“ anmalen. Die Befürchtung kann ich den Bürgern nehmen, denn auch für mich ist Umweltschutz gleich Heimatschutz.

Konkrete Beispiele bitte!

In den letzten Jahren ist so viel schief gelaufen, dass ich mir erst mal einen Überblick verschaffen muss. Denn den Vorteil mit internem Wissen hier ganz groß zu glänzen, habe ich nicht. Aber durch meine Aktivitäten habe ich bereits gelernt, bei fachlichen Fragen bei verschiedenen Behörden Amtshilfe anzufordern. Von dort bekomme ich hervorragende Unterstützung. Diese werde ich weiter zum Wohle unserer Gemeinde einsetzen. Egal wie die Wahl ausgeht.

Warum haben Sie keine Wahlgespräche geführt? Fühlen Sie sich dem nicht gewachsen?

Das ist ganz einfach. Bei jeder Wahl treten die Kandidaten mit Unmengen Plakaten und Flyern auf. Große und noch größere Versprechen werden hier gegeben. Schon Stunden nach der Wahl ist Vieles wieder Schall und Rauch. Nicht mit mir. Wenn ich sage, dass ich parteilos antrete, dann stimmt das bei mir auch hundertprozentig. So bin ich. Ich habe keine weitreichenden Beziehungen zu einer ehemaligen Partei oder zu einer anderen. Mir geht es einzig und allein um meine Gemeinde und nicht um die Wünsche einer Partei. Allerdings bin ich mir nicht zu fein, um Rat und Hilfe zu fragen. Persönliche Befindlichkeiten stehen bei mir zurück, wenn es um die Sache geht. Ich sage, was ich denke. Und für Kritik bin ich immer dankbar. Nur so kann man sich weiterentwickeln. Deshalb gibt es bei mir nur ein Versprechen: Ich werde zu hundert Prozent für meine Gemeinde und die Menschen hier einstehen.

Wie wollen Sie es schaffen, wieder mehr Einwohner in die Gemeinde zu bringen?

Indem ich dafür sorge, dass die Menschen sich hier wohlfühlen. Nein, ich habe nicht studiert, aber ich habe Mut, Energie und Ideen. Vor allem rede ich mit den Leuten und nehme sie mit. Außerdem möchte ich unbedingt etwas für die Zukunft meiner Gemeinde tun. Fährt man einmal durch andere Gemeinden, sieht man sofort, ob das Dorfleben funktioniert oder nicht. Ich bin bereits mit anderen Bürgermeistern in Kontakt getreten, um Anregungen, Erfahrungen und Ideen zu sammeln. Diese kann man bei uns genau so umsetzen. Dazu gehört es immer wieder, Gelder zu beschaffen, um das Leben für die Senioren, die arbeitende Bevölkerung, die Jugend, die Feuerwehr, die Vereine und unsere Infrastruktur zu finanzieren. Wieso ist das die letzten Jahre so vernachlässigt worden? Vorher hat es doch auch prima funktioniert. Außerdem ist es wichtig unsere Handwerker in der Gemeinde mit einzubeziehen. Schließlich zahlen sie Steuern, wohnen vor der Haustür und sind fachlich kompetent. Dieses Potenzial sollte künftig genutzt werden. Umso mehr freut es mich, dass ich hier ebenfalls Unterstützung bekomme.

Welche Chancen rechnen Sie sich bei der Bürgermeisterwahl aus?

Ich möchte Bürgermeisterin dieser Gemeinde werden, damit die Menschen wieder zufriedener hier leben und wohnen können. Deshalb hoffe ich, auf eine hohe Wahlbeteiligung. Die Entscheidung liegt jetzt einzig und allein bei den Bürgern.

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